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Tollkirsche: Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftung

Bloß nicht verwechseln  

Sind Tollkirschen wirklich tödlich?

30.09.2019, 17:18 Uhr | hs, t-online.de

Tollkirsche: Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftung. Frucht der Tollkirsche: Die Beeren sind nicht nur für Menschen, sondern auch für viele Tiere giftig. (Quelle: imago images/Peter Widmann)

Frucht der Tollkirsche: Die Beeren sind nicht nur für Menschen, sondern auch für viele Tiere giftig. (Quelle: Peter Widmann/imago images)

Die Früchte der Tollkirsche schmecken süßlich und laden zum Naschen ein. Doch das ist keine gute Idee – die Beeren sind äußerst giftig. Das Tückische: Sie sehen einer genießbaren Frucht täuschend ähnlich.

Wie giftig ist die Tollkirsche?

Schwarze Tollkirschen (Atropa belladonna) enthalten große Mengen an Tropanalkaloiden, die für den Menschen giftig sind. Wer die Beeren der Pflanze verzehrt, kann innerhalb weniger Minuten unter teils heftigen Symptomen wie Atemnot und Herzrasen leiden.

Bei Kindern können schon wenige Beeren zu einer tödlichen Vergiftung führen. Auch Erwachsene können durch den Verzehr der Tollkirschen an Atemlähmung sterben.

Für viele Tiere wie Hunde, Katzen, Vögel und Pferde ist die Pflanze ebenfalls giftig oder sogar tödlich.

Welche Pflanzenteile sind giftig?

Nicht nur die Früchte der Tollkirsche sind gefährlich, auch anderen Pflanzenteile wie Samen, Wurzeln und Blätter haben durch ihren hohen Gehalt an Tropanalkaloiden eine giftige Wirkung.

Was tun bei einer Vergiftung?

Bei einer Vergiftung mit Tollkirsche ist schnelles Handeln gefordert:

  1. Spucken Sie alle Teile der Tollkirsche sofort aus.
  2. Trinken Sie Wasser.
  3. Gehen Sie zum Arzt.

Achtung: Die Früchte der Tollkirsche schmecken süßlich, sind aber dennoch stark giftig.

Vergiften sich Kinder mit Tollkirschen, sollten Eltern auf gar keinen Fall versuchen, ihr Kind zum Erbrechen zu bringen. Als Sofortmaßnahme reichen einige Schlucke Wasser oder Tee. Milch und Kochsalzlösung zu verabreichen ist hingegen nicht sinnvoll. 

Hat sich ein Kind vergiftet, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt oder ein Giftnotrufzentrum benachrichtigen. Wählen Sie bei schweren Symptomen wie Atemnot die Notrufnummer 112.

Tollkirsche: Nicht nur die Früchte sind giftig – auch andere Pflanzenteile enthalten Tropanalkaloide. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Tollkirsche: Nicht nur die Früchte sind giftig – auch andere Pflanzenteile enthalten Tropanalkaloide. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Wie wirkt das Gift der Tollkirsche?

Die Alkaloide in Tollkirschen können beim Menschen binnen 15 Minuten teils heftige Reaktionen auslösen. Diese Symptome können bei einer Vergiftung auftreten:

  • Hautrötung
  • Trockene Schleimhäute
  • Unruhe
  • Halluzinationen
  • Durst
  • Schnelle Atmung
  • Krämpfe
  • Weitung der Pupillen
  • Beschleunigter Puls

Eine besonders schwere Vergiftung kann auch Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen und Krampfanfälle auslösen. Im schlimmsten Fall ist das Gift der Tollkirsche für den Menschen tödlich.

So erkennen Sie die Tollkirsche

Die Tollkirsche ist eine krautige Pflanze, die wild in Europa, Nordafrika und Vorderasien wächst. In Deutschland ist sie nördlich des Mains selten zu finden. Das Nachtschattengewächs wird bis zu 1,5 Meter hoch und bildet ovale Blätter von bis zu 15 Zentimetern Länge aus. Sowohl Blätter als auch Stängel sind flaumig behaart. 

Blüte der Tollkirsche: Das Nachtschattengewächs blüht von Juni bis August. (Quelle: imago images/blickwinkel)Blüte der Tollkirsche: Das Nachtschattengewächs blüht von Juni bis August. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Die violetten Blüten sind etwa drei Zentimeter groß und glockenförmig. Die Beeren sind rund, schwarz und haben eine glänzende Oberfläche. Sie wachsen zwischen Juli und Oktober. Sie ähneln den Früchten des Kirschbaums, wodurch es immer wieder zu Verwechslungen kommt.
 

 
Tollkirschen gedeihen vor allem an sonnigen Waldrändern und Lichtungen auf nährstoffreichen Lehm- und Kalkböden. 

Verwendete Quellen:
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: "Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise"
  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (NRW): "Giftpflanzen: Beschauen, nicht kauen"
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Botanischer Garten Berlin: "Tollkirsche"
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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