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Intel, AMD und Qualcomm: Chiphersteller kämpfen um Vorherrschaft

Neues von Intel, AMD und Qualcomm  

Chiphersteller kämpfen um die Vorherrschaft

05.01.2022, 13:36 Uhr | t-online, jnm

Intel, AMD und Qualcomm: Chiphersteller kämpfen um Vorherrschaft.  (Quelle: AMD)

AMD-Präsentation der neuen Chips (Quelle: AMD)

Auf der CES zeigen die großen Chiphersteller ihre Neuheiten – und ihre großen Ambitionen. Klar ist: Die Zeit der überwältigenden Intel-Dominanz scheint endgültig vorbei zu sein.

Jahrzehntelang war der Markt für Prozessoren recht übersichtlich: Die wesentliche Plattform für CPUs hieß PC und in der überwiegenden Zahl der Geräte steckte ein Rechenkern vom amerikanischen Chip-Konzern Intel.

Heute ist der Markt deulich diverser – auch weil es mittlerweile mehr Plattformen gibt, in denen Chips mit viel Rechenpower eingebaut werden. Bei den Windows-PCs ist Intel zwar noch immer Marktführer, doch Konkurrent AMD ist mit seinen Ryzen-Prozessoren in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Intel herangerückt: Im vergangenen Jahr konnte Intel laut CPUBenchmark.net nur noch rund 60 Prozent des Marktes für sich verbuchen, AMD knapp 40 Prozent. Nur drei Jahre zuvor lag Intel noch bei rund 80 Prozent.

Wenig Überraschung bei Intel

Tatsächlich zeigte Intel anlässlich der CES nur bedingt Neues: Die neuen Prozessoren gehören allesamt zur bereits im Herbst vorgestellten 12. Chipgeneration Alder Lake. Für Notebooks gibt es nun allerdings erstmals auch von dieser Generation Varianten, die mit einer Mischung aus Hochleistungs- und Energiesparkernen betrieben werden.

Damit will Intel auch Apples höchst effizienten M1-Chips Konkurrenz machen, die im Vergleich zu Intels Prozessoren bei gleicher oder höherer Leistung mit deutlich weniger Energie auskommen. Immerhin in Sachen Geschwindigkeit will Intel mit seinem neuen Core i9-12900HK wieder Bestmarken setzen.

AMD zeigt neue Mobil-Chips

AMD reichte dagegen die mobilen CPUs seiner Ryzen-6000-Generation nach. Die Prozessoren sollen deutlich effizienter sein – bei Anwendungen wie einem Teams-Call oder einem Netflix-Stream soll der Prozessor 30 bis 40 Prozent weniger Energie verbrauchen. Im Frühjahr komme zudem der Ryzen 7 5800X3D, mit dem AMD den Titel für die schnellste Gaming-CPU von Intel zurückerobern will.

Noch spannender ist allerdings, dass AMD erstmals für die integrierte Grafik auf die RDNA2-Architektur setzt – die etwa auch in den aktuellen Radeon-Grafikkarten und bei der Playstation 5 und der Xbox Series zum Einsatz kommt. Das sorge für verdoppelte Grafikleistung und ermögliche das Spielen aktueller Videogames ohne separaten Grafikchip im Notebook – allerdings nur in 1080p-Auflösung und mit mittleren oder niedrigen Grafikdetails.

Ebenfalls neu vorgestellt wurden einige Radeon-Grafikkarten, die nun im 6nm-Verfahren hergestellt werden und deshalb noch etwas effizienter sind. Einen Ausblick gab es außerdem auf eine ganz neue Prozessorgeneration: Die Ryzen-7000-Reihe werde mit Zen-4-Architektur und neuem AM5-Sockel kommen, allerdings erst im zweiten Halbjahr 2022. Mehr Details zur Vorstellung lesen Sie hier.

Qualcomm erobert weitere Geschäftsbereiche

Doch ein drittes Unternehmen könnte künftig zu einem Problem für Intel und AMD werden – Qualcomm. Die Firma kannte man in der Vergangenheit hauptsächlich als Hersteller von Prozessoren für Mobiltelefone und Tablets. Bislang gab es hier kaum Überschneidungen zwischen der Computer- und der Handywelt – schließlich setzte Qualcomm bei seinen Snapdragon-Prozessoren auf die ARM-Architektur. Die galt lange Zeit zwar als sehr effizient, aber eben nicht ausreichend leistungsfähig für PCs.

Spätestens die beeindruckenden Ergebnisse von Apples M1-Prozessoren – sie basieren ebenfalls auf ARM – haben gezeigt, dass das nicht mehr stimmt. Das sieht auch Qualcomm so: "Der Übergang zu ARM-Technologie ist unausweichlich", sagte Qualcomm-Chef Cristiano Amon auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Doch bis hier der Umbruch kommt, könnte es noch ein paar Jahre dauern.

Qualcomm kann sich indes auch auf andere neue Geschäftsbereiche stützen. Etwa auf den Einsatz seiner Chips in immer autonomer agierenden Autos. Hier werden leistungsfähige Chips an vielen Stellen benötigt – etwa für Fahrhilfen, Entertainment-Funktionen, Datenverbindungen per LTE, 5G und Wifi oder Sicherheits-Funktionen. Für alle Bereiche bietet Qualcomm bereits Lösungen an.

Auch in Sachen Metaverse kündigte das Unternehmen eine neue Partnerschaft an: Gemeinsam mit Microsoft arbeite man an speziellen Chips für AR-Brillen der nächsten Generation. Chips des Unternehmens stecken bereits in verfügbaren Brillen wie etwa Microsofts HoloLens 2 oder Facebooks Oculus Quest 2.

Sollten Intel und AMD hier keine überzeugenden Lösungen einfallen, könnte Qualcomm sich in den kommenden Jahren als übermächtiger Dritter im Chip-Wettstreit erweisen.

Verwendete Quellen:

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