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Warum die SIM-Karte bald verschwinden wird

Von dpa
Aktualisiert am 04.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine SIM-Karte hat fast jeder schon einmal in ein Mobiltelefon gefummelt.
Eine SIM-Karte hat fast jeder schon einmal in ein Mobiltelefon gefummelt. ├ťber die Jahre sind die Karten immer kleiner geworden - und inzwischen als eSIM zum Teil schon fest in Ger├Ąten verbaut. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa)
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Es ist nur ein Mini-Prozessor mit einem kleinen Speicher auf einem St├╝ckchen Plastik. Doch ohne SIM-Karte g├Ąbe es kein mobiles Telefonieren, keine Kurznachrichten und keine Datenverbindungen. In Zukunft k├Ânnte sie ├╝berfl├╝ssig werden.

Anfang der 90er-Jahre hatte die SIM noch das Format einer Bankkarte. "Sie wurde aber schnell von der Mini-SIM ersetzt", erkl├Ąrt Henning Gajek vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Die Mini-SIM ist ihrem Namen zum Trotz heute die gr├Â├čte Variante. Sie misst 2,5 mal 1,5 Zentimeter und kommt vor allem in einfachen Handys zum Einsatz.


Alles, was Sie ├╝ber SIM-Karten wissen m├╝ssen

Eine SIM-Karte hat fast jeder schon einmal in ein Mobiltelefon gefummelt.
Die meisten modernen Smartphones fassen die sogenannte Nano-SIM.
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Dann gibt es noch die Micro-SIM, mit ihren Ma├čen (1,5 mal 1,2 cm) eine Zwischengr├Â├če, die Gajek zufolge immer weniger Verwendung findet. "Die neueren Ger├Ąte arbeiten eigentlich alle mit Nano-SIM." Diese misst 1,23 mal 0,88 cm und besteht fast nur noch aus dem Chip, die Plastik-Einfassung ist hauchd├╝nn. Die Provider liefern meist alle Kartengr├Â├čen auf einem Tr├Ąger. Das ben├Âtigte Format dr├╝ckt man aus der vorgestanzten Form oder setzt es aus den herausgedr├╝ckten Teilen wieder zusammen.

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Kleine Karten sollen tonnenweise Plastikm├╝ll vermeiden

Und auch die Tr├Ąger schrumpfen. Viele Provider haben ihre Gr├Â├če halbiert, sie sind nur noch so gro├č wie eine halbe Bankkarte.

SIM-Karten zum Einsetzen sind mittel- bis langfristig aber ohnehin ein Auslaufmodell. Der Grund daf├╝r hei├čt "eSIM". Dabei handelt es sich um einen schon im Ger├Ąt eingebauten Chip. Nutzer bekommen dann nur noch einen Code zugeschickt, mit dem sie ihr Tarif-Profil freischalten k├Ânnen. Das soll auch den Vertragswechsel einfacher machen.

Nicht nur in Smartphones oder Tablets sind eSIMs sinnvoll. Auch in Wearables wie Smartwatches oder Fitnesstrackern kommen sie heute zum Einsatz. Mit aktiviertem Profil kann man etwa direkt mit einer Smartwatch telefonieren ÔÇô ganz ohne verbundenes Smartphone.

eSIM von den Netzbetreibern

Und wie sieht es bei den Netzbetreibern aus? Telefonica bietet die eSIM allen Vertragskunden optional an. Bei der Telekom sind dagegen sowohl Laufzeit- als auch Prepaid-Vertr├Ąge eSIM-f├Ąhig. Und bei Vodafone ist die eSIM eine Option f├╝r Vertragskunden. Man arbeite aber an einem Angebot auch f├╝r Prepaid-Kunden, erkl├Ąrte ein Sprecher.

eSIM-Smartphones haben derzeit meist auch noch einen Slot f├╝r SIM-Karten und bieten so n├╝tzliche Dual-SIM-Funktionen ÔÇô wie auch Telefone mit zwei SIM-Karten-Slots. Per Dual-SIM ist man auf einem Telefon unter zwei Rufnummern erreichbar und kann etwa eine beruflich und die andere privat nutzen. Oder man kauft im Urlaub eine lokale SIM-Karte, um dort g├╝nstiger zu telefonieren oder zu surfen.

Zwischen den verschiedenen Anbietern und Tarifen l├Ąsst sich bei Dual-SIM hin- und herspringen. "Wer 18 Uhr Feierabend hat und keine beruflichen Anrufe mehr erhalten m├Âchte, der legt die Nummer einfach still bis zum n├Ąchsten Morgen", sagt Gajek.

Zwei Kartenslots vorhanden

Die meisten Dual-SIM-f├Ąhigen Smartphones haben heutzutage zwei Kartenslots, wovon einer in der Regel ein Hybridslot ist, wie Andreas Seeger vom Fachmagazin "Connect" erkl├Ąrt. Das hei├čt, der zweite Einschub kann eine SIM- oder eine Speicherkarte aufnehmen. Wer sich nicht irgendwann zwischen Speicherplatz-Erweiterung und zweiter SIM-Karte entscheiden will, wenn das Telefon "volll├Ąuft", sollte ein Ger├Ąt mit ausreichend internem Speicher kaufen, r├Ąt Seeger.

Eine andere SIM-Spielart nennt sich Multi-SIM. Hinter dem Begriff steckt die M├Âglichkeit, einen Vertrag auf mehreren Ger├Ąten zu nutzen, etwa auf einem zweiten oder sogar dritten Mobiltelefon oder auch auf einem Tablet oder einer Smartwatch.

Die dazu ben├Âtigten weiteren SIM-Karten sind nur selten in Vertr├Ągen eingeschlossen und kosten meist extra, wei├č Henning Gajek ÔÇô pro eSIM-Profil beziehungsweise pro SIM-Karte meist um die f├╝nf Euro zus├Ątzlich. Man ist dann ├╝berall unter der gleichen Rufnummer erreichbar und nutzt die Vertragsleistungen auf allen Ger├Ąten.

Probleme mit der Multi-SIM

Bei Multi-SIM kommt es auf korrekte Einstellungen an. "Man muss festlegen, auf welchem Ger├Ąt man SMS empf├Ąngt", sagt Gajek. Wer zum Beispiel mit dem "falschen" Smartphone unterwegs ist und dann f├╝r eine ├ťberweisung eine SMS-TAN ben├Âtigt, der steht vor einem Problem.

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Was bei Multi-SIM auch noch nerven kann: Nicht bei allen Anbietern l├Ąsst sich ├Ąndern, dass bei einem Anruf alle Ger├Ąte klingeln, bem├Ąngelt Andreas Seeger. Bei den Konfigurationsm├Âglichkeiten von Multi-SIM gebe es generell gro├če Unterschiede.

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