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Smudo verteidigt Luca-App gegen Löschaufruf

Von dpa, jnm

11.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Smudo: Der Rapper hatte die Luca-App stark beworben.
Smudo: Der Rapper verteidigt die Luca-App gegen Angriffe (Quelle: Axel Heimken/dpa)
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Nach harscher Kritik an der Luca-App, sowie Aufrufen von Politikern, die App vom Handy zu löschen, hat Rapper Smudo die Anwendung verteidigt. Er halte eine Deinstallation derzeit "fĂŒr verantwortungslos".

Der Rapper Smudo hat die Luca-App zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie gegen VorwĂŒrfe von Netzpolitikern der GrĂŒnen und der FDP verteidigt. FĂŒr deren Aufruf, die App zu deinstallieren, habe er kein VerstĂ€ndnis, sagte der KĂŒnstler am Dienstag der "Bild". "Ich halte es fĂŒr verantwortungslos, dass ein Aufruf von ein bis zwei mir bisher nicht bekannter Politiker dazu fĂŒhren könnte, dass mitten in der pandemischen Lage Menschen die Luca-App löschen." Smudo ist an der Betreibergesellschaft der Luca-App wirtschaftlich beteiligt.

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Die Anwendung ist seit Monaten Gegenstand einer öffentlichen Kontroverse. Zuletzt entzĂŒndete sich die Kritik an einem Vorfall in Mainz.

Dort hatte die Polizei gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen eines tödlichen Sturzes in einer GaststĂ€tte auf Daten aus der Luca-AppzurĂŒckgegriffen. Danach hatten einzelne Politiker öffentlich dazu aufgerufen, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen, und die BundeslĂ€nder aufgefordert, auslaufende VertrĂ€ge mit dem Anbieter nicht zu verlĂ€ngern.

Vorgehen der Behörden war illegal

Das Vorgehen der Behörden in Mainz war von den Luca-Machern selbst kritisiert worden. Nach dem Infektionsschutzgesetz dĂŒrften aus dem System keine Daten zum Zwecke der Zeugensuche oder Strafverfolgung abgerufen werden, erklĂ€rte die Betreibergesellschaft Culture4life. "Das Handeln von Polizei sowie von Gesundheitsamt war nicht durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt, was die Behörden auch eingerĂ€umt haben."

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Smudo sagte nun der "Bild", die Luca-App helfe gegenwÀrtig jeden Tag effektiv, Infektionsketten zu unterbrechen. "Falls sich ein Bundesland dagegen entscheidet, rechtfertigt das nicht einen deutschlandweiten Aufruf. Das ist schlichtweg verantwortungslos. Wer im Steilhang hÀngt, wirft doch kein Seil weg."

Offen ist allerdings, wie hilfreich die Luca-App derzeit tatsĂ€chlich ist. Laut Recherchen von netzpolitik.org wurde in der letzten Dezember-Woche und der ersten Januarwoche kein einziger Kontakt von den GesundheitsĂ€mtern ĂŒber die via Luca zur VerfĂŒgung gestellten Kontaktdaten nachverfolgt.

Spekulationen ĂŒber PlĂ€ne zum Verkauf der Luca-App dementierte Smudo in dem Interview energisch. "Derlei GerĂŒchte lasse ich fĂŒr gewöhnlich unkommentiert. Aber hier möchte ich sagen: Wir wollen Luca persönlich an die Herausforderungen der Pandemie anpassen. Wir haben allein in den letzten Wochen mit "2G-plus" und Luca Connect zwei Updates gemacht, die GesundheitsĂ€mter und Betreiber ein ganzes StĂŒck weiterbringen. Diesen Innovationsweg wollen wir weitergehen."

Corona-Warn-App könne alles besser

Der digitalpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Maximilian Funke-Kaiser, bekrĂ€ftigte am Dienstag seine Kritik an der Luca-App. "Die vergangenen Meldungen ĂŒber SicherheitslĂŒcken, die Art der Speicherung sensibler Daten ohne wirksame Absicherung sowie unzufriedene GesundheitsĂ€mter und der Fall in Rheinland-Pfalz wecken zu Recht Zweifel an der Luca-App und dem Umgang mit angesprochenen Sicherheitsbedenken." Klar sei, alle Akteure und vor allem die Behörden mĂŒssten sich den aufkommenden Fragen stellen und ihrerseits die Konsequenzen tragen. "Nur ein offener Umgang damit ist verantwortungsvoll."

Der Gesundheitsschutz und die einfache RĂŒckverfolgung von Kontakten sei enorm wichtig, erklĂ€rte Funke-Kaiser. Nichtsdestotrotz dĂŒrfte der Datenschutz weder von Unternehmen noch von staatlichen Institutionen unbeachtet bleiben. "DafĂŒr steht auch die Corona-Warn-App bereit. Die Luca-App kann nichts, was sie nicht besser kann."

In der Corona-Warn-App werden Risikosituationen anonymisiert ausgewertet, ohne dass die noch von den meisten Infektionsschutzverordnungen der LÀnder vorgeschriebene Erfassung von persönlichen Kontaktdaten stattfindet.

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Allerdings erlaubt eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes den LĂ€ndern bereits seit Ende vergangenen Jahres, auf die Erfassung der persönlichen Kontaktdaten zu verzichten und die Nachverfolgung durch einen QR-Code fĂŒr die Registrierung in der Corona-Warn-App zu gewĂ€hrleisten, was die Luca-App dann tatsĂ€chlich ĂŒberflĂŒssig macht.

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