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Tipps für Hundebesitzer: Darum sind Hunde für Postboten gefährlich

Das können Besitzer tun  

Warum mögen Hunde Postboten oft nicht?

29.07.2019, 07:55 Uhr | t-online.de, sth

Tipps für Hundebesitzer: Darum sind Hunde für Postboten gefährlich. Hundetraining für Postboten: Ein Experte erklärt Mitarbeitern der Deutschen Post, wie sie richtig mit Hunden umgehen. (Archivbild) (Quelle: imago images/Horst Rudel Backnang)

Hundetraining für Postboten: Ein Experte erklärt Mitarbeitern der Deutschen Post, wie sie richtig mit Hunden umgehen. (Archivbild) (Quelle: Horst Rudel Backnang/imago images)

Jährlich werden etwa tausend Postboten von Hunden gebissen. Dass es so weit kommen kann, liegt auch an der Erziehung der Hunde. Ein Trainer erklärt, was manche Hundebesitzer falsch machen.

Betritt ein Postbote ein Grundstück, auf dem ein Hund lebt, geht er ein Risiko ein. Der Zusteller dringt in ein fremdes Revier vor. Ist er dann noch hektisch oder unerfahren im Umgang mit Hunden, kann das schmerzhaft enden. Der Hund wird vielleicht aggressiv, bellt und fletscht die Zähne. Im schlimmsten Fall beißt er zu. Das kann bis zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Training für Zusteller gegen die Angst

Die Deutsche Post meldet: Im vergangenen Jahr wurden 1.043 Mal Zusteller so schwer gebissen, dass sie mindestens einen Arbeitstag ausfielen. Im Jahr 2017 war das ähnlich, 1.027 Fälle seien bekannt. Damit trifft es schätzungsweise weniger als einen Prozent der Brief- und Paketzusteller bundesweit. Dem Post-Konkurrenten Pin AG sind kaum Fälle bekannt. "Ein Hundebiss kommt äußerst selten vor und in der Regel ist es mehr ein Kneifen durch den Biss des Hundes, als das tatsächlich etwas passiert", schrieb der Pin-Sprecher Peter Kaiser t-online.de.

Doch so ein Hundebiss kann schlimme Folgen, sagt Hundetrainer Michael Pfaff aus Schwerte. "Das schlimmste am Biss ist die psychische Belastung, insbesondere, wenn der Betroffene nicht weiß, warum er gebissen wurde", erklärt Pfaff. "Bei manchen Zustellern führt das sogar zur Arbeitsunfähigkeit."


Trainer: Viele Unfälle lassen sich vermeiden

Pfaff ist einer der Hundetrainer, die Zustellern der Deutschen Post beibringen, wie sie mit Hunden umgehen sollten. Die Seminare organisiert die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft – für Auszubildende und Mitarbeiter, die gebissen wurden. Laut Pfaff sollten in Zukunft auch Zusteller anderer Versandunternehmen teilnehmen können. Er ist überzeugt: Oft liegt der Fehler nicht nur beim Postboten, sondern bei den Hundehaltern.

"Die meisten Bisse passieren direkt an der Haustür", erklärt der Trainer. "Da klingelt der Zusteller, Frauchen oder Herrchen versuchen den Hund noch zurückzuhalten – und der schiebt sich gerade noch durch und schnappt zu." Das ließe sich vermeiden, wenn der Hund gut erzogen sei. Ein Hund muss lernen, ruhig zu bleiben, wenn es klingelt. "Dafür braucht es nur einen Hundekorb oder eine Decke außerhalb des Türbereiches", so Pfaff. Klingelt es, sollte man ihn mit dem Kommando "Geh' auf deinen Platz" wegschicken.

Warnschild vor einem Haus: Manche Postboten können über solche Schilder nicht lachen. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Horst Rudel)Warnschild vor einem Haus: Manche Postboten können über solche Schilder nicht lachen. (Symbolbild) (Quelle: Horst Rudel/imago images)

Wann Sie den Hund (nicht) belohnen sollten

Auch die Gewöhnung spielt eine Rolle: Der Postbote klingelt, der Hund bellt – bis der Postbote wieder geht. So fühlt sich der Hund bestätigt, weil er glaubt, den Eindringling vertrieben zu haben. Am nächsten Tag beginnt alles wieder von vorn. "Diesen Kreislauf müssen Hundebesitzer durchbrechen, der Zusteller kann da nicht viel gegen machen", sagt der Hundetrainer.

Generell lohnt es sich, dass Besitzer ihren Hund belohnen, wenn er ruhig bleibt. Post- und Paketzusteller sollten das aber besser den Besitzern überlassen. "Kommt nämlich mal ein anderer Zusteller, der keine Belohnung für den Hund dabei hat, wird der Hund schnell unzufrieden. Dann kann es auch passieren, dass er zubeißt", sagt Pfaff. 

Pakete vor der Tür: Lebt ein Hund auf dem Grundstück, sollten Postboten draußen bleiben. (Symbolbild)  (Quelle: imago images/Steinach)Pakete vor der Tür: Lebt ein Hund auf dem Grundstück, sollten Postboten draußen bleiben. (Symbolbild) (Quelle: Steinach/imago images)


Was können Hundebesitzer noch tun? Briefkästen sollten grundsätzlich außen am Zaun hängen. Der Hund sollte angeleint werden oder im Haus sein, wenn der Zusteller kommt. Und falls meist der gleiche Postbote klingelt, gibt Pfaff den Tipp: "Seien Sie freundlich und zeigen Sie dem Hund, dass der Besucher nicht gefährlich ist."

Verwendete Quellen:

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