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ESG-Kritierien: Wie nachhaltig ist eine Geldanlage wirklich?

ESG-Kritierien  

Wie nachhaltig ist eine Geldanlage wirklich?

18.08.2020, 10:36 Uhr
ESG-Kritierien: Wie nachhaltig ist eine Geldanlage wirklich?. Windpark (Symbolbild): Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter. (Quelle: imago images/Westend61)

Windpark (Symbolbild): Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter. (Quelle: Westend61/imago images)

Spätestens seit der "Fridays-for-Future"-Bewegung machen sich immer mehr Menschen Gedanken über die Umwelt und das Klima. Auch bei der Geldanlage spielt das eine Rolle. Das sollten Sie beachten.

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit hat mittlerweile Einzug in die Geldanlage gefunden. Doch eine einheitliche Definition fehlt hier noch.

Es gibt jedoch bestimmte Kriterien, die versuchen, eine Anlage als "nachhaltig" zu identifizieren. Diese heißen auch ESG-Kriterien. Wir erklären, was diese Abkürzung bedeutet und was Sie beim Investieren nach ESG beachten sollten.

Wofür steht die Abkürzung ESG?

Die Kriterien sollen nachhaltige Geldanlagen identifizieren. Die Abkürzung ESG steht für "Environment, Social, Governance".

  • Environment: Environment heißt auf Deutsch Umwelt. Diese Säule steht also für das Engagement für Klimaschutz, besonders energieeffiziente Ansätze oder das Einsparen von Wasser.
  • Social: Dieser Aspekt steht für das "Soziale", also etwa die Sicherheit der Mitarbeiter oder das Engagement einer Firma für Menschenrechte.
  • Governance: Diese Säule lässt sich als "gute Unternehmensführung" übersetzen. Das meint etwa eine faire Vergütung, Mitbestimmung der Mitarbeiter oder auch die Eindämmung von Korruption.

Für welche Geldanlagen werden die ESG-Kriterien benutzt?

Grundsätzlich gilt: Alle Arten von Geldanlagen können nach ESG-Kriterien bewertet werden. Am geläufigsten sind mit Sicherheit nachhaltige Fonds, die nach ESG-Kriterien arbeiten, also in Unternehmen investieren, die sich den Kriterien verschrieben haben.

Es gibt auch sogenannte nachhaltige ETFs. Das sind passive Fonds, die einen Aktienindex nachbilden. In diesem Fall einen Aktienindex, in dem börsennotierte Firmen gelistet sind, die nach ESG ausgewählt worden sind.

Auch Immobilien können auf ESG-Kriterien ausgerichtet werden. Hier kommt es etwa auf die Energieeffizienz eines Gebäudes an – also die Wärmedämmung oder Solardach.

Wie nachhaltig sind die ESG-Kriterien?

Das ist die entscheidende Frage. Allgemein lässt sich das nicht sagen. Es kommt darauf an, wie die ESG-Kriterien umgesetzt werden.

So gibt es etwa spezielle Gütesiegel für Fonds, die ihre Nachhaltigkeit bewerten. Diese sind nach ESG ausgerichtet. Doch das ESG-Rating, also die ESG-Bewertung, ist oft nicht transparent. So kann es für Privatanleger schwierig sein, zu bewerten, wie sehr ein Investment die Nachhaltigkeitskriterien miteinbezieht.

Ein anderes Beispiel sind etwa nachhaltige ETFs. Diese bilden einen nachhaltigen Aktienindex nach. Bekanntes Beispiel ist der Dow Jones Sustainability World Index.

Für die Aufnahme der Unternehmen in den Index gibt es unterschiedliche Ansätze:

Negativansatz: Bestimmte Branchen sollen ausgeschlossen werden, beispielsweise die Glücksspiel-, Waffen- oder Pornografieindustrie.

Positivansatz: Aus bestimmten Branchen sollen die "besten" Unternehmen ausgewählt werden.

  • "Best-in-Class"-Prinzip: Es werden Unternehmen in den Index aufgenommen, die nach ESG-Kriterien die besten einer Branche sind.
  • "Best-in-Progress"-Prinzip: Es werden Unternehmen in den Index aufgenommen, die nach ESG-Kriterien die größten Fortschritte einer Branche gemacht haben.

Tipp: Da für Sie als Privatanleger nicht sofort erkennbar ist, wie nachhaltig eine Geldanlage wirklich ist, vergleichen Sie mehrere ETFs und Fonds miteinander. Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, in welche Firmen ein Fonds wirklich investiert. Achten Sie auf jeden Fall auf eine breite Streuung über verschiedene Länder und Branchen – das mindert Ihr Risiko, Ihr investiertes Geld zu verlieren.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • wirtschaftslexikon.gabler.de
  • kfw.de
  • dws.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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