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So wechseln Sie den Stromanbieter

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So wechseln Sie den Stromanbieter

09.09.2020, 10:22 Uhr | AFP, dpa-tmn, jb

So wechseln Sie den Stromanbieter. Ein Stromstecker und eine Steckdose: Wer seinen Stromanbieter wechseln möchte, sollte ein paar Fallstricke beachten. (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)

Ein Stromstecker und eine Steckdose: Wer seinen Stromanbieter wechseln möchte, sollte ein paar Fallstricke beachten. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa)

Ohne Strom geht nichts, doch der ist oft teuer. Wer vergleicht und rechnet, kann aber durchaus sparen. Der Anbieterwechsel ist nicht kompliziert. Dabei sollten aber einige Fallstricke beachtet werden.

Energiekosten sind ein fester Bestandteil der monatlichen Ausgaben. Die regelmäßigen Kosten für Strom und Gas können das Haushaltsbudget durchaus belasten. Die gute Nachricht: Verbraucher können ihren Anbieter relativ einfach wechseln.

Welche Fristen gibt es?

Wer noch nie den Anbieter und Tarif gewechselt hat, ist in der Grundversorgung, erklärt die Stiftung Warentest. In diesem Fall kann dem Strom- oder Gasanbieter mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden. Alle anderen müssen in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schauen, welche Kündigungsfrist gilt. Ausnahme: Bei einer Preiserhöhung gibt es ein Sonderkündigungsrecht.

Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Kostenlose Preisvergleiche gibt es im Internet bei Vergleichsportalen wie verivox.de, check24.de oder toptarif.de. Zur Erstellung einer Liste mit den günstigsten Tarifen genügen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden, abzulesen auf der jüngsten Stromrechnung, und die Postleitzahl.

Auf welche Kriterien kommt es an?

Wichtige Kriterien für einen fairen Stromtarif sind eine monatliche Zahlungsweise, eine kurze Kündigungsfrist, eine kurze Anschlusslaufzeit und eine Preisgarantie, die mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit. Wer Ökostrom möchte, sollte auf Siegel wie Ok-Power oder Grüner Strom achten. Für diese ist meist Voraussetzung, dass ein bestimmter Anteil der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung investiert wird und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten.

Der Vergleichsrechner listet die verschiedenen Angebote vom billigsten bis zum teuersten Anbieter auf. Abzuraten ist von Vorkasse sowie von Pakettarifen, bei denen bei geringerem Verbrauch kein Geld zurückerstattet wird. Auch eine kurze Preisgarantie und lange Kündigungsfristen sind problematisch. Voreinstellungen in den Vergleichsportalen sollten entsprechend angepasst werden.

Darüber hinaus sollten Sie zusätzlich auch auf die Kundenmeinungen achten. Denn einige Energieanbieter locken zwar mit günstigen Preisen, können nach Vertragsabschluss jedoch Probleme bereiten. Die Erfahrungen von anderen Kunden können dabei Anhaltspunkte liefern. Wichtig: Sowohl die 0- als auch die 5-Sterne-Bewertungen können dabei allerdings gefälscht sein. Lesen Sie sich daher auch die 3-Sterne-Bewertungen sowie die Formulierungen genau durch. 

Was ist mit Bonuszahlungen?

Viele Anbieter werben mit einem Neukundenbonus. Deshalb landen sie bei der Suche oft unter den günstigen Anbietern. Verbraucher sollten aber beachten, dass der Bonus nur einmal gezahlt wird, außerdem gibt es immer wieder Rechtsstreitigkeiten zwischen Versorgern und Verbrauchern über nicht gezahlte Boni. Die Voreinstellung "Boni berücksichtigen" kann bei der Suche auch weggeklickt werden.

Wie funktioniert die Kündigung?

Um den Energieanbieter zu wechseln, müssen Sie Ihrem alten Versorger keine gesonderte Kündigung zukommen lassen. Häufig übernehmen die neuen Anbieter diese Tätigkeit für Sie. Allerdings gilt eine Ausnahme: Kündigen Sie aufgrund einer Preiserhöhung, müssen Sie sich persönlich an Ihren alten Versorger wenden und bei ihm kündigen.

Tipp
Sie können sich vorab auch mit Ihrem Energieversorger in Verbindung setzen und ihm die Kündigung mündlich mitteilen. Unter Umständen kommt dieser Ihnen dann mit einem günstigeren Tarif entgegen, um Sie weiterhin als Kunde behalten zu können.

Wie lange dauert der Anbieterwechsel?

Wer von seinem Anbieter ein Schreiben über eine Preiserhöhung erhält, hat ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss möglichst bald nach Erhalt der Information erfolgen.

Bis der neue Anbieter Strom liefert, darf es maximal drei Wochen dauern. Die Frist beginnt, wenn der neue Lieferant den Wechsel des Kunden beim Netzbetreiber anmeldet. Die Versorgung kann dann an jedem beliebigen Werktag beginnen.

Wie wechsle ich am bequemsten?

Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt meist die Kündigung beim alten Stromversorger und alle Formalitäten. Bei Kündigung wegen Preiserhöhung gilt der alte Tarif, bis der Wechsel perfekt ist.

Wie lange sollte ich mich an den neuen Anbieter binden?

Je kürzer, desto besser. Da die Strompreise stets in Bewegung sind, empfehlen Verbraucherschützer eine Vertragslaufzeit von höchstens einem Jahr. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

Was passiert beim Wechsel konkret?

Der Strom kommt auch nach dem Anbieterwechsel vom örtlichen Versorger, die Zähler bleiben die alten. Der neue Anbieter stellt den Strom in das allgemeine Netz ein und zahlt dem lokalen Versorger eine Gebühr für den Transport bis in den Haushalt. Die Gefahr, ohne Strom dazustehen, gibt es auch bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht: Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen – auch wenn sie nicht mehr Vertragspartner sind. Bei Problemen können sich Verbraucher an eine Schlichtungsstelle wenden: www.schlichtungsstelle-energie.de.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa-tmn

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