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Haus winterfest machen: Was vor der großen Kälte noch zu prüfen ist


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Das Haus rechtzeitig winterfest machen

dpa-tmn, t-online, rw

Aktualisiert am 13.09.2022Lesedauer: 5 Min.
beschlagenes Fenster
Wintereinbruch: Undichte Fenster können nicht nur hohe Kosten sondern auch starke Schäden verursachen. (Quelle: MarinaCH/getty-images-bilder)
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Wer es noch nicht getan hat, sollte jetzt damit beginnen, sein Haus fit für den Winter zu machen. Frost, Schnee, Hagel und Sturm setzen ihm in der kalten Jahreszeit zu.

Das Wichtigste im Überblick


"Mehrere Dinge müssen jetzt erledigt werden, damit die Immobilie in den nasskalten Wintermonaten nicht leidet", drängt der Verband privater Bauherren (VPB) zur Eile. Die wichtigsten Stationen beim Winter-Check sind die Kontrolle der Heizungsanlage und der einzelnen Heizkörper, der Schutz von Wasserleitungen gegen Frostschäden, die Inspektion des Daches sowie die Reparatur zugiger Fenster und Türen.


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Heizungsanlage und einzelne Heizkörper kontrollieren

Fast jede Heizungsanlage bietet Energiesparpotenzial. Deshalb sollte die komplette Anlage einmal jährlich – idealerweise zum Winter hin – von einem Fachbetrieb gewartet werden. "Die regelmäßige Wartung der Heizung durch einen Fachmann erhöht die Lebensdauer der Anlage und senkt die Energiekosten", stellt beispielsweise die Deutsche Energieagentur (dena) klar. Bei einer fachmännischen Wartung fallen kostenfressende Mängel wie etwa eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur auf und können vom Profi gleich behoben werden.

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Darüber hinaus empfiehlt der TÜV Rheinland, jeden einzelnen Heizkörper zu kontrollieren. Befindet sich beispielsweise Luft im Heizkörper kann dieser nicht mehr seine maximale Temperatur erreichen und es wird unnötig Heizenergie verschwendet. Luft im Heizkörper macht sich meist mit gluckernden Geräuschen bemerkbar, die anzeigen, dass die Heizung entlüftet werden muss. Die Entlüftung sowie kleinere Reparaturen an der Heizung kann man ganz leicht selbst erledigen.

Dämmung der Heizungsrohre und Warmwasserleitungen kontrollieren

Darüber müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) in den meisten Gebäuden alle oberirdisch verlaufenden Heizungs- und Warmwasserrohre gedämmt sein. Freigestellt von der Nachrüstungspflicht sind Eigentümer, die ihre Immobilie bereits vor dem Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. In allen anderen Eigenheimen müssen "zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen im unbeheizten Bereich" gedämmt sein.

Aus eigenem Interesse sollte man zum Winter hin die Dämmung der Rohre kontrollieren und bei Bedarf reparieren lassen. Mit speziellen Dämmschalen aus dem Baumarkt kann der versierte Heimwerker Leitungen auch in Eigenregie dämmen.

Keine Panik, wenn die Heizung ausfällt

Fällt die Heizung doch einmal aus, heißt es: Ruhe bewahren. "Wenn vorher normal geheizt worden war, dauert es meist einige Tage, bis die Temperatur im Haus deutlich unter 15 Grad Celsius fällt", sagt Andreas Braun. Selbst bei starkem Frost würden Gebäude aus Stein und Beton nur langsam auskühlen. Wichtig sei aber, Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Nach zwei bis drei Tagen sollte dann aber ein Fachhandwerker vor Ort sein."

Wasserleitungen gegen den Frost schützen

Wichtig ist es auch, alle Wasserleitungen im und am Haus gegen Zufrieren zu schützen. Der Frost kann sonst die Rohre aufsprengen. Im Haus vermeiden Sie solche Frostschäden am besten dadurch, dass Sie – auch bei längerer Abwesenheit – die Innenräume nie komplett auskühlen lassen, sondern sie stets zumindest minimal beheizen.

Um keine Schäden zu riskieren, dürfen Leitungen in Räumen ohne Heizung und im Außenbereich bei hohen Minusgraden kein Wasser mehr führen. Dies können Sie vorbeugen, indem Sie Leitungen in den gefährdeten Bereichen absperren und den Hahn öffnen. Dadurch kann das sich in den Rohren befindliche Wasser abfließen.

Ist eine Wasserleitung trotzdem eingefroren, muss sofort gehandelt werden: Das Wasser abdrehen, die Hähne öffnen und einen Installateur informieren. Der wird die Rohre dann vorsichtig erwärmen. Keinesfalls sollten Laien mit Lötkolben oder Heizstrahler selbst Hand anlegen, warnt der Deutsche Feuerwehrverband. Mit solchen Erste-Hilfe-Maßnahmen, hätte schon mancher Hausbesitzer sein Heim in Brand gesteckt.

Das Dach auf fehlende Ziegel prüfen

Gerade im Winter muss man ein gutes Dach über dem Kopf haben. Laut TÜV müsse hier zum beim Winter-Check unter anderem geprüft werden, ob das Dach richtig dicht ist. "Die letzten Sommerstürme haben an vielen Dachziegeln heftig gerüttelt", so die VPB-Experten. Leicht können dabei einzelne Ziegel beschädigt worden und das Dach nun undicht sein. Dringt Feuchtigkeit ein, kann auf Dauer die Bausubstanz des gesamten Dachstuhl beschädigt werden oder die Nässe zieht in die Dämmung des Daches ein, wodurch die Dämmstoffe schlechter isolieren und schimmeln.

"Beschädigte Dachpfannen sollten ausgetauscht werden", rät deshalb der TÜV. Sie fallen bei einer sorgfältigen Sichtprobe mit dem Fernglas auf. Dabei fährt man langsam jede einzelne Reihe Dachziegeln nacheinander ab, so dass offensichtliche Schäden wie eine fehlende oder verschobene Dachpfanne auffallen.

Statik des Daches prüfen lassen

Andere Mängel am Dach – beispielsweise eine unzureichende Statik – fallen dem Laien bei einer reinen Sichtkontrolle mit dem Fernglas allerdings nicht auf. Gerade in schneereichen Regionen, wo das Dach im Winter besonders stark belastet wird, sollte der Dachstuhl alle fünf Jahre vom Fachmann inspiziert werden. Dabei fallen dem Profi die Traglast des Daches beeinträchtigende Mängel wie feine Risse in Balken und Trägern auf. TÜV-Experten empfehlen, für die Dachbegehung unbedingt einen professionellen Fachbetrieb zu beauftragen, damit keine Schäden übersehen werden. Sonst stürzt im schlimmsten Fall bei starker Belastung das Dach ein.

Zulässige Schneelast beachten

Aber auch wenn das Dach gründlich durchgecheckt wurde, sollte man die Belastung einer dicken Schneedecke nicht unterschätzen. Häuser halten nur eine bestimmte Menge der weißen Pracht aus – zulässige Schneelast nennt das der Fachmann. Sie wird bereits beim Bau vom Tragwerksplaner errechnet und jeder Eigentümer hat sie in seinen Unterlagen. Ein Bauingenieur kann das Höchstgewicht neu ermitteln. Alternativ können Sie folgenden Trick anwenden: "Um herauszubekommen, was der frisch gefallene Schnee auf dem Dach konkret wiegt, kann man ein zehn mal zehn Zentimeter großes Stück herausstechen und es abwiegen", sagt in den Leitungen gefrieren und sich ausdehnen, so dass sie im schlimmsten Fall platzen", warnt Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau in München. Das Hundertfache dieses Wertes ergebe die Schneelast für einen Quadratmeter Dachfläche. Liegt zu viel Schnee auf dem Dach, sollte er möglichst zeitnah entfernt werden. Sonst drohten Dachlawinen oder Dachschäden.

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Dachrinne stets frei halten

Bei der Dachrinne können Hausbesitzer hingegen selbst tätig werden. Diese muss gründlich vom Herbstlaub befreit werden. Bei Flachdächern dürfen auch die Wasserabläufe nicht vergessen werden. Wenn Schmelzwasser nicht richtig ablaufen kann, dringt es möglicherweise in das Mauerwerk ein. Gefriert es dort, können Teile der Fassade abplatzen.

Fassade kontrollieren und Risse schließen

Dasselbe kann passieren, wenn Regenwasser in bestehende Risse in der Fassade eindringt. Deshalb verdient auch die Gebäude hülle vor dem Winter eine gründlich Inspektion. Finden sich feine Risse oder ist die Fassade an einigen Stellen abgeplatzt, sollte man die entsprechenden Stellen noch vor dem ersten Frost ausbessern. Sonst vergrößern sich die Risse bei Frost womöglich und spätere Reparaturmaßnahmnen werden deutlich teurer.

Fenster und Türen sind oft Schwachstellen

Durch undichte Fenster und Türen kann warme Luft nach außen entweichen und die Außenluft dringt als kalter Windzug durch Ritzen und Fugen. Dadurch wird unnötig Heizenergie verschwendet. Schließen die Fenster nicht luftdicht, sollten sie nachjustiert werden, empfehlen die TÜV-Experten. Außerdem sollten alle paar Jahre die Gummidichtungen erneuert werden. "An Fenstern und Türen sollten Hausbesitzer außerdem die Scharniere prüfen und sie eventuell nachjustieren", rät der VPB.

Sind die Fenster selbst schon sehr alt, kann es sich sogar lohnen, über einen Austausch nachzudenken. Mit modernen Fenstern kann man die laufenden Heizkosten erheblich reduzieren. Über die Dämmeigenschaften eines Fensters gibt der so genannte U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) Auskunft. Je kleiner der U-Wert, desto weniger Wärmeenergie wird durch das Fenster nach draußen abgegeben.

Auch durch die Türen sollte natürlich möglichst wenig warme Luft entweichen. Ist der Spalt unter der Tür sehr groß, kann man beispielsweise eine Bürstendichtung an der unteren Türkante anbringen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, mit denen man Zugluft durch Fenster und Türen stoppen kann.

Außenbeleuchtung kontrollieren

Als letzten großen Punkt für den Winter-Check nennt der VPB die Kontrolle der Außenbeleuchtung. "Auf allen Wegen rings ums Haus sollten blendfreie Leuchten montiert sein – und auch funktionieren." Besonderes Augenmerk sollten Hausbesitzer auf die Beleuchtung von Außentreppen, Auffahrt und Garage sowie aller Hauseingänge und der Hausnummer richten. Unzureichend beleuchtete Wege sind gerade im Winter bei früh einsetzender Dunkelheit und Glätte ein hohes Unfallrisiko. Außerdem trägt eine gute Außenbeleuchtung zum Einbruchschutz bei.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
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