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Sparen extrem: Ist kalt Duschen im Winter gesund?


Kann kalt Duschen das Immunsystem stimulieren?

Von Lynn Zimmermann

Aktualisiert am 16.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Duschen: Tägliches warmes Duschen kann den Geldbeutel belasten.
Duschen: Tägliches warmes Duschen kann den Geldbeutel belasten. (Quelle: torwai/getty-images-bilder)
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Um Energiekosten zu sparen, wird nicht nur die Heizung runtergedreht – auch die kalte Dusche liegt im Trend. In manchen Fällen kann das der Gesundheit schaden.

Dass kaltes Duschen und Wechselduschen die Gesundheit fördern, ist eine weit verbreitete Überzeugung. Bei steigenden Strom- und Gaspreisen hat kaltes Duschen für viele in diesem Winter einen weiteren Vorteil: Es kann helfen, die Energiekosten zu drücken.

Diese zusätzliche Sparmaßnahme ist vielleicht gut für den Geldbeutel, doch ist sie es auch für die Gesundheit? Die wichtigsten Infos im Überblick.

Wechselduschen regen die Durchblutung an

Erst warmes Wasser, dann kaltes – so funktioniert die Wechseldusche. Dabei führt das warme Wasser dazu, dass sich die Blutgefäße in der Haut und anderen Körperregionen weiten. Kaltes Wasser führt dazu, dass sie sich wieder verengen.

Durch diesen Wechsel werden das Herz-Kreislauf-System und die Durchblutung angeregt. Der Effekt: Haut und Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt und Müdigkeit verschwindet.

Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Venenleiden sollten jedoch vorsichtig sein. Denn: Es lässt sich nicht ausschließen, dass insbesondere der abrupte Wechsel auf kaltes Wasser für diese Menschen gefährlich sein könnte. Im besten Fall sollte im Vorfeld ein Arzt zurate gezogen werden.

Kann die kalte Dusche das Immunsystem stimulieren?

Kalte Bäder oder Duschen stärken die Abwehrkräfte und schützen vor Erkältungen – das ist die Überzeugung vieler Menschen. Aber ob das wirklich das Immunsystem trainiert, ist bis heute nicht eindeutig erwiesen.

Es gibt zwar einzelne Studien, die einen positiven Effekt auf das Immunsystem vermuten lassen, die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig und die Studien zum Teil nur mangelhaft durchgeführt.

Vorsicht vor Unterkühlung

Sicher ist jedoch, dass kaltes Wasser die Körpertemperatur beeinflusst. Wenn es sowohl draußen als auch in der eigenen Wohnung über längere Zeit kalt ist, kann es passieren, dass der Körper mehr Wärme verliert, als er erzeugen kann. Das kann dazu führen, dass er unterkühlt. Kaltes Wasser, zum Beispiel durch kaltes Duschen, kann diesen Prozess verstärken.

Bereits drei Minuten unter der kalten Dusche können die Hauttemperatur von knapp 30 °C (in warmer Umgebung) auf bis zu 25 °C abkühlen. Zusätzlich verlieren auch Arme, Beine und Unterhaut an Wärme, weil sich die Blutgefäße zusammenziehen.

Eine kalte Umgebung, zum Beispiel durch eine ungeheizte Wohnung, kann nach dem kalten Duschen das Aufwärmen des Körpers verzögern. Dadurch kann das Kältegefühl im ganzen Körper steigen – und das auch noch einige Zeit nach dem Duschen.

Bereits drei Minuten kaltes Duschen kann die Hauttemperatur von knapp 30 °C auf 25 °C abkühlen. Dadurch kann das allgemeine Kältegefühl steigen – auch noch einige Zeit nach dem Duschen.
Regulation der Körpertemperatur eines Erwachsenen je nach Umgebung.

Ein anhaltendes Kältegefühl, insbesondere in den Füßen und Händen, kann ein erstes Anzeichen für eine Unterkühlung sein. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Zittern
  • bleiche Hautfarbe
  • schneller Atem
  • schneller Herzschlag

In einer niederländischen Studie, die den Effekt von kaltem Duschen auf das Immunsystem untersuchte, waren ein anhaltendes Kältegefühl am ganzen Körper oder in den Händen und Füßen die häufigste Nebenwirkung.

Bei einzelnen Personen kam es durch das kalte Wasser sogar zu Krämpfen, Muskelschmerzen, Juckreiz, Schlafproblemen und Schwindel.

Unterkühlung (Hypothermie)

Von einer Unterkühlung spricht man, wenn die Körperkerntemperatur, also die Temperatur des Rumpfs und Kopfes, unter 35 °C absinkt. Normalerweise liegt sie bei einem Erwachsenen bei ca. 37 °C. Starke Unterkühlungen sind lebensgefährlich, da wichtige Organe nicht mehr richtig funktionieren können. Besonders anfällig für eine Unterkühlung sind Kinder und ältere Menschen. Aber auch erschöpfte Personen können schneller auskühlen, zum Beispiel nach einer Erkrankung oder einem anstrengenden Training.

Kälte bei Herzschwäche nicht zu unterschätzen

Auch bei steigenden Energiepreisen sollte die Wohnung nicht zu sehr abkühlen. Die WHO empfiehlt, die Raumtemperatur in regelmäßig genutzten Räumen aus gesundheitlichen Gründen nicht unter 18 °C sinken zu lassen.
Auch bei steigenden Energiepreisen sollte die Wohnung nicht zu sehr abkühlen. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn./dpa)

Kaltes Duschen – beziehungsweise Kälte insgesamt – verengt die Gefäße. Als Folge steigt der Blutdruck und das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand durch die verengten Adern pumpen. Das kann eine hohe Belastung für den Herzmuskel und die Gefäßwände darstellen. Insbesondere bei Menschen mit einer Herzschwäche kann es dadurch im schlimmsten Fall zu einer Überlastung des Herzmuskels kommen.

Einzelne Studien deuten darauf hin, dass in manchen Fällen bereits eine zu kalte Wohnung für Blutdruckanstiege mitverantwortlich sein kann. Die Kombination aus kalter Raumluft und kaltem Duschen könnte diese Wirkung noch verstärken.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • amboss.com: "Energie- und Wärmehaushalt". (Stand: Januar 2022)
  • pubmed.ncbi.nlm.nih.gov: : "Effect of Length of Cold Showers on Skin Temperatures and Exercise Heart Rate". (Stand: März 2013)
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