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Sonnenschutz: So schützen Sie Ihre Wohnung am besten vor Hitze

Markisen, Jalousien und Raffstores  

So kommen 80 Prozent weniger Hitze ins Haus

07.08.2020, 09:43 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online

Sonnenschutz: So schützen Sie Ihre Wohnung am besten vor Hitze. Hand hält Vorhang (Quelle: Getty Images/byakkaya)

Vorhänge: Innenliegender Sonnenschutz hält die Sonne und Hitze nicht ausreichend ab. (Symbolbild) (Quelle: byakkaya/Getty Images)

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad sind zwar ideales Grill- und Biergartenwetter, können den Aufenthalt im Haus aber beinahe unerträglich machen. Damit die Hitze gar nicht erst ins Haus kommt, ist ein guter Sonnenschutz das A und O. Wir geben Ihnen Tipps für kühle Räume an heißen Tagen.

Am wirkungsvollsten ist die Verschattung von außen mit Markise, Rollläden und vergleichbaren Sonnenschutzlösungen. Eine Alternative können Fenster aus Sonnenschutzglas sein, das bis zu 80 Prozent der Wärmeenergie von Sonnenstrahlen draußen hält. Das sind die besten Sonnenschutz-Lösungen für Haus und Wohnung.

Am effektivsten ist ein Sonnenschutz, der einen Teil des Sonnenlichts und damit die Wärme erst gar nicht ins Innere des Gebäudes eindringen lässt. Außen liegende und in den Scheibenzwischenraum integrierte Sonnenschutzsysteme halten die Wärme deshalb generell effektiver ab, als innen angebrachter Sonnenschutz wie Rollos, Plissees oder auch Vorhänge.

Sonnenschutz mit Markisen, Jalousien und Raffstores

Sehr effektiv gegen die Hitze wirkt eine Verschattung der Glas- und Fensterfronten von außen. "Gute Ergebnisse erzielt man mit Raffstores, Jalousien, Markisen und sogenannten Screens", sagt das Technische Kompetenzzentrum des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz (BVRS). "Diese Produkte bieten effektiven sommerlichen Wärmeschutz bei gleichzeitiger Sicht nach außen und leiten zum Teil sogar das Licht nach innen."

Viele Systeme lassen sich automatisch steuern, abhängig von Sonnenstand, den Wetterverhältnissen und den Bedürfnissen der Bewohner. Auch die Einbindung in sogenannte Smart-Home-Systeme ist möglich. Wer neu baut, sollte möglichst gleich ein leistungsfähiges Sonnenschutzsystem mit einplanen. Denn die Entscheidung für ein bestimmtes System ist Bestandteil des architektonischen Konzepts. Grundsätzlich ist aber auch die Nachrüstung möglich.

Markise nicht ohne Zustimmung anbringen

Auf Balkon oder Terrasse dürfen Mieter einen Sonnenschutz installieren. Wer nicht genug Platz für einen Sonnenschirm hat, darf aber nicht einfach eine Markise anbringen. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Bayern hin.

Der Grund: Eine Markise muss an der Wand verschraubt werden. Damit ist das Anbringen schon eine bauliche Veränderung. Und dafür ist grundsätzlich immer die Zustimmung des Vermieters nötig.

Allerdings darf der Vermieter nicht ohne Weiteres die Genehmigung verweigern. Denn der Mieter hat gegenüber dem Vermieter ein Recht auf vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Der Schutz vor Sonne auf dem Balkon gehört als sozial übliches Verhalten zum berechtigten Wohngebrauch. Beeinträchtigt ein Sonnenschirm den üblichen Wohngebrauch, kann eine Markise also durchaus zulässig sein.

Sonnenschutzglas hält bis zu 80 Prozent der Wärme draußen

Beim Neubau oder wenn im Zuge eines größeren Umbaus ohnehin ein Fensteraustausch geplant ist, kann man auch Sonnenschutzglas einbauen lassen. Dieses besitzt eine hauchdünne, metallische Schicht, die nur bei ganz genauer Betrachtung der Scheibenoberfläche erkennbar ist. "Die Beschichtung sorgt dafür, dass auftreffende Sonnenstrahlen gefiltert werden und große Teile der energiereichen Infrarotstrahlung die Innenräume des Hauses oder der Wohnung nicht erreichen", so der Bundesverband Flachglas (BF).

Stark verringerten Lichteinfall müssen Sie beim Verwenden moderner Sonnenschutzgläser Experten zufolge nicht fürchten. Die heute hergestellten Gläser lassen beinahe genauso viel Licht durch, wie ganz normale Wärmedämmgläser, erklären Experten. Sonnenschutzgläser seien in Ansicht und Durchsicht kaum noch von üblicherweise verwendetem Glas zu unterscheiden.

Bei Sonnenschutzglas auf g-Wert und Ug-Wert achten

"Die Wirksamkeit von Sonnenschutzglas hängt von zwei Werten ab, dem g- und dem Ug-Wert", berichtet der Verband Fenster + Fassade. Der g-Wert sagt etwas aus über die Menge der Energie, die das Glas in den Raum hineinlässt. Bei hochwertigem Sonnenschutzglas liegt dieser Wert zwischen 0,20 und 0,50, es gelangen also nur noch zwischen 20 und 50 Prozent der Sonnenwärme in das Haus, bis zu 80 Prozent der sommerlichen Hitze bleiben ausgesperrt. Bei normalem Wärmedämmglas liegt der Sonnenenergiedurchlass bei etwa 60 Prozent.

Beim zweiten Wert, dem Ug-Wert, gilt: Je kleiner die Zahl, desto weniger Heizungswärme geht verloren. Effizientes Sonnenschutzglas weist hier mit erreichbaren 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) annähernd identische Werte auf, wie modernes Zweischeiben-Wärmedämmglas. Mit Dreifachglas sind sowohl bei Sonnenschutz- als auch bei herkömmlichem Wärmedämmglas Ug-Werte bis zu 0,5 W/m2K realisierbar.

Fenster können mit Sonnenschutzfolie nachgerüstet werden

Eine vergleichsweise preiswerte Möglichkeit, seine Fensterfronten mit einem Sonnenschutz zu versehen, bieten spezielle Folien, die außen oder innen auf die Fensterscheibe geklebt werden. Die Rückseite der Folie und die Scheibe werden mit einem Mix aus Wasser und Spülmittel besprüht und zusammengebracht. Laut der Verbraucherzentrale Energieberatung halten Außenfolien wegen der Witterungseinflüsse nur etwa halb so lange wie Innenfolien. Dafür bieten sie aber eben einen etwas besseren Schutz vor sommerlicher Hitze.

Vor der Anschaffung sollte man bedenken, dass die Folien auch im Winter auf der Scheibe kleben bleiben. In der dunkleren Jahreszeit können die Folien daher als störend empfunden werden, da sie den Lichteinfall in die Innenräume erheblich verringern. "Schon bei bewölktem Himmel und auch in der Dämmerung müssen Bewohner dann öfter das Licht einschalten", so Stiftung Warentest. Im Winter verursachten sie außerdem höhere Heizkosten, weil sie einen Großteil Sonnenstrahlen aussperren.

Auch wenn es frei verkäufliche Folien im Handel gibt, die man selbst anbringen kann, raten die Warentester zum Experten, weil es Laien oft schwer falle, ansehnliche Ergebnisse zu erzielen. Viele Hersteller von Sonnenschutzfolien verlangen deshalb auch die Montage durch einen Fachbetrieb. Einen wichtigen Hinweis ergänzen die Energieberater: "Sind die Folien metallbeschichtet, reduzieren sie außerdem den Mobilfunkempfang."

Innen angebrachter Sonnenschutz schützt kaum vor Wärme

Es gibt auch diverse Sonnenschutzlösungen, die an der Fensterinnenseite angebracht werden. Jalousien, Plissees oder Rollos fungieren allerdings in erster Linie als Blend- und Sicht-, denn als Hitzeschutz. Innenliegende Sonnenschutzsysteme schützen nur gering vor Wärme.

Ist die Sonnenstrahlung erst einmal durch die Fensterscheibe ins Innere des Raumes gelangt, reflektieren selbst speziell beschichtete Stoffe oder Lamellen nur einen geringen Teil ihrer Wärmeenergie wieder durch die Fensterscheibe nach draußen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • eigene Recherche


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