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"Disenchantment" auf Netflix: Fantasy-Serie von "Simpsons"-Macher Matt Groening

Neue Serie "Disenchantment"  

Netflix zeigt Fantasy-Parodie vom "Simpsons"-Macher

20.08.2018, 10:08 Uhr | dpa

"Disenchantment" auf Netflix: Fantasy-Serie von "Simpsons"-Macher Matt Groening. Prinzessin Bean und ihre Freunde in einer Szene aus der Trickfilmserie "Disenchantment": Die ersten sieben Episoden erscheinen am 21.08.2018 auf Netflix. (Quelle: dpa/Netflix)

Prinzessin Bean und ihre Freunde in einer Szene aus der Trickfilmserie "Disenchantment": Die ersten sieben Episoden erscheinen am 21.08.2018 auf Netflix. (Quelle: Netflix/dpa)

Nach den "Simpsons" und "Futurama" wagt Produzent Matt Groening eine Fantasy-Parodie. Die Serie setzt auf ein bekanntes Rezept – und läuft schon bald bei Netflix.

Sie ist eine Parodie auf das Genre Fantasy, heißt "Disenchantment" (englisch für "Entzauberung") und spielt in einem mittelalterlich inspirierten Königreich. Die ersten sieben Episoden sind seit diesem Freitag auf Netflix zu sehen.

Dort heißt die Heldin Prinzessin Bean und die will auf keinen Fall so brav sein, wie ihr Vater das gerne hätte. Statt eine arrangierte Ehe mit einem eingebildeten Prinzen zu führen, betrinkt sie sich lieber mit ihren Freunden oder verführt Männer. Doch das ist ganz schön schwer, wenn Papa ein König ist. Bean hat runde Glubschaugen und große Vorderzähne wie die "Simpsons"-Figuren, und lange weiße Haare wie Khaleesi aus der Mittelalter-Saga "Game of Thrones".

Die Jugendliche kämpft mit Schwert und Faust für ihr Recht und der erste Bräutigam in spe spießt seinen Kopf selbst in einem Messer-Thron im Stil von "Game of Thrones" auf, nachdem ihm die Prinzessin am Altar den Ring aus der Hand geschlagen hat.

Prinzessin Bean mit dem Dämonen Luci (r) und dem Elfen Elfo: Artig ist die neue Serienheldin ganz bestimmt nicht. (Quelle: dpa/Netflix)Prinzessin Bean mit dem Dämonen Luci (r) und dem Elfen Elfo: Artig ist die neue Serienheldin ganz bestimmt nicht. (Quelle: Netflix/dpa)

Bean ist ein moderner Teenie im Mittelalter

Bean denkt und spricht wie privilegierte Teenager von heute, die den Sinn des Lebens suchen und sich als Feministinnen sehen. So muss sie beispielsweise auch ein Waisenhaus besuchen, um zu sehen, wie gut es ihr geht. Und da sie nicht heute, sondern in einem Fantasie-Mittelalter lebt, ist einer ihrer ersten Jobs entsprechend Enthaupterin. Der dadurch entstehende anachronistische Humor ist immer wieder mal witzig.

Wie bei den "Simpsons" geht Groening auch bei "Disenchantment" auf viele andere Werke ein: So gibt es etwa viele Anspielungen auf "Monty Python". Auch Märchenfiguren kommen immer wieder vor – nur verhalten die sich etwas anders als in den Originalvorlagen. Hänsel und Gretel sind durchgeknallte Psychos, eine Fee ist Prostituierte und eine Riesin wird für ihr Aussehen gemobbt und möchte einfach nur als Mensch mit Gefühlen wahrgenommen werden. Auch Magie ist ein Thema – sie funktioniert mal mehr und mal weniger – wie in vielen Fantasy-Geschichten.

Eine Elfe und ein Dämon begleiten Prinzessin Bean

Unterwegs ist Prinzessin Bean meist mit ihren zwei Freunden: Einem Elfen namens Elfo, der sein immer glückliches Elfenland verließ, um endlich mal traurig sein zu können, und einem Dämonen namens Luci, der Bean immer Unfug ins Ohr flüstert.

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Mit "Disenchantment" schuf Groening erstmals eine Geschichte, die nicht nur aus vielen Geschichten besteht, sondern darüber hinaus einen größeren Handlungsbogen hat – zumindest ist dieser angedeutet. Beispielsweise treten Personen auf, die den Dämonen Lucie zu Bean geschickt haben sollen, um sie vom vorgesehenen Weg als artige Prinzessin abzubringen. Warum sie das wollen, bleibt zumindest in den ersten sieben Episoden unklar. Außerdem lassen Bean und ihre zwei Kumpel versehentlich viele Dämonen frei – aber zumindest vorerst hat auch das noch keine Konsequenzen.

Ansonsten kann man die immer etwa halbstündigen "Disenchantment"-Episoden ähnlich wie bei den "Simpsons" und bei Groenings anderer Kultserie "Futurama" auch gut einzeln schauen. Die kleinen Geschichten beginnen und enden immer etwa am selben Ort und hören dort wieder auf und Handlungen haben selten längere Konsequenzen.

Politisch ist "Disentchantment" (noch) nicht

Auch bei etlichen Figuren und dem Humor gibt es Parallelen zu den beiden anderen Serien von Groening, und es gibt viele witzige Momente und Wortspiele. Politische Anspielungen und Hintergründe jedoch wie die anderen beiden Produktionen hat "Disenchantment" zumindest am Anfang noch nicht. Doch Groenings Serien haben in der Regel eine lange Laufzeit, und so hat "Disenchantment" noch viel Potenzial.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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