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Geliebt und gehasst: Die lange Geschichte der Gartenzwerge

Geliebt und gehasst  

Gartenzwerge haben eine lange Geschichte

10.06.2018, 11:45 Uhr | cf, cch, t-online.de

Geliebt und gehasst: Die lange Geschichte der Gartenzwerge . Sie sollen den Garten beschützen: Gartenzwerge. (Quelle: Winfried Rothermel, picture alliance)

Sie sollen den Garten beschützen: Gartenzwerge. (Quelle: Winfried Rothermel, picture alliance)

Der Gartenzwerg teilt das Land wie kein zweiter Deko-Artikel: Für die einen ist er das Symbol des deutschen Kleinbürgertums, für die anderen eine rustikale und traditionsreiche Aufwertung des eigenen Vorgartens. So oder so: Allen Unkenrufen zum Trotze blicken die kleinen Kerlchen mit den roten Mützen auf eine lange Geschichte zurück. Am 10. Juni feiert Google die Zwerge mit einem Doodle.

Gartenzwerge als Gartendeko gibt es nicht erst seit gestern. Die auch als Gnome bekannten Figuren stammen ursprünglich aus Anatolien. Dort traten sie schon im 13. Jahrhundert auf, im 16. Jahrhundert dann in Italien. Etwas später waren sie dann in Deutschland präsent. Dort und in Österreich schmückten sie einst prächtige Schlossgärten, so beispielsweise am Hofe des Erzbischof Franz Anton Harrach. Zugegeben: Die damals vor allem aus Sandstein gefertigten Zwerge haben mit ihren heutigen Gegenstücken zwischen Kitsch und Kommerz nicht viel gemein.

Gartenzwerge: Klein müssen sie sein

Die größte Gemeinsamkeit stellen wohl Form und Größe dar. Ursprünglich waren die Gartenzwerge nämlich Liliputanern nachempfunden, die am Hofe verschiedene Aufgaben verrichtet haben. Dieses "Motiv" hat bis heute überlebt, auch wenn in der Zwischenzeit knallbunte Westen, Mützen und sonstige Accessoires dazugekommen sind. Die Gartenzwerge mit ihren roten Zipfelmützen, wie wir sie heute kennen, haben ihren Ursprung in jenen, die im 19. Jahrhundert in Thüringen gefertigt wurden.

Der Gartenzwerg als Kitschobjekt          

Im Laufe des 20. Jahrhunderts waren die Gartenzwerge in bundesdeutschen Vorgärten vor allem durch allerlei Gartengerätschaften und eben ihre charakteristischen rote Zipfelmützen geprägt. Den Gnom-Figuren wird nachgesagt, dass sie den Garten beschützen und Glück bringen. Mit der Zeit haben sich die Deko-Artikel als "typisch deutsch" in die Köpfe der Weltöffentlichkeit gebrannt.

Damit ging auch ein stärkerer Hang zum Kitsch einher: Plötzlich zeigte so mancher Zwerg den Mittelfinger oder seinen blanken Hintern. Nicht zuletzt deswegen waren die eigentlich so harmlosen Gartendekoartikel immer häufiger Gegenstand von Nachbarschaftsstreitigkeiten, die nicht selten vor dem Kadi endeten.

Im Grünen fühlen sie sich wohl: Gartenzwerge im Beet vor einem Blumenladen. (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)Im Grünen fühlen sie sich wohl: Gartenzwerge im Beet vor einem Blumenladen. (Quelle: Wolfram Steinberg/dpa)

Weniger ist mehr – auch bei den Zwergen

Mittlerweile gelten die kleinen Helferlein im Garten wieder als salonfähig – allerdings in Maßen, denn der deutsche Hobby-Gärtner neigt in der Regel zur Aufstellung ganzer Stoßtrupps. Gegen einen oder zwei geschmackvolle Zwerge spricht in einem nicht allzu überladenen Garten sicherlich nichts: Die Figur kann als Blickfänger und witziger Akzent fungieren, ohne dabei unnötig in die Kitschschublade abzudriften.

Zu Ehren der Gartenzwerge gibt es am 10. Juni 2018 ein Google Doodle. Nach einem Klick auf das Doodle wird in einem kurzen Video die Geschichte der kleinen Figuren erzählt. Danach wird dem Nutzer ein kleines Spiel geboten. Darin muss man Gartenzwerge mit einem Katapult in einen Garten schießen.


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