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Einfach und sicher zu einem niedrigeren Strompreis

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 10.04.2017Lesedauer: 4 Min.
Strom ist sehr teuer geworden
Strom ist sehr teuer geworden (Quelle: HandmadePictures/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Der Strompreis in Deutschland steigt immer weiter. In den letzten Jahren hat sich der durchschnittlich bezahlte Preis pro Kilowattstunde nahezu verdoppelt. Durch die Einf├╝hrung des Smart Meter wird das erst recht deutlich. Was Sie tun k├Ânnen und wie Sie Energie- und somit Kostensparen, erfahren Sie hier.

Zwar steigen die Energiepreise europaweit und Deutschland ist insofern keine Ausnahme, viele Verbrauchersch├╝tzer sind allerdings der ├ťberzeugung, dass auch die Stromkunden zu mehr Wettbewerb und damit einem moderateren Strompreis beitragen k├Ânnten. Noch immer wechseln offenbar die wenigsten Abnehmer zu einem g├╝nstigeren Energieversorger. Dabei geht das oft ohne gro├čen Aufwand online.


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Trotz hohem Strompreis treue Kunden

Es ist inzwischen zu einem fast allj├Ąhrlichen Ritual geworden: Die gro├čen Energiekonzerne schockieren die Verbraucher mit teils drastischen Preiserh├Âhungen. Als Reaktion darauf ernten sie in der Regel einen Sturm der Emp├Ârung. Doch die Quittung f├╝r die oft horrenden Preissteigerungen erhalten sie kaum. Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes 1998 nur rund 14 Prozent aller Stromkunden von der M├Âglichkeit Gebrauch gemacht, zu einem g├╝nstigeren Stromanbieter zu wechseln.

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Dabei ist ein solcher Anbieterwechsel in der Regel sehr einfach m├Âglich und bei gleichen Leistungen eine Preisersparnis von bis zu rund 30 Prozent m├Âglich. Unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten K├╝ndigungsfrist kann ein Kunde jederzeit wechseln. "Dar├╝ber hinaus besteht bei Preiserh├Âhungen in der Regel ein Sonderk├╝ndigungsrecht", sagt Peter Kafke aus dem Energieteam des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes in Berlin. Dasselbe gelte auch im Falle eines Umzugs. Trotzdem zeigen sich die deutschen Energieverbraucher recht wechselunwillig.

Oft bieten kleine Anbieter einen g├╝nstigeren Strompreis

So dominierten die vier gro├čen Stromkonzerne E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall Kafkes Angaben zufolge nach wie vor den deutschen Strommarkt. Daneben gibt es aber eine Vielzahl kleiner Anbieter, die h├Ąufig g├╝nstigere Preise anbieten und so, eine entsprechende Nachfrage durch die Verbraucher vorausgesetzt, den Wettbewerb anheizen k├Ânnten. "In den meisten Netzgebieten k├Ânnen die Verbraucher mittlerweile unter mehr als 50 potenziellen Stromlieferanten ausw├Ąhlen", sagt Rainer Warnecke von der Bundesnetzagentur in Bonn. Auf dem Gasmarkt ist die Auswahl zwar kleiner, aber in den meisten der rund 600 Netzgebiete k├Ânnten Verbraucher unter mindestens sechs Anbietern ausw├Ąhlen.

Strompreis ganz einfach vergleichen

Wer wissen will, ob er zu viel f├╝r seinen Strom bezahlt, kann sehr bequem die Preise der Anbieter in seiner Region vergleichen. "Tarifrechner im Internet sind eine praktische und schnelle Hilfe: Man gibt zun├Ąchst seine Postleitzahl und seinen Jahresverbrauch ein", erkl├Ąrt Achim Schr├Âder von der Stiftung Warentest. "Bei vielen Rechnern gibt es weitere Filterm├Âglichkeiten wie 'nur ├ľkostrom'." Stiftung Warentest hat verschiedene Tarifrechner getestet. Sieger im Vergleich war der Strompreisrechner von Verivox. F├╝r uns Grund genug, Ihnen den Testsieger zur Verf├╝gung zu stellen.

Beim Wechsel nicht nur auf den Strompreis achten

Neben dem Tarif m├╝ssen die Vertragskonditionen gepr├╝ft werden. Je k├╝rzer die Laufzeiten und die K├╝ndigungsfristen sind, desto flexibler ist der Kunde. Kafke warnt aber vor Anbietern, die Vorauskasse oder Kaution verlangen. "Bei einer Insolvenz ist das eingezahlte Geld verloren", so der Verbrauchersch├╝tzer. Auch Sonderabschl├Ąge sind den Experten zufolge f├╝r den Kunden ung├╝nstig, genauso wie vermeintlich lukrativ erscheinende Paket-Preise. Hier sei der Preis an eine bestimmte Verbrauchsmenge gekoppelt. Wer weniger verbraucht, bekomme kein Geld zur├╝ck, und wer mehr verbraucht, m├╝sse sogar draufzahlen. Daher empfehlen alle Experten eine Preisgarantie f├╝r die Vertragsdauer und eine monatliche Ratenzahlung.

Mancher Energieversorger lockt Neukunden mit einem Bonus im ersten Jahr an. Hier ist Vorsicht geboten. Eventuell wurde dieser Bonus gleich in den Tarif eingerechnet, so dass dieser nur g├╝nstig erscheint. Wenn man sich doch f├╝r ein Bonusmodell entscheidet, ist der Blick ins Kleingedruckte wichtig. Unter welchen Voraussetzungen wird der Bonus gew├Ąhrt? Dies kann an die Bedingung gekn├╝pft sein, dass man innerhalb des ersten Jahres nicht k├╝ndigen kann. So w├Ąre man zwei Jahre an seinen Tarif gebunden. Wer sich nicht mit Kleingedrucktem und Einzelbestimmungen plagen will, entfernt beim Strompreisrechner einfach das H├Ąkchen bei "Einmaligen Bonus ber├╝cksichtigen".

Vor dem Wechsel den bisherigen Anbieter kontaktieren

Vor einem Wechsel lohnt sich oft ein Anruf beim derzeitigen Versorger. Eventuell macht der Ihnen dann ein Angebot zu verbesserten Konditionen, um Sie nicht als Kunden zu verlieren. Auf dem Strommarkt h├Ątten sich im vergangenen Jahr die Tarife der Grundversorger denen der alternativen Anbieter stark angen├Ąhert, berichtet Warnecke. ├ähnlich sei die Situation auf dem Gasmarkt. "Die Preise bei einem Vertragswechsel lagen mit denen bei einem Lieferantenwechsel im April 2010 fast gleichauf."

Der einfache und sichere Weg zu einem geringeren Strompreis

Viele Tarifrechner bieten die M├Âglichkeit, auf ihrer Seite direkt einen Wechselantrag auszuf├╝llen oder herunterzuladen. Alternativ kann der Anbieter direkt kontaktiert werden. F├╝r den Kunden ist es am einfachsten, wenn der neue Lieferant die K├╝ndigung beim bisherigen ├╝bernimmt sowie den Datenaustausch mit diesem und mit dem Netzbetreiber organisiert. Dem Verbraucher entsteht also durch seinen Wechsel kein l├Ąstiger Papierkram. "Ein Wechsel sollte nicht l├Ąnger als ein bis zwei Wochen dauern", sagt Kafke.

Der gesamte Wechsel vollzieht sich nur auf dem Papier. Z├Ąhler oder Leitungen werden nicht ausgebaut. F├╝r die Wartung des Netzes ist weiterhin der ├Ârtliche Betreiber zust├Ąndig. Auch bei Verz├Âgerungen geht das Licht oder die Heizung nicht aus, sagt Schr├Âder. "Selbst wenn der Wechsel nicht p├╝nktlich klappt: In der ├ťbergangszeit springt der Grundversorger ein."

Stromanbieter muss ├╝ber Preiserh├Âhung informieren

Erh├Âht ein Stromanbieter seine Preise, muss er Kunden dar├╝ber aufkl├Ąren. Die Ank├╝ndigung muss dabei transparent sein, erkl├Ąrt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. In der Praxis funktioniert das allerdings nicht immer, wie eine repr├Ąsentative Forsa-Umfrage unter Stromkunden zeigt, die ein Preiserh├Âhungsschreiben erhalten hatten. Die meisten (82 Prozent) erkannten dieses zwar direkt als solches. Jeder Sechste (16 Prozent) musste aber erst genauer hinschauen, um das Schreiben als Ank├╝ndigung einer Preiserh├Âhung zu identifizieren.

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Die meisten darunter ├Ąrgerten sich dar├╝ber, dass die Erh├Âhung versteckt beziehungsweise das Schreiben insgesamt sehr un├╝bersichtlich war (45 Prozent). Einigen waren die Formulierungen zum Teil zu kompliziert (14 Prozent). Andere monierten, das Schreiben komplett durchlesen zu m├╝ssen (8 Prozent), dass der alte Strompreis nicht genannt wurde (7 Prozent) oder dass das Schreiben an Werbung erinnerte (7 Prozent).

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