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Unkraut: Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) bekämpfen


Lästiges Zinnkraut
Wie Sie den Ackerschachtelhalm im Garten erfolgreich bekämpfen

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Aktualisiert am 25.08.2023Lesedauer: 4 Min.
Ackerschachtelhalm im GartenVergrößern des BildesUnkraut: Unter günstigen Bedingungen breitet sich Ackerschachtelhalm im Garten rasant aus. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago-images-bilder)
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Wer diese Pflanze im Garten hat, ist wahrlich nicht zu beneiden: Nicht einmal Chemie hilft gegen das hartnäckige Gewächs. So werden Sie es trotzdem los.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) zählt zu den hartnäckigsten Unkrautarten im Garten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Das Wildkraut verbreitet sich sehr schnell und ist zugleich schwer auszurotten. Viele Gartenbesitzer rücken dem Unkraut im Beet und im Rasen mit Chemikalien zu Leibe. Doch diese scheinbar effektive und bequeme Methode wirkt nicht dauerhaft. Schnell kommen die hartnäckigen Pflanzen wieder durch. Zudem ist der Einsatz von Herbiziden nicht immer gestattet. Besser ist es daher, die Ausbreitung und Vermehrung des Wildkrautes zu verhindern, um sie in den Griff zu bekommen.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber effektive Methoden zur Bekämpfung des Ackerschachtelhalms, und Tipps und Tricks für einen gesunden und unkrautfreien Garten.

Ackerschachtelhalm bekämpfen: Nur ein Mittel wirkt

Auch andere kurzfristige Lösungen wie Ausreißen oder Ausgraben sind langfristig kaum erfolgversprechend. Die Wurzelausläufer von Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) – Rhizome genannt – reichen weitverzweigt bis zu zwei Meter tief in den Boden hinein. Man müsste etwa vier Kubikmeter Erde umgraben und sorgfältig alle Pflanzenteile darin herauspicken, um eine einzige Pflanze dauerhaft loszuwerden. Das tut sich niemand freiwillig an.

Zudem sollte der Schachtelhalm nicht einfach so herausgezogen werden. Denn es kann sein, dass sich durch die ruckartigen Bewegungen dabei die Samen und Sporen durch die Luft fliegen und sich die Pflanze dadurch noch weiter vermehren kann. Stattdessen sollten Sie das Gewächs unter der ersten Verzweigung über dem Boden kappen. Dadurch wird die Ausbreitung über die Luft sowie der Blattaustrieb verhindert.

Stattdessen sollte man dem Unkraut die Lebensgrundlage entziehen. Zinnkraut gedeiht vor allem in feuchten, nährstoffarmen und leicht sauren Böden. Er gilt sogar als Zeigerpflanze für staunasse, lehmige bis tonige Erde.

Boden auflockern gegen Staunässe

Eine häufige Ursache für Staunässe ist ein zu stark verdichteter Boden. Um ihn aufzulockern, sollte man ihn regelmäßig umgraben und ein wenig Sand untermischen. Diese Methode wird unter anderem auch von Landwirten gegen die Pflanze angewandt. Auch die Zugabe von Torf oder Kompost kann helfen, weil sie für eine bessere Drainage sorgt.

Ergänzend kann man auch Lupine pflanzen. Die imposanten Blütentrauben der pflegeleichten Pflanzen sind nicht nur äußerst dekorativ. Ihre Wurzeln lockern auch den Boden auf und verschlechtern dadurch auf Dauer die Bedingungen für Ackerschachtelhalm. Auch Maiglöckchen und andere rhizombildende Pflanzen können dabei helfen, das Zinnkraut zu verdrängen.

Ackerschachtelhalm mag keine stickstoffreichen Böden

Kompost wirkt sogar doppelt, denn er führt dem Boden zugleich reichlich Nährstoffe zu – insbesondere Stickstoff. Das stärkt die erwünschten Pflanzen und verschlechtert die Lebensbedingungen für Zinnkraut. Alternativ kann man auch Hornspäne oder stickstofflastige Langzeitdünger für die Nährstoffzufuhr einsetzen. Zusätzlich können Sie eine Gründüngung durchführen, die den Boden lockert. Lupinen sind hierfür ideal. Sie verdrängen das Zinnkraut weitestgehend.

Kalken kann gegen das Zinnkraut helfen

Ist der Boden zu sauer, sollte man ihn maßvoll kalken. Dadurch erhöht sich der pH-Wert, Säuren werden neutralisiert. Allerdings sollte man sich vor dem Kalken vergewissern, ob der Boden wirklich zu sauer ist. Nur dann bringt die Kalk-Kur auch etwas. Auskunft über den pH-Wert gibt eine Bodenanalyse.

Meist liegt der ideale pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, es gibt aber auch Pflanzen, die ebenso wie Ackerschachtelhalm leicht sauren Boden bevorzugen – Rhododendren zum Beispiel. Sie würden das Kalken deshalb nicht vertragen. Im Einzelfall sollte man sich im Gartenfachhandel beraten lassen, ob man durch eine Kalkgabe womöglich Schaden anrichtet.

Mulchen gegen das Zinnkraut

Allgemein soll mulchen das Wachstum von Unkraut unterdrücken – so also auch beim Ackerschachtelhalm. Am besten entfernen Sie die unerwünschten Pflanzen mitsamt der Wurzel von Hand oder mithilfe eines Unkrautstechers und bringen anschließend eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht organischen Mulch auf das Beet.

Ackerschachtelhalm erkennen

Das Zinnkraut hat viel Ähnlichkeiten zu bestimmten giftigen Schachtelhalmarten beispielsweise dem Sumpfschachtelhalm. Um es zu erkennen, sollten Sie auf bestimmte Merkmale achten:

  • Die Sporentriebe sind braun. Sie sind im Frühjahr zu sehen.
  • Die Triebe sind grün. Sie bilden sich ab Ende Mai / Anfang Juni.
  • Die Sprossen sind braun.
  • Die Blätter sind nadelförmig.
  • Ackerschachtelhalm wächst auf Äckern und Wiesen. Der giftige Sumpfschachtelhalm bevorzugt sumpfigen Boden und Gewässer.

Unkrautbefall verhindern und vorbeugen

Besser als die Bekämpfung von Ackerschachtelhalm ist es, einem Befall vorzubeugen. Geeigneten Präventionsmaßnahmen sind:

  • Optimierung des pH-Wertes des Bodens durch Düngung.
  • Verbesserung des Bodenzustands durch Auflockern und Mulchen.
  • Verbesserung der Bodenentwässerung durch die Beimengung von Sand.
  • Regelmäßige und mäßige Bewässerung der Beete.

Ackerschachtelhalm als Tee oder Konzentrat

Zinnkraut ist nicht giftig. Ihm werden sogar heilende Eigenschaften nachgesagt, weshalb es häufig Anwendung in der Naturheilkunde findet. Auch als Dünger wird Ackerschachtelhalm verwendet.

Achten Sie beim Ernten der Triebe und Blätter darauf, dass diese gesund aussehen. Pflanzenteile mit braunen, gelben oder hellen Stellen sollten Sie meiden. Punkte können auf einen Pilzbefall hindeuten.

Ackerschachtelhalm ist reich an Kieselsäure. Besonders bei jungen Trieben ist diese leicht löslich – ein Teeaufguss ist daher ideal dafür. Es kann Osteoporose vorbeugen.

Tee-Rezept

  1. Geben Sie dafür einen Teelöffel getrocknete und klein gehackte Triebe in eine Tasse.
  2. Gießen Sie das Kraut mit kochendem Wasser auf.
  3. Lassen Sie alles etwa sieben Minuten ziehen.

Ackerschachtelhalm kann auch als Konzentrat äußerlich angewendet werden. Es soll gegen juckende Ekzeme helfen.

  1. Geben Sie etwa 10 bis 15 Gramm getrockneten, klein gehackten Ackerschachtelhalm sowie 100 Milliliter Wasser in einen kleinen Topf.
  2. Lassen Sie alles kurz aufkochen.
  3. Legen Sie den Deckel auf den Topf und lassen Sie alles für etwa 10 bis 15 Minuten leicht weiter köcheln.

Fazit: Ackerschachtelhalm bekämpfen

Die Bekämpfung von Ackerschachtelhalm kann eine Herausforderung sein. Mit den richtigen Mitteln und verschiedenen Bekämpfungsmethoden kann das Wachstum dieser hartnäckigen Unkrautart erfolgreich verhindert werden. Zusätzlich sollten Maßnahmen getroffen werden, um das Wachstum des Ackerschachtelhalms vorzubeugen beziehungsweise zu verhindern. Dazu zählt unter anderem die richtige Pflege des Gartens.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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