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Corona-Impftermine: "Handy, Scancode, E-Mail – Fremdwörter für den Opa"

Erfahrungsberichte zur Impfterminvergabe  

"Handy, Scancode, E-Mail – all das sind Fremdwörter für meinen Opa"

27.02.2021, 13:45 Uhr
Corona-Impftermine: "Handy, Scancode, E-Mail – Fremdwörter für den Opa". Ein Rentner versucht, einen Termin für eine Coronaimpfung zu erhalten: Auch bei einigen t-online-Lesern ist die Terminvereinbarung keineswegs problemfrei verlaufen. (Quelle: imago images/ Manngold)

Ein Rentner versucht, einen Termin für eine Coronaimpfung zu erhalten: Auch bei einigen t-online-Lesern ist die Terminvereinbarung keineswegs problemfrei verlaufen. (Quelle: Manngold/imago images)

Viele ältere Menschen sind mit der Terminvereinbarung für ihre Corona-Impfung überfordert. Sie brauchen Unterstützung. Doch auch Jüngere stehen in dem Prozess vor Herausforderungen. Fünf t-online-Leser berichten von ihren Versuchen, einen Impftermin zu vereinbaren.

Die Impfung gegen das Coronavirus ist der größte Hoffnungsträger für ein absehbares Ende der Pandemie. Doch gerade für die Ältesten in der Gesellschaft ist es oft nicht leicht, einen Impftermin zu vereinbaren. Eine Terminvereinbarung über das Internet ist für viele Menschen über 80 Jahre kaum ohne Unterstützung zu bewerkstelligen. Aber auch telefonisch ist großes Durchhaltevermögen gefragt.

Lange Warteschleifen oder die Notwendigkeit, aufgrund von Engpässen in der Terminvergabe und der Verfügbarkeit des Impfstoffes zig Mal vergeblich mit der Hotline zu telefonieren, rauben nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Fünf Leserinnen und Leser von t-online berichten von ihren oft frustrierenden Erfahrungen beim Versuch, für ältere Familienmitglieder einen der begehrten Impftermine zu ergattern.

Ein t-online-Leser über Brandenburg: "Meine Eltern haben noch nichts davon gehört, wie man an einen Impftermin kommt"

"Meine Eltern sind 84 und 85 Jahre alt und haben noch nichts davon gehört, wie man an einen Impftermin kommt. Sie leben noch allein zu Hause, sind nicht pflegebedürftig. Aber sie sind einfach zu alt, um selbst einen Impftermin zu vereinbaren. Es ist für sie viel zu kompliziert. Nun habe ich mich dem angenommen und für sie seit Januar fast täglich versucht, bei der 116117 einen Termin für sie zu bekommen. Da heißt es aber immer, dass derzeit keine Impftermine in Brandenburg vergeben werden können aufgrund fehlenden Impfstoffs. Inzwischen steht auf der Website Brandenburg-impft.de, dass die nächste Gruppe bereits geimpft werden soll und die über 80-Jährigen nun einen Brief mit einer Impfaufforderung erhalten sollen. Als ich bei der Impfhotline des Bundesgesundheitsministeriums anrief, sagte man mir, ich solle mal zwei Wochen nicht mehr anrufen, da es einfach keine Termine für über 80-Jährige in Brandenburg gebe. Man wisse auch nicht woran dies liege, es sei nur in Brandenburg so katastrophal."

t-online-Leserin Stephanie Müller über Bayern: "Wir wurden informiert, dass auf Reha leider nicht geimpft werden kann."

"Mein Opa ist 86 Jahre alt. Er hatte am 22. Januar einen Schlaganfall und war seitdem in der Klinik. Jetzt ist er auf Reha. In der Klinik fragten wir, ob sie Opa denn nun auch gleich impfen könnten. Daraufhin wurde uns mitgeteilt, dies ginge nicht, da Impfstoff nur für Pfleger und Ärzte vorgesehen sei. Auf die Frage, wann Opa denn dann geimpft werden könne, gab es keine Antwort. Wir konnten Opa die zehn Tage, die er in der Klinik war, nicht besuchen. Oma ist dement und versteht die Welt nicht mehr. Direkt im Anschluss wurde Opa auf Reha untergebracht. Ob man Opa denn nun impfen könne, wollten wir wissen. Wir wurden dann informiert, dass auf Reha leider gar nicht geimpft werde. Wir wurden lediglich mit einem "ist nicht vorgesehen" abgespeist. Wir müssten Opa selbst ins Impfzentrum fahren – auf eigene Gefahr. Opa hatte einen Schlaganfall und ist körperlich eingeschränkt. Wir müssten ihn vor die Tore Münchens fahren, um uns selbst zu kümmern. Opa ist mit 86 in der ersten Gruppe. Oma kann Opa seit sechs Wochen nicht besuchen. Es werden mindestens noch drei bis vier Wochen mehr werden."

t-online-Leserin Gisela Dümpelmann über Nordrhein-Westfalen: "Ich werde auf den Impfeinsatz meines Hausarztes warten"

"Am 27. Januar habe ich über die E-Mail-Adresse meines Verwandten einen Vermittlungscode für die Corona-Impfung in Olsberg, Kreis Hochsauerland, erhalten. Ich versuchte sofort zu buchen. Mir wurden für den 26. Februar und den 20. März zwei offene Termine angezeigt, die ich direkt ausgewählt habe. Gewundert habe ich mich dann allerdings, dass mir keine Bestätigung geschickt wurde. Nachdem Bekannte von einer schriftlichen Bestätigung gesprochen hatten, bin ich der Sache nachgegangen. Nach zig versuchten Anrufen und Online-Versuchen über die 116117.de erhielt ich jeweils in rot den Hinweis "ungültiger Vermittlungscode". Dies geschieht seit etwa Anfang Februar bis zum heutigen Tag. Dieser Hinweis war bei der ersten angeblichen Buchung der freien Impftermine nicht erschienen. Ich bin mehr als verärgert. Daher werde ich auf den Impfeinsatz meines Hausarztes warten. Ersparen kann ich mir so eine Hin- und Rückfahrt von rund 80 Kilometern. Es ist mir unverständlich, was das Bundes- und Landesgesundheitsministerium insbesondere älteren Menschen zumutet."

t-online-Leserin Stephanie Maiwald über Sachsen-Anhalt: "Das System stürzte mehrmals ab" 

"Für meinen 83-jährigen Opa hat sich wochenlang nichts getan. Er hat kein Schreiben von der Stadt erhalten. Daraufhin habe ich als Enkelin den Termin online vereinbart. Das System stürzte mehrmals ab, aber dann hat es geklappt. Danach kamen die notwendigen Unterlagen mitsamt eines Scancodes per Mail. Diese sollte mein Opa zum Termin mitnehmen. Da er 40 Kilometer entfernt wohnt, habe ich die Dokumente ausgedruckt und sie per Post an ihn versendet. Meine Mutter habe ich ebenfalls eingeschaltet, damit Opa alle Unterlagen, wie auch die Versicherungskarte und den Impfausweis dabei hat. Um zum Impftermin zu kommen, brauchten wir auch noch einen Fahrer, da das Impfzentrum 20 Kilometer entfernt und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sonderlich gut zu erreichen ist. Auch diese Hürde haben wir gemeistert. Mein Opa hat die erste Impfung bekommen und zum zweiten Termin wird ihn der Fahrer nochmals bringen. Für ältere Menschen ist diese Vorgehensweise ohne Hilfe nicht zu stemmen. Handy, Scancode, E-Mail – all das sind Fremdwörter für meinen Opa. Wir freuen uns dennoch über den erarbeiteten Erfolg und die Umsetzung der Impfung. Mein Opa geht im April zur Kur und da ergibt die Impfung sehr viel Sinn."

t-online-Leserin Evelyn Fiedler über Nordrhein-Westfalen: "Es war alles gut und zügig organisiert"

"Ich habe am Montag gleich um 8.30 Uhr versucht, für meinen 86-jährigen Vater einen Termin im Impfzentrum Neuss zu bekommen. Ich hatte nur mein Smartphone zur Verfügung und habe es immer wieder online probiert. Um 11.00 Uhr hatte ich beide Impftermine. Vielleicht war es Glück? Mein Vater hatte gleich am 8. Februar seinen Impftermin. Der Zeitpunkt für die zweite Impfung wurde ihm direkt mitgeteilt. Es war trotz des ersten Tages alles gut organisiert. Dankeschön! Die Helfer vor Ort waren sehr nett und hilfsbereit. Als Begleitperson durfte ich – mit vorherigem Fiebermessen – mit hinein. Darüber war mein Vater sehr froh. Es war alles gut und zügig organisiert."

Verwendete Quellen:
  • Einsendungen von t-online-Lesern

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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