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Abzocke in Corona-Krise: Ebay-Händler verlangen Wucherpreise für Klopapier und Co.

Ärger über Ebay-Kleinanzeigen  

Händler verlangen Wucherpreise für Klopapier und Co.

23.03.2020, 17:56 Uhr
Supermarktbesitzer hat genug von Hamsterkäufen – und handelt

Mit einer ungewöhnliche Aktion will ein Rewe-Händler im rheinland-pfälzischen Rengsdorf gegen Hamsterkäufe vorgehen: Ab der zweiten Packung Klopapier verlangt Einzelhändler Michael Glück einen Aufschlag. (Quelle: dpa)

Statt Klopapier nur leere Regale: So geht Supermarktbesitzer Michael Glück jetzt gegen Hamsterkäufe vor. (Quelle: dpa)


Aus Angst vor der Coronavirus-Pandemie horten viele Menschen Klopapier und Desinfektionsmittel. Offenbar geht es dabei nicht immer nur um den Eigenverbrauch: Auf Ebay-Kleinanzeigen häufen sich jetzt die Wucherangebote für begehrte Waren. 

Eine Packung Klopapier für 50 Euro oder drei Päckchen Trockenhefe vom Discounter für 16,50 Euro: Solche und ähnliche Angebote finden sich derzeit massenhaft auf den Handelsplattformen und in den Online-Kleinanzeigen wie etwa bei Ebay

Dabei handelt es sich fraglos um Wucher. Die Verkäufer versuchen, aus der großen Nachfrage und dem Mangel in den Supermärkten Kapital zu schlagen. 

Und die Rechnung geht offensichtlich auf: Screenshots zeigen, dass es für die überteuerten Produkte tatsächlich interessierte Käufer gibt. Teilweise wurden Hunderte Bestellungen aufgegeben – beispielsweise für Klopapier zum dreifachen des Einkaufspreises, die Versandkosten nicht mit eingerechnet. Der Verkäufer kann sich über einen Gewinn von mehreren Tausend Euro freuen.  

Ebay ist sich des Problems bewusst, gibt aber auf Twitter zu, gegenüber der Flut an unmoralischen Angeboten machtlos zu sein. Nutzer können unzulässige Inserate zwar direkt auf der Seite melden. Doch das Unternehmen kommt mit dem Löschen kaum hinterher. Derzeit würden Angebote zu Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln priorisiert. 

Klopapier ist "nicht lebensnotwendig"

Anders als bei Klopapier bestehe hier nämlich eine potenziell lebensbedrohliche Knappheit, begründet der Unternehmenssprecher Pierre Du Bois das Vorgehen. Bereits Ende Februar habe Ebay Kleinanzeigen beschlossen, den Handel mit Desinfektionsmitteln gänzlich zu verbieten. Der Verkauf von Atemmasken ist seit einer Woche untersagt.

Mehrere Hundert "Krisengewinnler" sollen bereits von der Plattform geflogen sein, weil sie versucht hatten, solche medizinischen Hilfsmittel zu überteuerten Preise zu verkaufen, schätzt Du Bois. "Auf dem Höhepunkt haben wir bestimmt 4.000 Anzeigen mit Desinfektionsmitteln auf der Plattform gesehen", berichtet Du Bois. "Da tun sich regelrechte menschliche Abgründe auf." 

In seinen Grundsätzen äußert sich Ebay deutlich zu solchen Praktiken: "Angebote, die von Naturkatastrophen und tragischen Ereignissen (wie dem Ausbruch des Coronavirus) profitieren, sind verboten", heißt es da. 

Ebay kann Hehlerware nicht ausschließen

Den blühenden Versandhandel mit Klopapier und Trockenhefe sieht Ebay aber offenbar nicht ganz so eng. Hier droht Verkäufern auch weiterhin keine Kontosperre – selbst dann nicht, wenn sie Wucherpreise aufrufen. "Das wird der Markt von sich aus regeln", so der Ebay-Kleinanzeigen-Sprecher zuversichtlich. 

Nur neu eingestellte Inserate zu Desinfektionsmitteln und Atemmasken werden umgehend gelöscht, entweder automatisch, oder nachdem ein Nutzer sie gemeldet hat. "Solche Anzeigen werden Sie nur noch ganz wenige sehen und wenn, dann nur noch für kurze Zeit", so Du Bois.  

Dabei gehe es nicht nur um den Kampf gegen Wucherpreise. Es stehe auch zu befürchten, dass aus Krankenhäusern und anderen Einrichtungen gestohlene Hygieneartikel ihren Weg auf die Onlineplattformen finden. Dabei kann Hehlerei, sofern sie denn entdeckt wird, mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. 

Verwendete Quellen:

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