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Kartellamt will Google einschränken

Von afp
05.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Bürogebäude von Google (Archiv): Umgerechnet 86,8 Millionen Euro soll das Unternehmen zahlen.
Bundeskartellamt: Google habe eine "beherrschende Stellung auf dem Markt für allgemeine Suchdienste". (Quelle: Toby Melville/Reuters-bilder)
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Google drohen Einschränkungen seiner Aktivitäten durch das Bundeskartellamt. Die Behörde stellte eine "marktübergreifende Bedeutung" des zum Alphabet-Konzern gehörenden Unternehmens fest.

Dem Internetunternehmen Google drohen Einschränkungen seiner Aktivitäten durch das Bundeskartellamt. Die Bonner Behörde bescheinigte dem zum Alphabet-Konzern gehörenden Unternehmen nach einer monatelangen Prüfung eine "überragende marktübergreifende Bedeutung" für den Wettbewerb.

Alphabet und Google fallen demnach unter die erweiterte Missbrauchsaufsicht durch die Kartellbehörde. Auf dieser Grundlage kann das Kartellamt wettbewerbsgefährdende Praktiken untersagen, wie die Behörde erklärte.

Vor einem Jahr waren neue Vorschriften im Wettbewerbsrecht in Kraft getreten. Zentraler Bestandteil ist die Modernisierung der Missbrauchsaufsicht - die Aufsichtsbehörden können nun bei Verstößen großer Digitalkonzerne früher einschreiten und wettbewerbsgefährdende Praktiken untersagen.

Auch gegen Facebook und Amazon wird ermittelt

Auf der Basis dieser neuen Vorschriften für Digitalkonzerne leitete das Kartellamt Ende Mai gegen Google und den Mutterkonzern Alphabet Verfahren ein. Die Behörde prüfte seitdem grundsätzlich eine marktübergreifende Bedeutung des Unternehmens für den Wettbewerb und beschäftigte sich zudem mit der Datenverarbeitung bei Google. Zuvor hatte die Behörde bereits gegen die Konzerne Facebook und Amazon entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Hier steht eine Einstufung noch aus.

Nun stellte die Behörde "nach mehreren Gesprächen und umfangreichen Ermittlungen bei Google und verschiedenen Marktteilnehmern" und nach Auswertung öffentlicher Quellen die "überragende marktübergreifende Bedeutung" von Google für den Wettbewerb fest. Das Unternehmen verfüge über eine "wirtschaftliche Machtposition, die ihm vom Wettbewerb nicht hinreichend kontrollierte, marktübergreifende Verhaltensspielräume eröffnet".

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Konkret hieß es etwa, Google habe in Deutschland mit Marktanteilen von über 80 Prozent eine "beherrschende Stellung auf dem Markt für allgemeine Suchdienste" und sei der "wesentliche Anbieter für suchgebundene Werbung".

Hohe Nutzerreichweiten

Außerdem habe Google in seinem digitalen Ökosystem "bedeutenden Einfluss auf den Zugang anderer Unternehmen zu seinen Nutzern und Werbekunden", führte die Behörde aus und nannte etwa die Google-Tochter Youtube und das eigene Betriebssystem Android. Google könne so "marktübergreifend gegenüber anderen Unternehmen die Regeln und Rahmenbedingungen vorgeben".

Ganz generell erreiche Google täglich "hohe Nutzerreichweiten" mit seiner Vielzahl an Diensten, zu denen auch der Kartendienst Google Maps, der Browser Chrome und der E-Mail-Dienst Gmail gehören.

Google habe außerdem einen "herausragenden Zugang zu wettbewerbsrelevanten Daten", was dem Unternehmen unter anderem die Vermarktung zielgerichteter Werbung erlaube. Mit Online-Werbung erzielte der Konzern 2020 rund 147 Milliarden Dollar (etwa 130 Milliarden Euro) - das waren 80 Prozent des Gesamtumsatzes.

Behörde kann Praktiken untersagen

Alles in allem ergebe sich eine "überragende marktübergreifende Bedeutung von Google", führte Kartellamtspräsident Andreas Mundt aus. "Das ist ein ganz wesentlicher Schritt, denn auf dieser Grundlage kann das Bundeskartellamt jetzt konkrete, für den Wettbewerb schädliche Verhaltensweisen aufgreifen." So können etwa wettbewerbsgefährdende Praktiken durch die Behörde untersagt werden.

Laut Kartellamt stammt der Beschluss vom 30. Dezember 2021, am 4. Januar 2022 verzichtete Google demnach auf Rechtsbehelfe gegen die Entscheidung, die entsprechend den Gesetzen auf fünf Jahre befristet ist.

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Damit habe das Unternehmen allerdings "ausdrücklich nicht" erklärt, dass es zwingend mit allen Feststellungen und Schlussfolgerungen der Behörde einverstanden sei, hieß es.

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  • Jan Moelleken
Von Jan Mölleken
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