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Dielenboden aufarbeiten: Tipps fürs Schleifen und Pflegen

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Parkett  

Alte Dielenböden aufarbeiten

31.08.2015, 15:19 Uhr | Katja Fischer; sj, dpa-tmn, zuhause.de

Dielenboden aufarbeiten: Tipps fürs Schleifen und Pflegen. Nach dem Schliff werden die aufgearbeiteten Dielen eingeölt. (Quelle: dpa/Inga Kjer)

Nach dem Schliff werden die aufgearbeiteten Dielen eingeölt. (Quelle: Inga Kjer/dpa)

Ein schöner Dielenboden macht die Altbauwohnung erst so richtig wohnlich. Leider sind die Dielenbretter in vielen Wohnungen in einem schlechten Zustand oder gar unter PVC oder Teppichboden versteckt. Mit etwas Aufwand und handwerklichem Geschick lassen sich die meisten Böden wieder herrichten. Doch dabei gibt es einiges zu beachten. Wer nicht aufpasst, riskiert Rillen und Dellen. Und schon bei einer kleinen Unachtsamkeit droht ein Wohnungsbrand.

Um einen alten Dielenboden zu renovieren, muss man gewöhnlich zur Schleifmaschine greifen. Dielenböden können im Laufe ihres Leben mehrmals aufgearbeitet werden. "Wie oft, das hängt von der Stärke der Nutzlaufschicht ab", erklärt Bastian Herzig vom Verband der Deutschen Parkettindustrie. "Bei jedem Abschleifen werden etwa 0,5 Millimeter abgehobelt. Ein Boden mit 4 Millimetern Nutzschicht kann also zwei- bis dreimal aufgefrischt werden." Gemessen wird dabei die Holzstärke oberhalb von Nut und Feder.

Muss ich den Boden vorbereiten?

Für den Schliff wird eine glatte Fläche gebraucht. Deshalb müssen Nägel, Schrauben oder andere hervorstehenden Elemente unbedingt entfernt werden. "Die müssen entweder tiefer in den Boden hineingeschlagen oder herausgezogen werden", erklärt Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin. "Sonst zerreißt das Schleifmaterial, wenn es daran hängenbleibt."

Tellerschleifmaschine oder Walzschleifmaschine?

Die zum Abschleifen notwendigen Maschinen kann man im Holzfachhandel leihen. Man hat die Wahl zwischen Walzenschleifmaschine und Tellerschleifmaschine. Allerdings sollten Ungeübte vorsichtig sein mit dem Gerät. "Wenn man nicht aufpasst, rennt die Maschine schon mal von alleine los und hinterlässt unschöne Rillen im Holz", warnt Plößl vor dem unbedarften Einsatz von Walzenschleifmaschinen. Mit grobkörnigem Papier beschichtet eignen sich die Walzengeräte besonders gut, wenn viel Material heruntergeholt werden soll. Leichter zu handhaben sind allerdings Tellerschleifmaschinen.

Was muss man beim Schleifen beachten?

Um Schäden zu vermeiden ist es wichtig, die Walzenschleifmaschine ruhig und gleichmäßig vorwärts zu bewegen. Richtungsänderungen und Stillstand sollte man vermeiden, während die Maschine läuft, sonst können leicht Dellen entstehen. Beim Start wird die Maschine erst dann sachte auf den Boden aufgesetzt, wenn sie die volle Drehzahl erreicht hat. Da beim Schleifen von Holzböden sehr viel Staub freigesetzt wird, ist es wichtig eine Atemschutzmaske zu tragen. Auch Lüften ist ratsam.

Wie viel schleife ich vom Holz ab?

"Der eine geht bis zum blanken Holz, der andere will lieber noch alte Gebrauchsspuren erhalten", führt Plößl aus. Letzteres liegt im Trend. Wichtig ist, den gesamten Raum zu bearbeiten, auch die Ecken und Nischen. Dafür gibt es kleinere Maschinen oder Aufsätze, die auch schwer zugängliche Stellen erreichen. Oft wird das aber auch von Hand gemacht. Dann kommt es auch in der Ecke darauf an, die Schritte nachzuvollziehen, die von der Maschine im übrigen Raum vorgegeben wurden: erst Schleifen mit grobkörnigem Papier, dann mit feiner bis zu ganz feiner Körnung.

Für den Grobschliff ist eine 24er Körnung geeignet. Er dient dazu, alte Lackreste und Verschmutzungen zu entfernen. Der Zwischenschliff soll kleinere Unebenheiten und Spuren des Grobschliffs begradigen. Dafür nimmt man 60er Körnung. Mit dem Feinschliff erhält der Boden seine gleichmäßig glatte Oberfläche. Hierfür kommt 100er bis 120er Papier zum Einsatz.

Vorsicht: Brandgefahr durch Schleifstaub!

Danach müssen die Staubreste beseitigt werden, die sich in den Fugen und auf dem Holz abgesetzt haben. Denn sie stellen eine Brandgefahr da. "Eine Zigarette kann schon ausreichen, um die feinen Partikel zu entzünden", erklärt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Zwar saugen die Schleifmaschinen den Großteil ab, aber es bleiben immer noch Rückstände. "In Baumärkten kann man professionelle Sauger mit Feinfilter ausleihen, die reinigen ohne Rückstände." Haushaltssauger eignen sich nicht für diese Arbeit. Der angefallenen Schleifstaub sollte wegen der Brandgefahr nur in einem Metallbehälter und nicht im Haus gelagert werden.

Der Schleifstaub ist außerdem ideal, um kleinere Risse oder Macken in den Dielen auszubessern. Man vermischt ihn mit Holzspachtel. Dadurch erhält die Füllmasse annähernd den Farbton der restlichen Dielen.

Muss man den Boden anschließend besonders pflegen?

Das Holz braucht Schutz, um den Alltag zu überstehen. "Früher hat man Dielen oft mit Lack versiegelt, das ist aber meist nicht empfehlenswert", sagt Plößl. Denn der Lack gelangt auch in die Fugen und härtet dort aus. Wenn sich später das Holz bei wechselnder Luftfeuchtigkeit ausdehnt und zusammenzieht, gerät der Lack unter Druck und platzt ab. Besser sind natürliche Öle. "Üblicherweise geht man zweimal mit dem Öl über den Dielenboden", erklärt Plößl. Unbedingt die Herstellerangaben beachten.

Wichtig: "Nach dem ersten Anstrich ist immer ein Zwischenschliff der Dielen angesagt", erklärt Heimwerker-Experte Pommer. Denn durch den Pinsel richten sich die Holzfasern auf, und die Dielen werden rau. "Wenn man mit einem ganz feinen Schleifpapier drübergeht, entsteht eine seidenglatte Oberfläche." Dann folgt ein zweiter Anstrich. Nach dem Ölen erstrahlt der Dielenboden in einem neuen Glanz. "Struktur und Farbe werden angefeuert", sagt Josef Plößl. Die Holzfarbe wirkt intensiver, in der Regel dunkler, und Maserungen und Gebrauchsspuren treten stärker hervor.

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