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Wohin mit alten Smartphones? Diese Organisationen nehmen Handy-Spenden an


Diese Organisationen freuen sich über Handy-Spenden

Von Christiane Schulzki-Haddouti

Aktualisiert am 12.07.2019Lesedauer: 5 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Alte Handys und Smartphones liegen auf einem Tisch: Ausgemusterte Modelle kann man an wohltätige Organisationen spenden.
Alte Handys und Smartphones liegen auf einem Tisch: Ausgemusterte Modelle kann man an wohltätige Organisationen spenden. (Quelle: Michael Eichhammer/imago-images-bilder)
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Schlummert das alte Handy noch friedlich in der Schublade? Für manche Handys sind noch ein paar Euros auf dem Gebrauchtmarkt zu erzielen. Wer mit dem Gerät lieber etwas Gutes tun möchte, kann sein Handy an verschiedene gemeinnützige Projekte weitergeben.

Je kleiner der Verein, desto größer der Effekt. Das ist das Ergebnis einer kleinen Recherche von t-online.de.

Notfallhandy für bedürfte Kinder

Funktionieren die alten Geräte noch, freut sich das Projekt "Notfallhandy", das vor zwei Jahren gestartet wurde. Der Verein "We4Kids", dessen Ehrenamtliche in Jugendclubs arbeiten, gibt die Geräte an bedürftige Kinder in Deutschland mit einer nicht aktivierten Prepaidkarte weiter, damit sie dieses im Notfall verwenden können.

Jedes Kind kann sich mit einer Bitte um ein Gebrauchthandy an den Verein wenden. Als Nachweis für die Bedürftigkeit verlangt der Verein einen Leistungsbescheid des Sozialamts. Die Prepaidkarte muss von den Eltern aktiviert werden.

Im letzten Jahre wurden 680 Handys verteilt, in diesem Jahr sind es bereits 178. "Die Anfragen reißen nicht ab. Wir sind daher laufend auf der Suche nach entsprechenden Handyspenden", erzählt Bernd Lehmann. "Das zweite Leben des Handys kann wirklich Kindern helfen, vor allem im ländlichen Bereich." Dort gebe es kaum karitative Einrichtungen, die sich um bedürftige Kinder kümmern können.

Die Handys gehen an Kinder ab der 5. Klasse. Lehmann erzählt, dass kürzlich ein Jugendlicher dank des Handys einen Radunfall melden und als Unfallzeuge bereitstehen konnte. Der Verein akzeptiert auch Handys mit kaputtem Display oder einer alten Batterie. "Wenn das Handy einen halben Tag noch durchhält, ist es für unsere Zwecke in Ordnung", sagt Lehmann.

Funktionieren die Geräte nicht mehr, gibt sie der Verein an Recycling-Unternehmen weiter. Das ist bei etwa 30 Prozent der Spenden der Fall. 20 Prozent kommen in den Wiederverkauf, um das Projekt querzufinanzieren. Da die Einnahmen aber nicht genügen, um die Verpackung, den Versand und die Prepaid-Karten zu finanzieren, sammelt der Verein auch Geldspenden.

Berggorillas helfen

Der Verein Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. sammelt Handys zur Unterstützung seiner Projekte. Der Verein hilft denen, die etwa im Kongo von staatlicher Seite zum Schutz der Gorillas und ihre Wälder angestellt sind. Er informiert die Menschen, die im Gorillagebiet leben und unterstützt sie. In Notfallsituationen hilft der Verein direkt. Der Verein arbeitet ehrenamtlich und benötigt daher nur einen geringen Teil der Spenden für Verwaltung.

Vereinssprecher Burkhard Bröcker sagt: "Die Handysammel-Aktion ist dauerhaft und nicht befristet." Man freue sich über jede Zusendung, ob von Einzelpersonen, Jugendgruppen oder Firmen. 2018 hat der Verein rund 650 Euro Erlöse aus dem Recycling erzielen können. Das Sortieren und der Weiterversand macht der Verein selbst, es entstehen nur Versandkosten.

Mehrere Zoos haben dem Verein außerdem Spenden aus den bei ihnen stattgefunden Handy-Sammelaktionen in Höhe von rund 4.500 Euro zukommen lassen. Burkhard Bröcker: "Absolut gesehen ist das kein sehr großer Betrag, aber für einen kleinen Verein wie uns stellt das einen wertvollen Spendenanteil dar."

Vodafone erzielt keine Spendenerlöse mehr aus dem Recycling-Geschäft

Vodafone Deutschland hat seit 2002 rund 1,7 Millionen Handys recycelt und knapp 2 Millionen Euro an soziale Einrichtungen überwiesen. Auf diese Weise konnten mehr als 60 verschiedene soziale Einrichtungen unterstützt werden. Noch immer kann jeder alte und defekte Handys bei Vodafone abgeben und Altgeräte recyceln lassen, doch das findet im Rahmen der gesetzlichen Rücknahmeverpflichtung statt.

Konzernsprecher Volker Petendorf sagte t-online.de, dass "die Entsorger nichts mehr für Alt-Handys zahlen, sodass hier aktuell kein Erlös mehr erwirtschaftet werden kann und auch keine gemeinnützigen Organisationen mehr aus dem Alt-Handy-Recycling unterstützt werden können." Für Vodafone seien daher das Recycling von Alt-Handys mittlerweile "unterm Strich ein Minus-Geschäft". Vodafone unterstütze jedoch weiterhin verschiedene gemeinnützige Organisationen in Deutschland, allerdings nicht mehr über das Handy-Recycling.

Mangelnde Transparenz bei der Deutschen Telekom

Sammelaktionen gibt es auch seitens der Telekommunikationsunternehmen. Die Deutsche Telekom organisiert in Kooperation mit dem Aufarbeitungsunternehmen TeqCycle über das "Handysammelcenter". Dort werden verschiedene gemeinnützige Projekte vorgestellt, die unterstützt werden. Dazu gehören beispielsweise ein Affenwaisenhaus von Pro Wildlife, eine Nachhaltigkeitskampagne im Saarland oder die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die Gorillas unterstützt.

Konkrete Zahlen, wie viel diese Projekte mit Hilfe der Handyspenden einnehmen, werden auf der Seite allerdings nicht veröffentlicht. Zum Thema "Das haben wir schon gemeinsam erreicht" hat das Handysammelcenter die in Magenta-Farbe unterlegte Zahl 2.796.570 veröffentlicht. Ob es sich dabei um die Zahl der Geräte oder die Euro-Summe der Erlöse handelt und ob sich die Zahl auf 2018 oder auf das Gesamtprojekt bezieht, bleibt jedoch unklar. Auf mehrfache Bitte von t-online.de die Spendenzahlen zu konkretisieren, reagierte das TeqCycle nicht.

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Wir haben daher bei einem der genannten Projekte stichprobenhaft nachgefragt. Pro Wildlife gab an, dass sie 2018 mehr als 6.000 alte Handys, Tablets und Smartphones an Teqcycle geben konnte. "Unser Hauptziel bei dieser Aktion ist die Wiederverwertung der Rohstoffe", sagt Sprecherin Sandra Henoch. Laut Pro Wildlife gehen die Erlöse in ein Affenschutzprojekt. Laut dem Jahresbericht der Organisation, mussten auch erstmals Plakate gedruckt werden, die im Rahmen der Handysammelaktion gebraucht wurden. Dabei handele es sich aber nur um einen Bruchteil des Geldes.

Quantensprünge in Burkina Faso

Der Sammelzweck ist bei der Entscheidung, an wen man sein ehemals geliebtes Handy spenden möchte, sicherlich wichtig. Wenn das Handy noch funktioniert, sollte es an eine Organisation gehen, die diese Handys für den weiteren Gebrauch fit macht. Beispielsweise sammelt auch der Christliche Verein Pro-Burkinabé Handys samt Ladekabel, aber auch Brillen für Menschen im afrikanischen Burkina Faso. "Handys sind dort so gefragt wie bei uns", sagt der Rainer Kotz auf Nachfrage von t-online.de. "Praktisch jeder Burkinabe hat oder möchte ein Smartphone", das sei wie ein "Quantensprung". Wenn Mitte Juli der Pastor aus Burkina Faso wieder in Deutschland ist, "würde er sich sicher freuen, einige Geräte mitnehmen zu können".

Für den Artikel wurden noch zahlreiche weitere Organisationen angefragt, die auf ihrer Website Handysammel-Aktionen betreiben. Viele reagierten nicht. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die Aktionen möglicherweise nicht mehr für jeden lohnen. Vor dem Spenden sollte man sich daher vergewissern, dass die Aktionen noch laufen. Der Schaden ist aber auch nicht groß: Schlimmstenfalls geben diese Organisationen die Handys in einem kommunalen Wertstoffhof ab, ohne etwas dafür zu bekommen.

Hinweis: Das Portal t-online.de ist ein unabhängiges Nachrichtenportal und wird von der Ströer Digital Publishing GmbH betrieben.

Update 15.07.2019: In der Ursprungsversion des Textes stand, dass Pro Wildlife die Erlöse in die Öffentlichkeitsarbeit investiert. Laut einer Sprecherin gehen die Erlöse aber auch in ein Affenschutzprojekt. Der entsprechende Absatz wurde abgeändert.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • We4Kids
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