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Der "Flight Simulator 2020" ist ein technischer Meilenstein

Von t-online, avr, jnm

Aktualisiert am 17.08.2020Lesedauer: 5 Min.
Ein Flugzeug ĂŒber Rio de Janeiro: Der Flight Simulator 2020 ist so realistisch wie nie
Ein Flugzeug ĂŒber Rio de Janeiro: Der Flight Simulator 2020 ist so realistisch wie nie (Quelle: Microsoft)
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Der neue "Flight Simulator" von Microsoft erscheint am Dienstag und bietet noch nie dagewesenen Realismus. Wir zeigen, was im Titel steckt und warum sich auch fĂŒr Nicht-Simulator-Fans ein Blick lohnt.

Wer mal das Pilotendasein erleben will, kann entweder fĂŒr mehr als 10.000 Euro einen Pilotenschein machen oder sich einen Flugsimulator kaufen. Auf den Markt gibt es viele Angebote, beispielsweise das kostenlose "FlightGear" – doch ausgerechnet die wohl Ă€lteste und prestigetrĂ€chtigste Serie, der "Flight Simulator" von Microsoft, bietet seit ĂŒber zehn Jahren keine aktuelle Version mehr an. Am Dienstag Ă€ndert sich das wieder. Wie die neue Ausgabe aussieht, sehen Sie oben im Video oder hier.


So sah der "Flight Simulator" frĂŒher aus

Der "Microsoft Flight Simulator" gehört zu einem der bekanntesten Flugsimulatoren. In unserer Fotoshow sehen Sie, wie sich das Programm im Laufe der Jahre entwickelt hat.
Der erste "Microsoft Flight Simulator" erschien 1982 fĂŒr PCs. UrsprĂŒnglich wurde der "Flight Simulator" 1979 von dem Unternehmen Sublogic fĂŒr den Apple II entwickelt. Microsofts Version hatte verbesserte Grafik, wechselhaftes Wetter und ein neues Koordinatensystem.
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1982 erschien die erste Version der Flugsimulation und lange gehörte das Spiel zum festen Repertoire von Microsoft – wie Windows oder Office. 2006 veröffentlichte das Unternehmen den"Flight Simulator X". Doch 2009 schloss Microsoft das Entwicklerstudio Aces Game Studio, das bisher fĂŒr die Flugsimulation verantwortlich war. Ob jemals wieder ein "Flight Simulator" folgen wĂŒrde, war darum lange offen.

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Auf der Spielemesse E3 verkĂŒndete Microsoft im vergangenen Jahr aber ĂŒberraschend einen neuen Teil: den "Flight Simulator 2020." Am 18. August erscheint der Titel, entwickelt wird er vom französischen Entwickler Asobo Studios. Die Flugsimulation will vor allem mit Umfang und Realismus beeindrucken. Wir zeigen, was Fans ab Dienstag erwarten können.

Landschaft mithilfe von Bing Maps erstellt

Wer sich eines der Preview-Videos auf YouTube anschaut, dem wird sofort der hohe Detailgrad der Simulation auffallen: Nicht nur die Flugzeuge und das Cockpit, sondern auch die Landschaft kann mit sehr detaillierter Grafik in bis zu 4K-Auflösung beeindrucken. Ein erster kurzer Vorabtest der t-online.de-Redaktion bestĂ€tigte diesen Eindruck: So realistisch, so umfangreich und so beeindruckend war bislang keine Flugsimulation fĂŒr den heimischen PC.

Um die Landschaft so realistisch wie möglich darzustellen, hat das von Microsoft beauftragte Asobo Studios fĂŒr den neuen "Flight Simulator" realistisches Kartenmaterial sowie Luftbilder von Bing Maps benutzt, wie die Entwickler in einem Interview erklĂ€ren. Die 3D-Umgebung wird von Microsofts Cloud-Service Azure generiert. Das funktioniert aber nur, wenn Spieler wĂ€hrend des Fliegens mit dem Internet verbunden sind. Wer den Titel offline nutzen will, muss entsprechende Inhalte vorher herunterladen.

Wie spektakulĂ€r gut das aussieht, erwies im Kurztest ein Flug ĂŒber das virtuelle Berlin: Bisweilen meint man, aus einem echten Flugzeug zu schauen – im Tiefflug sieht man kleine Autos und zigtausende, teils realistisch nachgebildete GebĂ€ude Berlins. Den Berliner Fernsehturm erkennt man schon aus kilometerweiter Entfernung, auch der umliegende Alexanderplatz samt zugehörigem Bahnhof mit rundem Glasdach ist unzweifelhaft zu identifizieren. Sogar das GebĂ€ude, das die t-online.de-Redaktion in Berlin beherbergt, ließ sich schon beim ersten Tiefflug ĂŒber die Torstraße klar ausmachen – insgesamt sehr beeindruckend. Schiebt man wĂ€hrend des Fluges den Tageszeiten-Regler weiter nach rechts, wird die Welt in die goldene Abendsonne getaucht, schiebt man noch weiter, leuchtet durch das Cockpitfenster das strahlende Lichtermeer des nĂ€chtlichen Berlins. SpĂ€testens jetzt ist die Illusion perfekt – und der ein oder andere GĂ€nsehautmoment garantiert.

Wirklich spektakulĂ€r wird es dann, wenn man sich etwa mit einer kleinen Cessna tief in die Straßenschluchten von New York City wagt. So toll und realistisch sah die Metropole noch in keinem anderen Flugspiel aus. Beeindruckend ist dabei: Hier sind nicht nur ein paar Metropolen von Hand nachgebildet worden – der ganze Globus lĂ€sst sich auf diese Weise erkunden!

Fliegen bei jedem Wind und Wetter

Wind und Wetter sollen so realistisch wie möglich dargestellt sein. So werden Dinge wie die Windgeschwindigkeit, Windrichtung oder auch Luftfeuchtigkeit berechnet. Nutzer können auch auf WindphĂ€nomene wie Steig- und Fallwinde sowie Jetstream stoßen, wie die "Gamestar" berichtet. Flugzeuge, die den Jetstream nutzen, können beispielsweise Treibstoff sparen.

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FĂŒr das Wetter nutzt der Flugsimulator Echtzeitdaten des Schweizer Wetterdienstes meteoblue. Auch gibt es einen Tag-Nacht-Wechsel. Spieler können viele Einstellungen wie die Tageszeit oder die WetterverhĂ€ltnisse wĂ€hrend es Spiels anpassen.

Dazu können Nutzer auch auf Live-Flugdaten zugreifen und so auf Flugzeuge stoßen, die sich aktuell tatsĂ€chlich in der Luft befinden. Allerdings werden im Umkreis von 200 Kilometern nur 50 Flugzeuge gleichzeitig dargestellt, um die Systeme nicht zu ĂŒberlasten.

Ein Spiel zum Erkunden

Spieler können laut Microsoft mehr als zwei Millionen StĂ€dte besuchen, verschiedene Tiere entdecken und auch ĂŒberall dort landen, wo es im echten Leben möglich ist – also auch abseits von FlughĂ€fen. Dass die Server Karten- und Satellitendaten auch heute noch nicht perfekt in ein dreidimensionales Abbild ĂŒbersetzen können, sieht man meist erst beim Tiefflug ĂŒber gut bekanntes Terrain. Die kleine KĂŒstenstadt Flensburg etwa ist zwar unzweifelhaft wiederzuerkennen – allerdings sind nicht alle Kaianlagen perfekt, nicht alle dreidimensionalen GebĂ€ude korrekt umgesetzt. Zudem hat der Algorithmus sehr großzĂŒgig BĂ€ume im Stadtbereich gepflanzt. TatsĂ€chlich existieren viele davon nicht.

Wirklich stören tut das allerdings nicht – schon ab ein paar Tausend Fuß Höhe ist die Illusion auch fĂŒr Ortskundige perfekt.

An tausenden Stellen haben die Entwickler aber auch Hand angelegt um die Bereiche noch echter zu gestalten. Mehr als 37.000 FlughĂ€fen haben die Entwickler etwa hĂ€ndisch nachbearbeitet. Bis zu 40 FlughĂ€fen wurden sogar detailliert nachgebaut. Microsoft hat angekĂŒndigt, das Spiel fĂŒr mindestens zehn Jahre mit Updates zu versorgen. Die Welt soll anhand neuer Daten stetig verbessert werden. Und eine Virtual-Reality-UnterstĂŒtzung soll noch 2020 folgen.

FĂŒr AnfĂ€nger geeignet

Um Spieler Herausforderungen zu bieten, gibt es im "Flight Simulator 2020" AktivitÀten wie Landing Challenges. Hier können Nutzer ihre FlugfÀhigkeiten beweisen und mit anderen Spielern auf einer Highscore-Tabelle konkurrieren. Eine klassische Kampagne bietet der neue "Flight Simulator" aber nicht. Im Mehrspieler-Modus selbst können Nutzer mit anderen Spielern oder nur mit Freunden nach eigenen Regeln fliegen.

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Auch AnfĂ€nger sollen sich in dem Flugsimulator schnell zurechtfinden können. Das Spiel bietet verschiedene Assistenzsysteme, die beispielsweise die Instrumente prĂŒfen und oder den Funkverkehr ĂŒbernehmen. Die UnterstĂŒtzung lĂ€sst sich sehr fein einstellen. Das ermöglicht auch Einsteigern schon in den ersten Stunden spektakulĂ€re FlĂŒge ĂŒber GroßstĂ€dte und Naturwunder. Wer sich sicherer fĂŒhlt, kann mehr Systeme selbst ĂŒbernehmen. Ein gut gemachtes Tutorial fĂŒhrt Neulinge in einer Cessna an die Grundlagen des Fliegens heran. Wer spĂ€ter Jets ohne jegliche UnterstĂŒtzung fliegen möchte, muss sich allerdings auf dutzende Lernstunden einstellen. Allein die Zahl der Tastaturbefehle ist zu Beginn schnell ĂŒberwĂ€ltigend.

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Teures Steuerzubehör muss es zum Start erstmal nicht sein – auch wenn das natĂŒrlich die optimale Art ist, um die Flugzeuge zu steuern. Nur auf Tastatur und Maus sollte man sich allerdings auch nicht verlassen – damit lassen sich die Flugzeuge kaum ausreichend prĂ€zise Steuern. Ein Gamepad mit Analogsticks stellt aber einen guten Einstieg dar.

Drei Versionen verfĂŒgbar

Der "Flight Simulator 2020" erscheint am 18. August fĂŒr Windows 10. Er ist im Windows Store, auf Steam oder auch als physische Kopie erhĂ€ltlich, es mĂŒssen jedoch Inhalte nachgeladen werden. Eine Version fĂŒr Xbox One und Xbox Series X soll noch 2020 folgen. Microsoft rĂ€t etwa 150 Gigabyte Festplattenspeicher freizuhalten.

Der "Flight Simulator" ist in drei Versionen erhĂ€ltlich: Standard, Deluxe und Premium Deluxe Edition. Die Versionen unterscheiden sich im Inhalt: Die Standard-Version kostet knapp 70 Euro, enthĂ€lt 20 Flugzeuge und 30 handgefertigte FlughĂ€fen. Die Deluxe-Edition kostet knapp 90 Euro und enthĂ€lt 25 Flugzeuge sowie 35 handgefertigte FlughĂ€fen In der Premium Deluxe Edition sind 30 Flugzeuge und 40 handgefertigte FlughĂ€fen enthalten, diese Version kostet aber auch knapp 120 Euro. Nutzer können gegen Aufpreis ihre Version auch im Nachhinein aufrĂŒsten.

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