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Sony steht vor großflĂ€chigem Umbau

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 07.02.2014Lesedauer: 3 Min.
Sony Vaio-Notebook
Sony verkauft die Vaio-Sparte (Quelle: /Hersteller-bilder)
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Der japanische Unterhaltungskonzern Sony hat seine Vaio-Sparte verkauft. Der radikale Schritt soll den Elektronik-Riesen auf lange Sicht profitabler machen. Auch mit Fernsehern macht Sony seit Jahren Verluste, die Bravia-Sparte wird ausgegliedert.

Das PC-GeschÀft mit der Marke Vaio soll an den Tokioter Investmentfonds Japan Industrial Partners gehen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der PC-Markt ist auf einer rasanten Talfahrt, weil die Kunden lieber Smartphones und Tablets kaufen. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der branchenweite Absatz der Notebooks und Desktop-Rechner um zehn Prozent.


Fernseher mit 32 bis 42 Zoll bei Stiftung Warentest 2/2014

Toshiba 32L4363DG
Sony KDL-32W655A
+3

Sony bei Smartphones wenig erfolgreich

Zwar ist Sony auch bei Smartphones und Tablets im GeschĂ€ft, doch sonderlich erfolgreich sind die BemĂŒhungen nicht. Die Marktanteile bei Smartphones liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, in vielen Statistiken wird Sony als Hersteller gar nicht separat aufgefĂŒhrt, sondern unter "Sonstige" eingruppiert.

Samsung dominiert den Markt nach Belieben, danach kommen Apple, Huawei und LG. Eher als Sony wird es aufstrebenden Herstellern wie ZTE oder Lenovo zugetraut, die große LĂŒcke hinter Samsung und Apple zu fĂŒllen.

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An der Modell-Vielfalt sollte es nicht liegen, denn Sony hat eine Auswahl zu bieten, die nur von Samsung ĂŒbertroffen wird. Nahezu jedes BedĂŒrfnis wird bedient, allein im 5-Zoll-Format stehen vier verschiedene Modelle zur Wahl. Möglicherweise ist die große Auswahl nicht die Lösung, sondern das Problem.

Das Tablet-Segment, das zu Lasten von Desktop und Notebook wĂ€chst, wird von Sony stiefmĂŒtterlich bedient. Nur zwei Modelle werden gebaut, in den GrĂ¶ĂŸen unterhalb von neun Zoll hat Sony nichts anzubieten.

Riesenproblem bei Fernsehern

Doch das grĂ¶ĂŸte Problem des Traditionskonzerns ist das GeschĂ€ft mit TV-GerĂ€ten, in dem Sony seit Jahren in großem Stil Geld verliert. Die zum Juli geplante Abspaltung in eine eigene Gesellschaft wirft die Frage auf, ob Sony-Chef Kazuo Hirai nicht mit dem Gedanken spielt, diesen Kernbereich auch abzustoßen.

Wie auch bei Smartphones dominiert Samsung das GeschĂ€ft mit Fernsehern, alle weiteren Hersteller mĂŒssen den wenig ertragreichen Rest unter sich aufteilen. Panasonic gab die Plasma-Fernseher-Produktion auf – einst eines der VorzeigestĂŒcke des Unternehmens. Philips hat lĂ€ngst seine TV-Sparte abgespalten, auch andere Hersteller wie Loewe stehen gewaltig unter Druck.

TV-Markt setzt immer neue Kaufanreize

Der TV-Markt leidet unter dem Boom der Vorjahre: In den letzten Jahren hat die Mehrzahl der Verbraucher ihre RöhrengerÀte gegen Flachbildfernseher eingetauscht und damit den Bedarf gedeckt. Mittlerweile sind die Fernseher technisch weitgehend ausgereift, ein Neukauf ist aus diesem Grund nicht notwendig.

Die Neuanschaffungszyklen sind bei Fernsehern deutlich lÀnger als etwa bei Smartphones. Die Hersteller versuchen deshalb zwar immer wieder, neue Kaufanreize zu schaffen, sind damit aber nicht sehr erfolgreich.

Die neuesten Trends sind beispielsweise 4K und gebogene GehĂ€useformen. Doch vielen Kunden reichen selbst 3D und Smart-TV nicht als Kaufgrund aus. Und so lange es kein 4K-Material gibt, besteht kaum ein objektiver Anlass, bei dieser Technik einzusteigen – auch wenn die Preise inzwischen drastisch gesunken sind.

Was bleibt Sony?

Im GeschÀft mit Unterhaltungselektronik gab es trotz roter Zahlen bei Fernsehern einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Yen, also etwa 46 Millionen Euro. Die Spiele-Sparte ging mit dem Start der neuen Konsole Playstation 4 durch die Decke und verdiente 130 Millionen Euro.

Zugleich erwies sich das Entertainment-GeschĂ€ft abermals als wichtiger StĂŒtzpfeiler. Das Filmstudio erwirtschaftete dank Hits wie "Wolkig mit Aussicht auf FleischbĂ€llchen 2" einen operativen Gewinn von 176 Millionen Euro, und der Musikbereich brachte 157 Millionen Euro ein.

Der US-Investor Daniel Loeb drÀngt Sony derzeit dazu, den Entertainment-Bereich an die Börse zu bringen und das Geld in die Sanierung der Elektronik-Sparte zu stecken. Mit der Abspaltung des FernsehgerÀte-GeschÀfts könnte Sony jedoch umgekehrt den Plan verfolgen, sich auf Unterhaltung zu konzentrieren.

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