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Klare Grenze – So bauen Sie einen Gartenzaun selbst

Klare Grenze  

So bauen Sie einen Gartenzaun selbst

04.03.2021, 13:54 Uhr | dpa, jb

Klare Grenze – So bauen Sie einen Gartenzaun selbst. Gartenzaun: Achten Sie beim Bau auf die Maximalhöhe, um einen Streit mit Ihrem Nachbarn zu vermeiden. (Quelle: Getty Images/VM_Studio)

Gartenzaun: Achten Sie beim Bau auf die Maximalhöhe, um einen Streit mit Ihrem Nachbarn zu vermeiden. (Quelle: VM_Studio/Getty Images)

Mit der richtigen Anleitung und etwas handwerklichem Geschick können Sie durchaus einen Gartenzaun selber bauen. Das Grundprinzip ist dabei immer dasselbe, egal, ob es sich um einen Zaun aus Holz, verzinktem oder beschichteten Metall oder Edelstahl handelt.

Wenn Nachbarn gut miteinander auskommen, wird häufig auf einen Zaun verzichtet. Doch was ist, wenn die Grundstücksgrenze klar gekennzeichnet ist? Und wie bauen Sie am besten einen Zaun? 

Ist ein Gartenzaun Pflicht?

In einigen Bundesländer müssen Grundstücksbesitzer Ihr Grundstück klar von anderen Flächen abgrenzen – beispielsweise durch einen Zaun. Dabei handelt es sich um die sogenannten Einfriedungspflicht. 

So müssen Grundstücksbesitzer in Berlin und Brandenburg eine deutliche Abtrennung auf ihrer Grundstücksgrenze sitzen, insofern die Einfriedung ortsüblich ist. Verlangt der Nachbar einen Zaun, so müssen Grundstücksbesitzer in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in den Außenbezirken von Baden-Württemberg diesem Wunsch nachkommen. Keine Einfriedungspflicht besteht hingegen für Bayern, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie Baden-Württemberg, insofern sich das Grundstück im Ortsinneren befindet. 

Bevor Sie einen Zaun bauen oder von Ihrem Nachbarn dazu aufgefordert werden, sollten Sie in das für Sie gültige Nachbarschaftsrecht schauen. In folgenden Bundesländern ist es vorhanden: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg. Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen., Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.

Gartenzaun selbst bauen: Materialien

Möchten Sie einen Gartenzaun selbst bauen, sollten Sie sich zunächst grob mit der Anleitung vertraut machen. Demnach benötigen Sie als Baumaterial Pfosten und gegebenenfalls H-Anker, Zaunelemente und passende Verbindungsschrauben. Auch Beton und Kies zum Verankern der Pfosten im Boden dürfen Sie nicht vergessen.

Als erstes sollten Sie jedoch Ihr Grundstück ausmessen und ausrechnen, wie lang der Zaun werden soll. Im Baumarkt finden Sie fertige, aus verschiedenem Material gefertigte Zaunelemente in unterschiedlichen Höhen und Breiten und zahllosen Designs.

Anleitung zum Aufstellen des Gartenzauns

Beim Gartenzaun sollten die Pfosten einen bestimmten Abstand haben. Dieser errechnet sich aus der Breite der gewählten Zaunelemente.

  1. Graben Sie an diesen Stellen ein etwa 50 Zentimeter tiefes Loch. Fülle Sie das Loch zur Hälfte mit Kies, um für die nötige Drainage zu sorgen.
  2. Setzen Sie die Pfosten oder H-Anker hinein und gießen das Loch mit Beton auf.
  3. Nun muss der Beton sechs bis sieben Tage trocknen. Erst dann dürfen Sie die Elemente an den Pfosten befestigen.
  4. Verwenden Sie als Hilfsmittel eine Richtschnur und ein Lot, damit Ihren Gartenzaun gerade ist.
  5. Befestigen Sie die Latten an den Pfosten.

Bei Zäunen aus Metall sind nach dem Aufstellen keine weiteren Schritte erforderlich. Einen Holzzaun sollten Sie abschließend streichen oder mit einem Holzschutzmittel behandeln.

Nutzen Sie keine verzinkten Schrauben

Möchten Sie an Ihrem Gartenzaun lockere Holzlatten neu montieren oder festziehen, sollten Sie dafür keine verzinkten Schrauben benutzen. Diese können zu rosten anfangen, Rostflecken auf dem Holz bilden und porös werden.

Unbehandeltes Holz wird durch solche Flecken obendrein anfälliger für einen Pilzbefall und für Fäulnis. Verwenden Sie stattdessen nicht-rostende Edelstahlschrauben und Zaunverbinder. Sind die Latten nicht nur lose, sondern selbst beschädigt oder faulig, sollten Sie sie direkt austauschen.

Alle zwei bis drei Jahre braucht ein Zaun im Schnitt außerdem eine neue Lackierung – nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch weil dann der Lack das Holz nicht mehr ausreichend schützt.

Rechte: Achten Sie auf die Regeln für die Grundstücksgrenze

Um keinen Streit mit Ihrem Nachbarn zu riskieren, sollten Sie vorab über die Errichtung des Gartenzauns unterrichten – zumindest wenn Sie sich diesen mit ihm teilen. Das ist auch wichtig, da sie beim Bau auf das Grundstück Ihres Nachbarn treten müssen. 

Achtung
Achten Sie beim Zaunbau auf die Regelungen des öffentlichen Rechts. Dazu zählt auch das Naturschutzgesetz und das Wegerecht.

Neben Ihren Nachbarn sollten Sie auch an die gesetzlichen Regelungen für die Grundstücksgrenze denken. Diese sind allerdings von Bundesland zu Bundesland verschieden und können im zuständigen Bauamt oder den Gemeinden erfragt werden. Das sollten Sie vorab auch tun. Denn die Errichtung der Grundstücksgrenze muss mit dem Bebauungsplan der Stadt konform sein. Andernfalls müssen Sie den Zaun wieder entfernen.

In den meisten Kommunen und Gemeinden darf der Zaun zum Nachbar nicht höher als 1,20 oder 1,25 Meter sein. Handelt es sich allerdings um einen Sichtschutz, der Sie vor Blicken von der Straße bewahrt, darf der Zaun oder die Mauer bis zu 1,90 Meter hoch sein. Wichtig ist dabei, dass der Abstand zum Nachbargrundstück mindestens 0,5 Meter beträgt. Ist er höher und näher, so kann er unter Umständen zu einem Schattenwurf auf dem Nachbargrundstück führen. Ist dies vom Nachbarn nicht geduldet, müssten Sie den Zaun sodann wieder entfernen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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