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Gemeine Buchenblattlaus schädigt Hecken und Bäume

Klebriger Parasit  

Buchenhecken vor Buchenblattläusen schützen

13.05.2020, 17:00 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, jb

Gemeine Buchenblattlaus schädigt Hecken und Bäume. Buchenblattlaus: Der Schädling bildet weiße, watteartige Gebilde auf den Blättern. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Buchenblattlaus: Der Schädling bildet weiße, watteartige Gebilde auf den Blättern. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Schädlinge lassen schön gewachsene Pflanzen schnell verkümmern. So auch die Buchenblattlaus. Sie befällt sowohl Bäume als auch Hecken und ihr Befall ist schwer in den Griff zu bekommen. Wir verraten, wie Sie trotzdem die Buchenblattlaus bekämpfen können.

Die Buchenblattlaus (Phyllaphis fagi) ist hellgrün und kann bis zu drei Millimeter groß werden. Das Insekt ist daher nur beim genaueren Hinschauen erkennbar. Trotz ihrer geringen Größe kann Sie enorme Schäden im Garten anrichten. Besonders Rot- und Blutbuchen sind bei dem Schädling beliebt. Aber auch Buchenhecken werden nicht von ihm verschont.

Buchenblattläuse: Befall erkennen

Ist ein Baum von den Buchenblattläusen befallen, ist dies zuerst an seinen Blätter erkennbar. An ihnen bilden sich braune Flecken. Im Verlauf des Befalls, verfärben sich die Blätter komplett braun, wölben sich, rollen sich ein und sterben schließlich ab. 

An den Blattunterseiten sowie an jüngeren Trieben machen sich die Buchenblattläuse besonders breit. Die zwei bis drei Millimeter großen, gelblich-grünen Läuse hinterlassen weiße, watteartige Wachsausscheidungen sowie große Mengen an klebrigem Honigtau. Häufig befallen die Schädlinge nicht nur einen Baum, sondern auch die umliegenden sowie darunter wachsenden Pflanzen. Besonders oft sind Farne von einem Befall betroffen. 

Welchen Bäumen schadet die Buchenblattlaus?

Ein Befall kann vor allem Buchenhecken schädigen, während er für größere Bäume eher unproblematisch ist, erläutert der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer.

Die vielen Identitäten der Buchenblattlaus

Buchenblattläuse sind unter verschiedenen Namen bekannt. So werden sie auch Wollige Buchenlaus, Buchenzierlaus, Buchenblattbaumlaus oder Buchenwolllaus genannt. Die "wolligen" Namen gehen auf die Wachswolle zurück, die die Tiere ausscheiden und an ihnen anhaften. Die Blätter sehen dann wie mit kleinen Daunen überzogen aus. Typisch für die Tiere ist, dass sie immer an der gleichen Pflanze bleiben und auch trotz Flügel den Wirt nicht wechseln.

Buchenblattlaus natürlich bekämpfen

Wird ein Befall erkannt, sollten Sie die betroffenen Äste umgehend und großzügig entfernen. Entsorgen Sie die Pflanzenteile dann luftdicht verpackt in der Restmülltonne, damit sich der Schädling nicht weiter ausbreiten kann. Spritzen Sie anschließend die betroffene Pflanze gründlich mit dem Gartenschlauch und einem harten Wasserstrahl ab.

Auch auf natürlichem Wege können Sie den Parasiten loswerden oder einen Befall vermeiden. Zu ihren natürlichen Feinden gehören die Schlupfwespe, die Florfliege, der Marienkäfer und die Schwebfliege. Die Bekämpfung mit solchen Nützlingen ist häufig sehr sinnvoll und effektiv. Mit dem Bau eines Insektenhotels oder dem Anlegen eines naturbelassenen Gartens können Sie die Zahl der natürlichen Feinde der Buchenblattlaus erhöhen. 

Info
Trotz ihrer zerstörerischen Art ist die Buchenblattlaus eine wichtige Erzeugerin für Honigtau, der besonders gerne von Bienen konsumiert wird.

Buchenblattlaus mit Hausmitteln bekämpfen

Auch mit Hausmitteln lässt sich der Baumschädling bekämpfen: Rapsöl. Das Fett soll die Atemwege der Blattläuse verkleben, sodass diese qualvoll verenden.

Gehen Sie bei der Bekämpfung der Buchenblattlaus mit Hausmitteln wie folgt vor:

Rapsöl

  1. Mischen Sie Rapsöl und Wasser im Verhältnis von 3:7.
  2. Füllen Sie das Gemisch in eine Sprühflasche.
  3. Schüttel Sie alles ordentlich durch, sodass sich das Rapsöl im Wasser verteilt. 
  4. Besprühen Sie die befallenen Blätter und Äste mit dem Öl-Wasser-Gemisch. Vergessen Sie dabei auch die Blattunterseiten nicht.
  5. Wichtig ist, vor jedem Sprühgang die Flasche erneut zu schütteln, damit Sie nicht nur Wasser auf die Blätter spritzen.
  6. Wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis die befallenen Stellen ausreichend benetzt sind.
  7. Entsorgen Sie die restliche Mischung im Abfluss.
  8. Säubern Sie die Sprühflasche nach dem Vorgang ausreichend. Ölreste könnten sonst die Drüsen verstopfen oder die Wirksamkeit der Mittel, die im Anschluss hiermit aufgetragen werden, beeinflussen.

Wiederholen Sie den Vorgang am besten täglich, bis kein Befall mehr erkennbar ist.

Brennnessel-Sud

  1. Geben Sie zwei Hände voll Brennnesseln in eine große Schüssel.
  2. Gießen Sie zwei Liter kaltes Wasser über die Blätter.
  3. Lassen Sie alles mindestens zwölf Stunden lang ziehen.
  4. Befüllen Sie mit dem Brennnesselsud eine Sprühflasche und benetzen Sie damit die befallenen Pflanzen ausreichend. Vergessen Sie dabei die Blattunterseiten nicht.
  5. Wiederholen Sie den Vorgang am besten mehrmals täglich über ein paar Tage.

Durch das Einweichen lösen sich die Nesselgifte aus den Blättern. Der Vorteil dieses Hausmittels ist, dass der Sud in die Erde versickern darf, ohne der Pflanze zu schaden. 

Auch andere Hausmittel, die beispielsweise gegen Blattläuse helfen, sind effektiv. 

Chemische Mittel gegen Buchenblattlaus

Auch mittels Nützlingen ist die Bekämpfung der Buchenblattlaus schwierig, erläutert der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die beste Wirkung erzielen Insektizide. Dieses Kontakt- und Fraßgift wird mithilfe einer Druckpumpflasche auf die betroffenen Pflanzen aufgetragen. Geeignete Mittel werden von Bayer, Celaflor, Naturen und Neudorff angeboten.

Beim Spritzen der chemischen Mittel sollte darauf geachtet werden, dass die ganze Pflanze gut benetzt wird, auch die Blattunterseiten.

Wichtig ist, dass Insektizide nur bei Windstille und am besten morgens oder abends angewendet werden. Achten Sie auch darauf, dass Menschen oder Tiere in der Zeit keinen Kontakt zu der behandelten Pflanze haben. Die Gifte sind oft auch für andere Organismen sehr schädlich. Denken Sie auch daran, beim Spritzen ausreichend Schutzkleidung wie Handschuhe, Schutzmaske und Schutzbrille zu tragen und vermeiden Sie es, die Dämpfe einzuatmen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Hausgarten.net
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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