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E-Autos: Der große Bluff – So schnell ist der Akku leer

So schnell ist der Akku leer  

Der große Reichweiten-Bluff beim E-Auto

10.10.2021, 12:35 Uhr
E-Autos: Der große Bluff – So schnell ist der Akku leer. Mal wieder Strom tanken: Wie stark die echte Reichweite aktueller Elektroautos von den Versprechen der Hersteller abweicht, zeigt ein aktueller Test. (Quelle: imago images/Gottfried Czepluch)

Mal wieder Strom tanken: Wie stark die echte Reichweite aktueller Elektroautos von den Versprechen der Hersteller abweicht, zeigt ein aktueller Test. (Quelle: Gottfried Czepluch/imago images)

Mit ihren Batterien wachsen auch die Reichweiten der Elektroautos. Allerdings: Zwischen versprochenem und tatsächlichem Verbrauch klafft oft eine gewaltige Lücke. 30 Modelle im Check.

Dass Benziner und Diesel deutlich mehr Sprit verbrauchen als die Hersteller versprechen, weiß nahezu jeder Autofahrer. Der einfache Grund für diesen Unterschied: Während des vorgeschriebenen Tests zur Verbrauchsmessung fahren die Autos unter streng vorgegebenen Laborbedingungen – die es aber im Alltag kaum gibt. Dadurch ist der angegebene Spritverbrauch zwar vergleichbar. Aber eben auch unrealistisch.

Genau diesen Test, den sogenannten WLTP, müssen auch neue Elektroautos absolvieren, bevor sie auf den Markt kommen. Und genau wie beim Verbrenner, weichen deshalb ihre echten Verbräuche teils drastisch von den Werten ab, die ihre Hersteller versprechen. Das zeigt ein Test der "Auto Zeitung". Dabei wurden 30 aktuelle Modelle auf ihren Verbrauch hin überprüft – und zwar eben nicht unter Laborbedingungen.

Die Ergebnisse sprechen nicht gerade für den WLTP. Und auch nicht für die Reichweiten-Versprechen der Autoindustrie.

So verbrauchte etwa der VW ID.3 Pro im Test bei kühlem Wetter ein Drittel mehr als vom Hersteller angegeben (+ 36 Prozent) – entsprechend sinkt seine Reichweite. Und das ist noch nicht einmal das schlechteste Ergebnis im Test.

Aber es gibt auch gute Beispiele: Der Renault Zoe R 135 Z.E. 50 verbraucht unter Realbedingungen auf der Straße exakt so viel Strom wie im Labor. Und der Peugeot e-208 unterbietet die Herstellerangabe sogar um drei Prozent: Er fährt noch weiter, als es die Stellantis-Tochter verspricht.

Abweichung bis zehn Prozent

ModellVerbrauch laut
Hersteller*
Verbrauch im
Praxistest*
Differenz
Peugeot e-20817,617,1-3 Prozent
Renault Zoe R 135 Z.E. 5017,717,7-
Peugeot e-200817,818,22 Prozent
Kia e-Niro15,916,33 Prozent
Audi RS e-tron GT20,621,44 Prozent
Mazda MX-30 e-Skyactiv1920,26 Prozent
VW ID.4 Pro18,920,27 Prozent
BMW i315,316,68 Prozent
Porsche Taycan Turbo S Cross Turismo24,426,69 Prozent

* in kWh (Kilowattstunden)

Abweichung bis 20 Prozent

ModellVerbrauch laut
Hersteller*
Verbrauch im
Praxistest*
Differenz
Opel Zafira-e Life27,330,211 Prozent
Hyundai Kona Elektro14,716,613 Prozent
Audi Q4 Sportback e-tron 50 quattro17,619,913 Prozent
Mercedes EQV 30028,13214 Prozent
Porsche Taycan Turbo S24,728,214 Prozent
Renault Twingo Electric1618,314 Prozent
Mini Cooper SE15,217,918 Prozent
Mercedes EQA 25017,821,119 Prozent
Tesla Model 3 Standard Plus1416,820 Prozent

Abweichung bis 30 Prozent

ModellVerbrauch laut
Hersteller*
Verbrauch im
Praxistest*
Differenz
Fiat 500e1416,921 Prozent
Skoda Enyaq 80 iV16,720,422 Prozent
Opel Mokka-e17,421,725 Prozent
Audi e-tron S Sportback26,433,226 Prozent
Volvo XC40 Recharge P8 AWD23,830,327 Prozent
Tesla Model S Performance202630 Prozent

Abweichung über 30 Prozent

ModellVerbrauch laut
Hersteller*
Verbrauch im
Praxistest*
Differenz
BMW iX319,525,631 Prozent
Polestar 2 Long Range Dual Motor19,325,532 Prozent
VW ID.3 Pro15,42136 Prozent
Aiways U516,62339 Prozent
Ford Mustang Mach-E AWD Extend.18,726,542 Prozent
Mercedes EQC 400 4Matic22,233,651 Prozent

Das ist WLTP

Das Testverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure, auf Deutsch etwa: Weltweit einheitliches Leichtfahrzeug-Testverfahren) zur Messung des Verbrauchs unserer Autos gilt seit dem 1. September 2018. Es ersetzte das 26 Jahre alte Verfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Der WLTP-Test nutze den Autofahrern, sagen seine Verfechter: Er würde die Autohersteller endlich zu praxisnäheren Verbrauchsangaben zwingen.

Realistisch sind die Angaben trotzdem nicht, entgegnen Kritiker. So werde die Reichweite der Neuwagen bei exakt 23 Grad gemessen – obwohl wir meist ganz andere Temperaturen haben. Außerdem bleiben Heizung und Klimaanlage bei der Messung ausgeschaltet, was den Spritverbrauch senkt. Das haben die Autohersteller durchgesetzt – sie wirkten an der Gestaltung des neuen  Testverfahrens aktiv mit.

Verwendete Quellen:
  • "Auto Zeitung"
  • Eigene Recherche

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