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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was ist eigentlich ein Portfolio – und was bringt mir das?

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 23.12.2020Lesedauer: 4 Min.
Eine Frau prüft ihre Finanzen (Symbolbild): In einem Portfolio stecken verschiedene Vermögenswerte.
Eine Frau prüft ihre Finanzen (Symbolbild): In einem Portfolio stecken verschiedene Vermögenswerte. (Quelle: kupicoo/getty-images-bilder)
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Portfolios scheint es fast überall zu geben: Unternehmen führen sie, Künstler brauchen sie, sogar Kitas arbeiten damit. Auch bei der Geldanlage ist das Portfolio wichtig. Wir erklären, was genau es damit auf sich hat.

Das Wichtigste im Ăśberblick


  • Bedeutung: Woher kommt der Begriff "Portfolio"?
  • Was ist ein Anlageportfolio?
  • Welche Portfolio-Arten gibt es noch?

Hätte Leonardo da Vinci ein Portfolio mit sich führen wollen, wäre er wohl an der Logistik gescheitert. Sein berühmtestes Werk, die Mona Lisa, hätte er vielleicht noch in einer Sammelmappe unterbringen können; spätestens beim letzten Abendmahl wäre es aber knifflig geworden. Schließlich ist es mit seinen fast 9 mal 5 Metern ein wenig unhandlich – und prangt zu allem Überfluss auch noch direkt auf einer Kirchenwand.

Andere Portfolios sind da leichter zu bestücken – vor allem wenn sie nur im übertragenden Sinn befüllt werden. So "sammeln" Unternehmen ihre Waren oder Dienstleistungen in einem Produktportfolio, Schauspielern dient die Sedcard als Portfolio ihrer wichtigsten Arbeiten.

Wichtig ist das Portfolio außerdem für alle, die Geld anlegen wollen. Denn im Anlageportfolio finden sich womöglich Aktien, Anleihen oder Immobilien, also Investments, die idealerweise im Wert steigen. Was es insbesondere mit dem Anlageportfolio genau auf sich hat, wo Portfolios sonst noch verwendet werden und woher der Begriff eigentlich stammt – unser Überblick zeigt es Ihnen.

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Bedeutung: Woher kommt der Begriff "Portfolio"?

Wie so viele Lehn- und Fremdwörter hat auch das "Portfolio" – selten auch "Portefeuille" genannt – seinen Ursprung im Lateinischen. Es setzt sich zusammen aus den Wörtern portare ("tragen") und folium ("Blatt"). Am besten passt die wortwörtliche Übersetzung des "Blatt-Trägers" wohl zu den Portfolios von Künstlern, die ihre wichtigsten Werke in einer Mappe sammeln – etwa um sich für einen Platz an einer Hochschule zu bewerben.

Mit der Zeit haben aber auch andere Bereiche den Begriff übernommen, um damit ganz generell Zusammenstellungen von Dingen zu beschreiben. So begegnen Ihnen Portfolios heute insbesondere in der Wirtschaft, aber auch an Universitäten, Schulen oder sogar in Kindergärten.

Im Finanzwesen tauchte der Begriff erstmals 1952 beim US-amerikanischen Ökonomen Harry Markowitz auf. Mit seiner Portfoliotheorie konnte er nachweisen, dass Anleger größere Erträge erzielen und ihr Risiko verringern, wenn sie ihr Vermögen auf unterschiedliche Anlageformen aufteilen – also ein "breites" Portfolio besitzen. Markowitz erhielt für seine Arbeit später den Wirtschaftsnobelpreis.

Was ist ein Anlageportfolio?

Wie jedes Portfolio ist auch das Anlageportfolio eine Sammlung. Allerdings sammeln Sie als Anleger keine physischen Objekte in einer tatsächlich existierenden Mappe, sondern stellen sich Ihr Portfolio im übertragenen Sinn aus verschiedenen Vermögenswerten zusammen, auch Anlageklassen genannt. Das können zum Beispiel Wertpapiere wie Aktien sein, Anleihen, aber auch Sachanlagen wie Immobilien oder Geld, an das Sie schnell wieder herankommen – etwa auf dem Tagesgeldkonto.

Theoretisch kann Ihr Portfolio auch nur aus einer Anlageklasse bestehen. Idealerweise enthält es aber eine Mischung aus risikoreicheren und risikoärmeren Vermögenswerten, um gute Erträge, genannt Renditen, zu erzielen. Sie sollten also versuchen, die optimale Balance zwischen Rendite und Risiko zu finden. Da kommt die Asset Allocation ins Spiel, also die Auswahl der Vermögenswerte und deren prozentualer Anteil am gesamten Portfolio.

Dass Sie verschiedene Arten von Geldanlagen in Ihrem Portfolio mischen, nennt man auch Portfoliodiversifizierung. Sie streuen damit Ihr Risiko. Oder einfacher ausgedrĂĽckt: Sie setzen nicht alles auf eine Karte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein ideales Anlageportfolio nimmt zudem Rücksicht darauf, wie wichtig es Ihnen ist, möglichst kurzfristig wieder auf Ihr Geld zugreifen zu können. Wie genau Ihr Portfolio am Ende aussieht, hängt also von Ihrer konkreten Lebenssituation ab.

Beispiel fĂĽr ein Anlageportfolio:

Wenn Sie über einen langen Zeitraum investieren, können Sie prinzipiell stärker ins Risiko gehen. Das liegt daran, dass Sie dann mehr Zeit haben, Krisen auszusitzen. Denn langfristig gleichen sich kurzfristige Kurs- und Wertschwankungen wieder aus.

Ihr Portfolio könnten Sie dann so aufteilen, dass Sie zum Beispiel 70 Prozent Ihres Geldes in risiko-, aber auch ertragreichere Anlagen investieren. Dazu zählen etwa Aktien oder Investmentfonds. Die restlichen 30 Prozent könnten Sie dann in risikoarme Geldanlagen wie Anleihen, Tages- oder Festgeld fließen lassen.

Wenn Sie weniger ins Risiko gehen wollen, zum Beispiel weil Sie alleine eine Familie ernähren müssen oder Sie in Krisen größere Angst vor Verlusten haben, erhöhen Sie einfach den risikoarmen Anlageteil.

Tipp: Ein guter Weg, vergleichsweise hohe Renditen bei beherrschbarem Risiko einzufahren, ist die Geldanlage in ETFs. Das sind spezielle Aktienfonds, bei denen ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax nachbildet. Mehr zum Vermögensaufbau mit ETFs lesen Sie hier.

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Welche Portfolio-Arten gibt es noch?

In der Wirtschaft spielt das Portfolio nicht nur im Finanzwesen eine Rolle. Beim Vertrieb und im Marketing begegnet man etwa dem Produktportfolio, einer Zusammenstellung der Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmen anbietet. Das Markenportfolio wiederum vereint alle Marken, die zum Unternehmen gehören. Und das Kunden-Portfolio gibt Auskunft darüber, welche Kunden bedient werden. Große Industrieunternehmen und Banken nutzen zudem das IT-Portfolio – eine Gesamtübersicht aller IT-Anwendungen, IT-Projekte und der Kompetenzen der IT-Mitarbeiter.

  • Bewerbungsunterlagen: Was bei Arbeitsproben wichtig ist

Wer sich bewirbt, braucht manchmal ebenfalls ein Portfolio. Damit ist dann eine Zusammenstellung von Arbeitsproben gemeint. Das kann in digitaler Form geschehen oder ganz physisch – etwa wenn man sich für einen Platz an einer Kunsthochschule bewirbt. Gerade in Kreativberufen verlangen Unternehmen oft Belege über bisherige Projekte.

Aber auch in Bildungseinrichtungen macht man sich das Portfolio zunutze. In einer "echten" oder digitalen Mappe soll der Lernfortschritt von Schülern, Studierenden oder Kindergartenkindern dokumentiert werden. So finden sich in Portfolios an Schulen und Unis zum Beispiel Zeugnisse, Teilnahmebescheinigungen und Zertifikate, während in der Kita Mal- und Bastelarbeiten gesammelt werden.

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