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Sturm, Hagel & Starkregen – So sichern Sie Ihr Haus und sich vor Unwetter ab

Sturm, Hagel und Starkregen  

So sichern Sie Ihr Haus und sich vor einem Unwetter ab

13.03.2021, 11:01 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online

Sturm, Hagel & Starkregen – So sichern Sie Ihr Haus und sich vor Unwetter ab. Starkregen: Vor dem Unwetter sollten Sie die ersten Maßnahmen einleiten. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/ kulkann)

Starkregen: Vor dem Unwetter sollten Sie die ersten Maßnahmen einleiten. (Symbolbild) (Quelle: kulkann/Getty Images)

Sturm, Hagel und Starkregen sind die gefährlichen Begleiterscheinungen von Jahreszeitengewittern. Wir geben Tipps, wie sich Hausbesitzer auf Unwetter vorbereiten sollten.

Bei Unwettern ist es wichtig, sein Hab und Gut, aber auch sich selbst zu schützen. Wir geben Ihnen einen Überblick.

Rückstauklappen kontrollieren

Rückstauklappen schützen Ihr Badezimmer, Ihre Küche und Ihren Waschkeller vor der Überflutung bei Starkregen. Ist die Kanalisation überfordert, drückt das Wasser teils von unten durch die Abflussrohre nach oben ins Gebäude. Rückstauklappen verriegeln bei Wasserdruck von unten dann das Rohr. Teils liegen diese direkt in den Hausinstallationen, etwa für Kellerwaschbecken im Siphon.

Überprüfen Sie die Rückstauklappen regelmäßig, damit sie im Notfall funktionieren. Das kann auch für den Versicherungsschutz wichtig sein.

Geräte vom Stromnetz nehmen

Zur Sicherheit elektrische Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden, rät der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik. Bei einer Mehrfachsteckdose mit Kippschalter, reicht das Ausschalten nicht aus. Die Energieleiste sollten Sie ebenfalls komplett vom Netz nehmen. Alternativ können Sie auch Steckdosen oder TAE-Dosen mit einem integriertem Überspannungsschutz nutzen.

Handys lassen sich aber gefahrlos benutzen.

Tipp
Vorsorglich sollten Sie batterie- oder akkubetriebene Lichtquellen – wie Taschenlampen – sowie ein stomunabhängiges UKW-Radio bei sich haben. 

Strom im Keller abstellen

Flutet Starkregen den Keller, kann ein Kurzschluss zur tödlichen Gefahr werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Bundesumweltministerium raten zur Vorbereitung von Überflutungen: den Strom vorsorglich abstellen. Auch sollten gefährliche Stoffe oder Chemikalien in gefährdeten Räumen so gelagert werden, dass das Wasser sie nicht erreicht. Dafür muss zum Beispiel notfalls auch der Heizöltank an der Wand verankert oder mit Ballast beschwert werden. Und wenn es soweit ist, nichts riskieren, wenn der Stromkasten im Keller liegt: Dann diesen nicht betreten und die Feuerwehr informieren.

Alles Bewegliche absichern

Alle beweglichen Gegenstände am Haus, auf Balkon und Terrasse sowie im Garten und der Hofeinfahrt in Sicherheit bringen oder festmachen. Dazu gehören etwa Mülltonnen, Gartenmöbel oder Fahrräder aber auch Blumentöpfe und Wäschespinnen. Fenster, Roll- und Fensterläden schließen. Wer mit Überflutungen bei Starkregen rechnet, sollte vorsorglich wertvolle Gegenstände aus dem Keller räumen und die Schächte, Fenster und Türen absichern. Darüber hinaus können Sie die wertvollen Gegenstände und wichtige Dokumente auch – selbst wenn sie nicht mehr im Keller sind – in wasserdichten Behältern lagern. So verhindern Sie panische Maßnahmen, falls das Wasser bis in die oberen Etagen steigt.

Was Sie tun können, wenn Ihr Keller dennoch überschwemmt wurde, erfahren Sie hier.

Checkliste: Haus vor Unwetter absichern

Vor einem Unwetter sollten Sie folgende Punkte an Ihrem Haus kontrollieren:

  • Bewegliche Gegenstände auf dem Grundstück und am Haus absichern.
  • Fenstern und Türen schließen – am besten mit Außenrollos.
  • Markisen vollständig einfahren. Sonnensegel und anderweitiger Sonnenschutz demontieren. 
  • Bäume auf ihren Zustand kontrollieren – morsche Äste entfernen oder absichern. 
  • Dach auf lose Ziegel kontrollieren. Regenrinne auf ihren Zustand kontrollieren. 
  • Kleinere Gebäude – Gartenhaus, Gewächshaus, Carport – auf Ihren Zustand kontrollieren. 

Tipp: Dieselben Kontrollen sollten auch nach dem Unwetter durchgeführt werden. Eine Dokumentation mit Fotos kann sowohl vor- als auch hinterher hilfreich sein. 

Unwetter: So verhalten Sie sich bei einem Sturm richtig

Während eines starken Unwetters oder Sturms sollten Sie sich nicht draußen aufhalten. Werden Sie von dem Wetterumschwung überrascht, sollten Sie sich laut BBK wie folgt verhalten:

  • Suchen Sie Schutz in einem festen Gebäude. Auf dem Weg dorthin sollten Sie Wälder und große, freie Flächen nicht betreten. 
  • Meiden Sie beschädigte, baufällige Gebäude und Baugerüste. 
  • In einem Gebäude sind die unteren Etagen – beispielsweise der Keller – am sichersten. Problematisch wird es jedoch, wenn zusätzlich Starkregen und somit eine Überschwemmung möglich ist. Treffen also Sturm und Starkregen zusammen, sollten Sie sie sich im zentralsten Raum des Gebäudes im Erdgeschoss aufhalten.
  • Ist kein Gebäude vorhanden, legen Sie sich mit dem Gesicht nach unten in einen Graben oder eine Mulde. Schützen Sie mit Ihren Händen Ihren Kopf und Nacken.

Starkregen: Wie Sie sich schützen

Bei einem Starkregen ist das Verhalten ähnlich wie bei einem Sturm oder Unwetter. Das BKK empfiehlt. 

  • Schließen Sie alle Fenster und Türen – sowohl außen als auch im Haus oder der Wohnung. 
  • Regen dringt nicht nur von oben sondern auch seitlich in Öffnungen. Kontrollieren Sie daher mögliche Schlitze oder Löcher an den Fenster- und Türdichtungen und am Dach.  
  • Sind die Außensteckdosen abgesichert oder vom Stromnetz genommen?
  • Elektrische Geräte, die sich im Garten befinden – Beleuchtung, Teichpumpe – sollten vom Stromnetz genommen werden.
  • Nehmen Sie auch alle elektrischen Geräte, die sich im Keller befinden, vom Stromnetz. 
  • Droht eine Überflutung im Heizungskeller und somit ein Austritt von Heizöl, sollte die Feuerwehr vorab informiert werden. 

Vom Gewitter überrascht: So bleiben Sie selbst sicher

Wer im Freien von einem Gewitter erwischt wird, sollte vor allem eines tun:

  1. Machen Sie sich kleiner als die Umgebung.
  2. Suchen Sie tiefer gelegene Stellen auf.
  3. Setzen Sie sich dorthin mit geschlossenen Füßen in die Hocke.
  4. Legen Sie die Arme um die Knie. Dabei auf keinen Fall einen Regenschirm benutzen.

Gute Orte sind :

  • eine Bodenmulde
  • der Fuß eines Felsvorsprungs
  • in die Landschaft eingeschnittene Wege.

Das bedeutet umgekehrt: Vermeiden Sie alles Hohe – also einzelne Bäume oder Baumgruppen, den Waldrand, Bergspitzen, Deiche und Masten. Halten Sie auch zu anderen Menschen, zu Wänden und zu Zäunen Abstand. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) rät zu mindestens einem Meter, besser seien drei.

Gefahr des Blitzschlags nicht kalkulierbar

Schnell nach Hause zu radeln, ist oft keine gute Idee. Denn die Nähe zu einem Metallgegenstand wie Fahrrad oder Regenschirm ist gefährlich. Unterschätzen Sie zudem die Distanzen nicht: Beobachtungen zufolge kann ein Blitz fünf Kilometer und mehr von seiner Ursprungswolke entfernt einschlagen. Selbst wenn das Unwetter noch weit weg scheint, ist die Gefahr eines Blitzschlags also womöglich schon viel näher.

Im Inneren eines Waldes ist die Gefahr eines Blitzschlags grundsätzlich geringer, aber nicht ausgeschlossen. Blitze schlagen aber auch hier häufig am höchsten Punkt einer Umgebung ein. Suchen Sie sich im Wald am besten einen Bereich mit zum Beispiel jüngeren Bäumen inmitten älterer suchen und gehen Sie in die Hocke. Übrigens: Der Hochsitz eines Jägers ist laut VDE auch besonders gefährdet.

Nach dem Unwetter

Bevor Sie wieder ins Freie gehen, informieren Sie sich, ob das Unwetter wirklich vorüber gezogen ist oder es sich nur um einen ruhigen Moment handelt.

Ist das Unwetter vorüber, sind ebenfalls eine Maßnahmen nötig:

  • Kontrolle des Hauses sowie des Grundstücks und der sich darauf befindlichen Gegenstände und Gebäude.
  • Beschädigte Gebäude absichern – nicht betreten! – und Fachleute informieren.
  • Elektrische Geräte erst wieder an das Stromnetz anschließen, wenn diese gefahrlos betrieben werden können. 
  • Schäden dokumentieren und die Versicherung informieren. 

Tiere können durch das Unwetter stark verängstigt und verunsichert sein. Nähern Sie sich ihnen nur vorsichtig und achten Sie auf ihre Körpersprache und ihr Verhalten. Andernfalls kann es passieren, dass der Hund oder die Katze panisch reagiert und Sie verletzt oder wegläuft.

Verwendete Quellen:
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  • Bundesumweltministerium
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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