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Wie eine Panikattacke: Deshalb gehen manche Menschen nicht ans Telefon


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Deshalb gehen manche Menschen einfach nicht ans Telefon

Von dpa, arg

Aktualisiert am 22.01.2023Lesedauer: 3 Min.
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Mann mit Smartphone und Laptop: Obwohl die Menschheit immer digitaler wird, fürchten sich viele davor, Anrufe entgegenzunehmen oder zu tätigen. (Quelle: Daniel Gonzalez via www.imago-images.de)
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Zwar verbringen wir von Jahr zu Jahr immer mehr Zeit am Smartphone, doch eine wachsende Anzahl von Menschen fürchtet sich vorm Telefonieren. Warum ist das so?

Die Auflistung ist absteigend: 14 Minuten Browser, 10 Minuten Instagram, 5 Minuten Schrittzähler, 3 Minuten WhatsApp. Telefon: eine Sekunde. Das, was Tobias Langs Smartphone an einem Montag bis zur Mittagszeit an Nutzungszeiten aufgezeichnet hat, ist nicht repräsentativ.

Lang ist Journalist, telefonieren gehört also eigentlich zu seinem Beruf. Trotzdem nimmt er zum Teil immer noch ungern den Hörer in die Hand. Vor allem, wenn jemand anruft. Wenn es etwa um eine Reservierung im Restaurant ging, hat er früher oft andere zum Hörer greifen lassen.

Und Bekannte müssen manchmal immer noch mehrmals durchklingeln, bis er sich durchringt abzuheben. Sogar im Job lässt er Anrufer teils links liegen und wartet lieber auf eine Mail. "Es reißt mich aus dem heraus, was ich gerade mache, ich muss mich auf einen Menschen einlassen", erklärt Tobias Lang seinen Unwillen. "Da habe ich manchmal einfach keine Lust dazu."

Jungen Menschen fehlt die Übung

Tobias Lang ist nicht der Einzige, der Telefonieren eher zu den unangenehmen Tätigkeiten im Leben zählt. Manche Menschen entwickeln sogar regelrechte Panikattacken, wenn ein Anruf bevorsteht. Und gerade jungen Menschen fehlt offenbar schlicht und ergreifend die Übung.

Denn um mit ihren Freunden Kontakt zu halten, nutzen mehr als drei Viertel der Jugendlichen Messenger wie WhatsApp oder Telegram – oder altmodisch, SMS – wie eine Studie des IT-Branchenverbands Bitkom aus dem Jahr 2017 zeigt. Auf dem zweiten Platz folgt das persönliche Gespräch, Telefonate waren nur bei gut einem Drittel der Befragten das bevorzugte Mittel der Wahl.

"Junge Leute haben tatsächlich mehr Probleme als früher", meint Uschi Schöllhammer. Sie ist Telefontrainerin, über ihr Institut in Bamberg gibt sie Kurse für Mitarbeiter in Telefonzentralen, im Kundenservice oder für Azubis. Die Diplom-Psychologin erklärt die Scheu vor dem Telefon so:

"Die Situation ist für viele schwierig, weil sie absolute mentale Präsenz erfordert." Bei schriftlichem Austausch sei das anders. E-Mails, Text- oder Chat-Nachrichten kann man noch einmal lesen, sich mit der Antwort Zeit lassen. Am Telefon muss man sofort reagieren.

Dazu kommt, dass Anrufer den Menschen am anderen Ende der Leitung nicht sehen. "Das macht Telefonieren ein bisschen verstörend", sagt Schöllhammer. "Wenn der Gesprächspartner nicht antwortet, sieht man nicht, ob er genervt, unaufmerksam, abgelenkt ist oder einfach nicht verstanden hat, worum es geht."

Die gute Nachricht: Telefonieren lässt sich trainieren. Sogar dann, wenn hinter der Angst vor Anrufen tiefere Gründe stecken.

Symptome wie bei einer Panikattacke

Christine Rummel-Kluge hat immer wieder mit Menschen zu tun, für die Telefonate ein echtes Problem sind. "Kalter Schweiß, Herzklopfen, trockener Mund – Symptome wie bei einer Panikattacke", beschreibt die Ärztin, die an der Uniklinik in Leipzig eine Spezialambulanz für Angststörungen leitet, die Probleme ihrer Patienten.

Solche Fälle seien keine Seltenheit, meist träten sie im Rahmen von Sozialphobien auf, sagt Rummel-Kluge. Es tauchten zwar immer wieder auch Begriffe wie Telefon- oder Telefonier-Phobie auf, das sei aber keine eigene Erkrankung.

Im Prinzip geht es darum, dass direkte Kommunikation Betroffene viel Überwindung kostet. "Eine Patientin musste sich beschweren, weil ihre Heizung nicht funktionierte, und hatte Angst, etwas Falsches zu sagen", erzählt Rummel-Kluge. Solche Menschen schrieben dann lieber eine E-Mail oder ließen Bekannte den Anruf übernehmen.

Das verschlimmert die Situation auf Dauer aber nur. "Die Hürde verkleinert sich nur, wenn man übt", sagt Christine Rummel-Kluge. Kliniken bieten dafür etwa Trainings für soziale Kompetenz an.

In Rollenspielen können kritische Situationen durchgespielt werden. Und auch Freunde, Angehörige oder Kollegen sollten lieber Hilfe anbieten, als dem anderen alles abzunehmen, rät die Ärztin.

Wichtige Botschaften vorher aufschreiben

Das kann durch Ermutigen passieren, indem man schwierige Gespräche übt, in die Rolle etwa des Vermieters oder des wütenden Kunden schlüpft und im Anschluss konstruktives Feedback gibt. Vielen ist aber schon geholfen, wenn man sie einfach ernst nimmt.

"Was Chefs manchmal falsch machen: Sie melden Mitarbeiter zu Telefontrainings an, ohne sie vorher zu informieren", erzählt Psychologin Schöllhammer. Damit erreiche man vor allem eine Krankmeldung am betreffenden Tag.

Wenn die Aufregung vor einem Anruf steigt, kann man sich gut mit Papier und Stift vorbereiten, erklärt Schöllhammer. Wichtige Botschaften sollte man sich vorher aufschreiben, ebenso den Namen des Gesprächspartners, das Thema oder das eigene Anliegen. In schwierigen Situationen sind vorformulierte Antworten ein Rettungsanker, etwa: "Ich mache mich kundig und rufe zurück."

Wichtig: Dabei dürfen ruhig auch Fehler passieren, nicht jedes Telefonat muss perfekt laufen, beruhigt Schöllhammer. "Lieber fünf schlechte als gar keines." Sonst werde die Angst vor einem Telefonat nur noch größer. Zudem rät die Psychologin dazu zu lächeln und sich auf die Atmung zu konzentrieren. "Das versetzt einen gleich in eine andere Stimmung."

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Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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