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Abzocke: Warum Sie unbekannte Nummer nicht zurückrufen sollten

Betrügerische "Ping-Calls"  

Warum Sie unbekannte Nummer nicht zurückrufen sollten

27.02.2019, 09:25 Uhr | Alena Hecker, t-online.de

Abzocke: Warum Sie unbekannte Nummer nicht zurückrufen sollten. Zwei Männer stehen mit Computer und Telefon vor einem Fenster: Unbekannte Anrufer können Abzocker sein. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Zwei Männer stehen mit Computer und Telefon vor einem Fenster: Unbekannte Anrufer können Abzocker sein. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Tausende Menschen sind seit Beginn des Jahres in die Rückruf-Falle getappt. Wer unbekannte Nummern aus dem Ausland zurückruft, muss mit hohen Kosten rechnen.

Und wenn es jetzt doch etwas Wichtiges war? Auf diese Neugier zielen Betrüger ab, die zufällig ausgewählte Telefonnummern mehrmals hintereinander anrufen und dann sofort wieder auflegen. Die Masche der sogenannten Ping-Calls ist nicht neu, doch allein im Januar dieses Jahres gingen bei der Bundesnetzagentur etwa 14.000 Beschwerden ein.

Die Anrufe stammen häufig aus afrikanischen Ländern, deren Vorwahl beim schnellen Blick aufs Display oft an Ortsvorwahlen deutscher Städte erinnert. So lässt sich etwa die Vorwahl von Koblenz 0261 leicht mit der Vorwahl von Madagaskar 00261 verwechseln; ähnlich ist es bei der Vorwahl von Dortmund 0231, die an die Vorwahl von Liberia 00231 erinnert. Manche Smartphones zeigen automatisch an, aus welchem Land gerade angerufen wird. Aber auch das kann falsch sein. Technisch ist es kein Problem, Angerufenen eine beliebige Nummer anzuzeigen.

Täter verdienen am Rückruf

„Ziel der Täter ist es, einen Rückruf zu provozieren und den Mobilfunkkunden dann möglichst lange in der Leitung zu halten“, so eine Sprecherin der Bundesnetzagentur. „Sie profitieren von den generierten Verbindungsentgelten.“ Wie die Täter am Ende an Geld kommen würden, lasse sich zwar nicht in allen Details nachvollziehen. „Entsprechende Anrufe durchlaufen aber regelmäßig zahlreiche Netze. So partizipieren sämtliche Netzbetreiber sowie der jeweilige Diensteanbieter an einer Verbindung.“

Warnhinweise sollen Verbraucher schützen

Bis zum 31. Dezember 2018 waren Mobilfunknetzbetreiber und Mobilfunkanbieter verpflichtet, Kunden zu warnen, wenn sie ins Ausland telefonieren wollten. Diese Preisansagen werden nun für 56 Länder in Afrika, Osteuropa und dem pazifischen Raum erneut eingeführt. Wer in einem dieser Länder anrufen möchte, wird spätestens ab dem 1. März darauf hingewiesen, mit welchen Kosten für den Anruf zu rechnen ist. Die Ansage selbst ist kostenlos, abgerechnet wird erst nach einem angekündigten Signal.

Nummern melden

Wer keinen Anruf aus dem Ausland erwartet und von einer unbekannten ausländischen Nummer angerufen wird, kann den Ping-Call bei der Bundesnetzagentur melden. Hier gibt es auch eine Liste mit sämtlichen betrügerischen Anrufnummern. 

Geld zurückfordern

Wer in die Telefon-Falle getappt ist und versehentlich eine solche Nummer zurückruft, muss hinterher trotzdem nicht die Rechnung zahlen. Es reicht, beim Anbieter Widerspruch einzulegen und sich dabei auf die Maßnahmenliste der Bundesnetzagentur zu beziehen. Auch Prepaidkarten-Nutzer können sich ihr Geld zurückholen, dabei helfen zum Beispiel die Verbraucherzentralen.

Betrüger geben sich als Polizisten aus

Die Polizei warnt aktuell zudem vor einer weiteren Masche: Immer wieder geben sich Betrüger am Telefon als Polizisten aus. Oft erzählen sie von der Festnahme eines Einbrechers in der Nachbarschaft, in dessen Notizbuch der Name des Angerufenen stehe. Dann bitten sie darum, Wertgegenstände und Bargeld bereitzuhalten, damit ein sogenannter verdeckter Ermittler es abholen und sicher verwahren könne. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" warnt Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats für Prävention und Opferschutz beim Polizeipräsidium München, vor dem selbstbewussten Auftreten der Betrüger: „Es ist erstaunlich, wie realistisch die am Telefon sprechen und vorgehen.“


Auflegen und Polizei anrufen

Die Telefonate werden von professionell betriebenen Callcentern aus dem Ausland geführt. Eine Software sorgt dafür, dass auf dem Display der angerufenen Person die Telefonnummer der örtlichen Polizeidienststelle, des Bundeskriminalamts oder auch die Notrufnummer 110 erscheint. In diesem Fall kann es sich nur um einen betrügerischen Anrufer handeln, denn die Notrufnummer wird niemals als ausgehende Nummer verwendet. Die Polizei warnt davor, am Telefon etwas über Geld oder Wertgegenstände zu erzählen. Wer von vermeintlichen Polizeibeamten angerufen wird, sollte am besten auflegen und hinterher selbst die Polizei anrufen.

Verwendete Quellen:


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