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Ex-Mitarbeiterin st├╝rzt Facebook in tiefe Krise

Von dpa
Aktualisiert am 04.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen w├Ąhrend eines CBS-Interviews.
Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen w├Ąhrend eines CBS-Interviews. (Quelle: Robert Fortunato/CBS News/60 Minutes/AP/dpa./dpa)
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New York (dpa) - Eine Ex-Mitarbeiterin hat Facebook in die schwerste Krise seit dem Skandal um Cambridge Analytica gest├╝rzt.

Die 37-j├Ąhrige Frances Haugen lieferte Schl├╝sselinformationen f├╝r eine Artikel-Serie im "Wall Street Journal", nach der Facebook unter erheblichen politischen Druck in den USA geriet. Darin ging es unter anderem um die Auswirkungen des Foto-Dienstes Instagram auf junge Nutzer. Haugen gab sich in am Sonntag ver├Âffentlichten Interviews erstmals als Whistleblowerin zu erkennen. Am Dienstag soll sie im US-Senat aussagen.

Haugen sagte dem "Wall Street Journal", sie sei frustriert gewesen, weil Facebook nicht ausreichend offen damit umgehe, dass das Online-Netzwerk Schaden anrichten k├Ânne. Zu ihrem Job bei Facebook, den sie im Mai nach rund zwei Jahren aufgab, habe der Kampf gegen Manipulationsversuche bei Wahlen geh├Ârt. Sie habe jedoch schnell das Gef├╝hl gehabt, dass ihr Team zu wenig Ressourcen habe, um etwas zu bewirken.

Auch sei ihr Eindruck gewesen, dass Facebook weiter auf Wachstum gesetzt habe, obwohl dem Unternehmen negative Auswirkungen der Plattform auf die Nutzer bekannt gewesen seien. "Es gab Interessenkonflikte zwischen dem, was f├╝r die ├ľffentlichkeit gut war und was f├╝r Facebook gut war", sagte Haugen bei "60 Minutes". Und Facebook habe sich immer und immer wieder daf├╝r entschieden, f├╝r eigene Interessen das Gesch├Ąft zu optimieren.

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Aus der Serie von Berichten im "Wall Street Journal" in den vergangenen Wochen schlug besonders schwer der Artikel ein, in dem es um interne Untersuchungen zum Einfluss von Instagram auf junge Nutzer ging. Unter anderem hie├č es in einem Bericht von Facebook-Forschern, bei zahlreichen Teenagern - vor allem M├Ądchen - verst├Ąrke Instagram die Unzufriedenheit mit dem eigenen K├Ârper. Das sorge f├╝r Essst├Ârungen und Depressionen.

Facebook verwies nach dem Bericht darauf, dass weiteren Daten aus denselben Studien zufolge Teenager andere Themen als hilfreich bezeichnet h├Ątten. Dennoch legte das Online-Netzwerk vergangene Woche Pl├Ąne f├╝r eine Instagram-Version f├╝r Zehn- bis Zw├Âlfj├Ąhrige auf Eis.

Aktuell d├╝rfen Kinder im Alter ab 13 Jahren Instagram nutzen. Viele geben jedoch bei der Registrierung ein falsches Geburtsdatum an. Mit "Instagram Kids" wollte Facebook nach eigenen Angaben auch dieses Problem angehen. Doch nach einer Anh├Ârung im US-Senat wurde klar, dass dies politisch nur noch schwer durchzusetzen sein w├Ąre. Instagram betonte in einer Stellungnahme f├╝r "60 Minutes", dass man weiterhin eine Version f├╝r J├╝ngere f├╝r sinnvoll halte: "Die Realit├Ąt ist, die Kinder sind bereits online."

Die f├╝r Nutzer-Sicherheit zust├Ąndige Managerin Antigone Davis drang bei den Senatoren mit ihren relativierenden Erkl├Ąrungen nicht durch. So verglich der Demokrat Ed Markey die Vorgehensweise des Online-Netzwerks vor allem bei Instagram mit verantwortungslosem Handeln der Tabakindustrie. "Instagram ist diese erste Zigarette der Kindheit", die Teenager fr├╝h abh├Ąngig machen solle und am Ende ihre Gesundheit gef├Ąhrde, sagte Markey unter anderem. "Facebook agiert wie die gro├čen Tabakkonzerne: Sie verbreiten ein Produkt, von dem sie wissen, dass es der Gesundheit junger Menschen schadet."

Facebook-Gr├╝nder und -Chef Mark Zuckerberg und auch die f├╝rs operative Gesch├Ąft zust├Ąndige Top-Managerin Sheryl Sandberg ├Ąu├čerten sich bisher nicht zu der Kontroverse.

Wie am Sonntag bekannt wurde, kontaktierte Haugen das "Wall Street Journal" bereits im Dezember vergangenen Jahres, nachdem ihre Abteilung aufgel├Âst wurde. Sie fand nach eigenen Angaben zu ihrer ├ťberraschung diverse Studien zum Einfluss auf Nutzer, die praktisch allen Mitarbeiter in der internen Kommunikations-Plattform des Online-Netzwerks zug├Ąnglich gewesen seien. Sie habe solches Material gesammelt, bis sie Facebook im Fr├╝hjahr verlassen habe. Haugens war in der Pandemie nach Puerto Rico gezogen - und die Personalabteilung habe ihr mitgeteilt, dass dies nicht als Fernarbeitsplatz akzeptiert werde.

Offiziell Schutz als Whistleblowerin beantragt

"Die heute existierende Version von Facebook rei├čt unsere Gesellschaften auseinander und l├Âst ethnische Gewalt rund um die Welt aus", sagte sie "60 Minutes". Haugen beantragte bei US-Beh├Ârden offiziell Schutz als Whistleblowerin - so werden Mitarbeiter genannt, die durch Weitergabe von Informationen Missst├Ąnde aufdecken wollen.

Ein Facebook-Sprecher erkl├Ąrte dem "Wall Street Journal" am Sonntag nach den ├äu├čerungen Haugens, das Online-Netzwerk versuche t├Ąglich, eine Balance zwischen dem Recht von Milliarden Menschen auf freie Meinungs├Ąu├čerung und einer sicheren Umgebung f├╝r Nutzer zu finden. Zugleich betonte das Online-Netzwerk, dass Hassrede oder sch├Ądliche Beitr├Ąge schlecht f├╝r das Gesch├Ąft seien. Top-Manager Guy Rosen betonte, dass Facebook inzwischen Hassreden bis auf 0,05 Prozent solcher Beitr├Ąge herausfiltern k├Ânne, noch bevor sie die Nutzer erreichten.

Deutlich wird, dass Facebook vor allem in der US-Politik unter so starkem Druck steht wie seit dem Skandal um Cambridge Analytica 2018 nicht mehr. Damals war bekanntgeworden, dass Jahre zuvor eine Datenanalysefirma Informationen von Millionen Nutzern ohne deren Wissen abgreifen konnte. Es war eigentlich nicht der schwerwiegendste Datenschutz-Fehltritt, der bei Facebook bis dahin passiert war - doch es war der Tropfen, der das Fass zum ├ťberlaufen brachte, und zwar bei Politikern sowohl in Europa als auch in den USA.

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