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Zehnjährige stirbt bei Tiktok-Mutprobe

In Palermo  

Zehnjährige stirbt bei Tiktok-Mutprobe

22.01.2021, 12:31 Uhr | dpa

. Das Logo von TikTok: Die App ist vor allem bei Jugendlichen beliebt.  (Quelle: Reuters/Dado Ruvic/Illustration/File Photo)

Das Logo von TikTok: Die App ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. (Quelle: Dado Ruvic/Illustration/File Photo/Reuters)

Immer wieder gibt es auf sozialen Medien sogenannte Challenges, bei denen Nutzer mal etwas mehr, mal etwas weniger gefährliche Aktionen durchführen sollen. Nun starb eine Zehnjährige bei so einer Mutprobe.

Der Tod einer Zehnjährigen vermutlich als Folge einer Internet-Mutprobe bei Tiktok sorgt in Italien für Trauer und aufgewühlte Debatten. Die kleine Antonella hatte sich nach Medienberichten in Palermo auf Sizilien zu Hause mit einem Gürtel bewusstlos gewürgt. Nachdem eine Schwester das Mädchen entdeckte, brachte die Familie es am Mittwochabend ins Krankenhaus. Dort kämpften die Ärzte um ihr Leben, mussten aber dann den Hirntod feststellen, wie eine Sprecherin des Hospitals "Di Cristina" am Freitag bestätigte.

Justiz und Jugendschutz nahmen Ermittlungen zu den Umständen des Todes auf. Medien schrieben, das Mädchen habe an einer sogenannten Blackout Challenge oder Hanging Challenge auf der Video-App Tiktok teilnehmen wollen. Bei so einer gefährlichen Aktion strangulieren sich Teilnehmer und filmen das mit dem Smartphone. Die Bilder zeigen sie in sozialen Netzwerken. Die Polizei untersuche Antonellas Handy, schrieb die Zeitung "La Repubblica" am Freitag. Den Angaben nach stimmten die Eltern einer Organspende durch ihre Tochter zu.

Experten fordern schärfere Gesetze

Ein Tiktok-Sprecher erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Adnkronos: "Wir stehen für die zuständigen Behörden bereit, um bei den Ermittlungen zu helfen." Das Unternehmen versuche, Aufrufe zu lebensgefährlichem Verhalten zu stoppen. Der Bürgermeister Palermos, Leoluca Orlando, schrieb auf Facebook, er und vermutlich die ganze Stadt stünden "unter Schock". Eine Debatte über die Beziehungen junger Menschen zum Smartphone und zu sozialen Netzwerken sei überfällig – "besonders in Zeiten der Pandemie, die uns immer stärker in die digitale Kommunikation hineingetrieben hat".

In den Medien forderten Psychologen und Jugendexperten am Freitag, gesetzliche Verschärfungen zum Umgang von Kindern mit Handys und sozialen Netzwerken zu erwägen. Es gibt seit Jahren im Netz und in vielen Ländern "Challenges". Die Herausforderungen sind manchmal lustig, manchmal extrem gefährlich.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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