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Mercedes CLS 220 CDI Bluetec im Test

Technik-Offensive im Mercedes CLS

03.07.2014, 13:36 Uhr | press-inform, wanted.de

Mercedes CLS 220 CDI Bluetec im Test. Der neue Mercedes CLS Bluetec hat technisch einiges auf dem Kasten. (Quelle: Hersteller)

Der neue Mercedes CLS Bluetec hat technisch einiges auf dem Kasten. (Quelle: Hersteller)

Auf den ersten Blick hat Mercedes beim neuen CLS 220 CDI Bluetec im Vergleich zu seinen Vorgängern nur wenig verändert. Neuheiten finden sich beim Schwaben vor allem unter dem Blechkleid. Doch in Sachen Technik geht einiges: Multibeam-LED-Licht, verstärkte Konnektivität, neue Motoren und die Neungangautomatik. Wir haben getestet, was die technischen Helfer für CLS-Fahrer bereithalten.

Ein 170-PS-Diesel in einem Mercedes CLS? Bei aller Liebe zum Sparwillen der Schwaben, das geht doch ein bisschen weit. Wer so denkt, steht mit seiner Meinung vermutlich nicht alleine da. Die Mercedes-Ingenieure haben den PS-technisch allzu schmalbrüstigen Selbstzünder jedoch mit einer Neungangautomatik und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern garniert, die Skeptiker eines Besseren belehren. Denn die neunmalkluge Kombination geht auf: Der Diesel hat mit dem 1,8 Tonnen schweren Edel-Coupé wenige Schwierigkeiten. Selbst Zwischenspurts gelingen leichtfüßiger, als erwartet. Dabei wird der Vierzylinder-Diesel nie akustisch aufmüpfig.

Sparsame Diesel-Power

Das liegt auch am niedrigen Drehzahlniveau. Im neunten Gang liegen bei 120 km/h gerade einmal 1500 Umdrehungen pro Minute min an. Bei 200 km/h sind es 2400 Umdrehungen pro Minute.

Dementsprechend niedrig ist auch der Verbrauch: Pro 100 km fließen nur 4,6 Liter Diesel durch die Brennräume. Der Sprint von null auf 100 km/h ist in 8,3 Sekunden absolviert. Wandert die Nadel auf der Tachoskala im Uhrzeigersinn weiter, geht dem Diesel dann langsam die Puste aus. Letztendlich reicht es für ein Spitzentempo von 226 km/h. Wem das nicht schnell genug ist, der greift zum CLS 400 mit V6-Biturbo. Der bringt es auf 333 PS und schafft elektronisch begrenzte 250 km/h.

Allerdings muss man bei diesem Antrieb zunächst auf die einwandfreie Neungangautomatik verzichten. Die kommt zunächst nur bei den Diesel-Versionen und dem CLS 500 zum Einsatz. Später sollen die Allrad-Varianten und die restlichen Motorisierungen nachziehen. Ein Power-Diesel mit einer PS-Leistung jenseits der 300er-Marke ist bei Mercedes nach wie vor leider nicht im Programm.

Gewollt und nicht (ganz) gekonnt

Das Cockpit passt zu dem edlen Außenauftritt. Feine Materialien, Klavierlack und

unterschäumte Flächen, die auch den Deckel des Handschuhfachs bedecken, verbreiten Wohlfühlatmosphäre. Die Technik wurde ebenfalls aufgefrischt. Auch beim CLS heißt das Zauberwort jetzt Konnektivität. Dabei integriert Mercedes das Smartphone des Besitzers in das Infotainmentsystem. Darum ziert ein iPad-ähnlicher freistehender Bildschirm das Armaturenbrett. Allerdings ist der Rahmen des Displays genauso groß wie die Anzeigefläche. So ähnelt der Acht-Zoll-Bildschirm einem alten Plasma-TV.

Auch wenn die Software erneuert wurde, hat es das neue Comand-System im CLS nicht geschafft den nächsten Schritt zu machen. Das Touchpad sucht man vergebens und auch die Menüführung ist weniger intuitiv, als das bei Konkurrenten wie BMW oder Audi der Fall ist. Die Technik-Offensive im Benz wirkt also eher gewollt und nicht gekonnt. Beispielsweise gibt es keine Taste, mit der die Surroundview-Kamera per Knopfdruck aktiviert werden kann. Will man diese Funktion aktivieren, muss man diese Funktion als Favorit auf die Sternentaste legen.

Edel-Helfer aus der S-Klasse

Bei den Assistenzsystemen folgt der aufgefrischte Mercedes CLS der S-Klasse. Deswegen können sich jetzt auch die CLS-Fahrer über das kurzfristig autonome Fahren im Stopp- und Go-Verkehr freuen. Der Notbrems-Assistent ist serienmäßig. Das Fahren geht bei einem Mercedes-Benz immer komfortabel vonstatten. Wenn es mal sportlicher voran geht, zeigt sich, dass der CLS mehr Gleiter als Radius-Künstler ist. Wer nach einem Plus an Traktion giert, sollte sich die Allradversionen genauer anschauen. Für großgewachsene Personen jenseits von 1,90 Meter wird es auf den vorderen Sitzen um den Kopf herum eng. Im Fond schaut es für Sitzriesen nicht viel besser aus. Mercedes-Technikvorstand Thomas Weber ist, wohl wegen der stabilen Absatzzahlen und trotz offensichtlicher Schwächen, von der dezenten Modellpflege des CLS angetan: "Deswegen haben wir es optisch nur minimal verändert." Webers Euphorie täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, dass die Modellpflege dünn ausgefallen ist.

Neue 485-Meter-Scheinwerfer

Die große Neuerung in der Physiognomie des Edel-Coupés ist das Multibeam-LED-Licht. 24 einzelne LEDs können in 255-Dimm-Stufen individuell angesteuert werden und sorgen so für eine bessere Ausleuchtung der Fahrbahn. Bei ersten Tests in der Nacht, überzeugten die neuen Augen des CLS auf beeindruckende Weise. Die Reichweite der Scheinwerfer beträgt bis zu 485 Meter, das sind 100 Meter mehr als beim Vorgänger. Die Entwicklung geht weiter: Die nächste LED-Scheinwerfer-Generation wird bis zu 658 Meter weit leuchten können. Mehr erlaubt der Gesetzgeber nicht.

Der Mercedes CLS 220 Bluetec ist ab 54.085,50 Euro zu haben. Damit wird der Einstieg in die CLS-Welt billiger; aber es gibt eben nur einen kleinen Vierzylinder, der kaum an BMW 6er Gran Coupé oder Porsche Panamera kratzen kann. Aber auch einige andere Modelle wurden günstiger: Der CLS 350 Bluetec kostet mit 61.463,50 Euro über 3000 Euro weniger als bisher. Das ist doch mal eine Ansage, die die Modellpflege gleich verlockender aussehen lässt.

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