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Verwechslungsgefahr: Bärlauch oder giftige Maiglöckchen? Die Unterschiede

Vorsicht, Verwechslung  

So unterscheiden Sie Bärlauch von giftigen Maiglöckchen

15.05.2021, 15:34 Uhr | hm, cch, t-online, dpa

Verwechslungsgefahr: Bärlauch oder giftige Maiglöckchen? Die Unterschiede. Verwechslungsgefahr: Die Fotos zeigen Bärlauchpflanzen (links) und Maiglöckchen (rechts). (Quelle: dpa/Hildenbrand/Wabitsch)

Verwechslungsgefahr: Die Fotos zeigen Bärlauchpflanzen (links) und Maiglöckchen (rechts). (Quelle: Hildenbrand/Wabitsch/dpa)

Die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sehen Bärlauch zum Verwechseln ähnlich. Sammler sollten sich die Pflanzen genau ansehen, bevor sie diese mit nach Hause nehmen.

Bärlauch und Maiglöckchen haben beide breit-lanzettlich geformte Blätter in saftigem Grün. Dass die Frühblüher im Frühjahr zum gleichen Zeitpunkt an ähnlichen Standorten austreiben, führt dazu, dass Bärlauch und Maiglöckchen von Sammlern leicht verwechselt werden können. Besonders in den Monaten April und Mai, wenn das Maiglöckchen sprießt, häufen sich die Vergiftungsfälle, da die beiden Pflanzen oftmals dicht beieinander wachsen. Und auch die Blätter der Herbstzeitlosen werden ab und an mit Bärlauch verwechselt.

Maiglöckchen und Herbstzeitlose: Das sind Symptome einer Vergiftung

Das kann ernste Folgen haben. Denn Herbstzeitlose und Maiglöckchen können lebensgefährliche Vergiftungen auslösen. Bei Maiglöckchen enthalten vor allem Blüten, Samen und die jungen Blätter große Mengen des Stoffs Digitalisglykoside. In der Herbstzeitlosen steckt das Gift Colchicin.

Symptome einer Vergiftung sind

  • Erbrechen,
  • Krämpfe,
  • akute Kreislaufbeschwerden und
  • blutiger Durchfall.

Sie treten zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auf. Weiter kann es zu einem Schock kommen, Lähmungen und das Versagen von Herz und Kreislauf sind möglich. Ärztliche Hilfe ist lebenswichtig.

Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose: Das sind die Unterschiede


An folgenden Merkmalen können Sie Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen unterscheiden:

  • Blätter: Ein Bärlauchblatt wächst an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, die Pflanzen stehen meist in Gruppen dicht beieinander. Auf der Blattrückseite befinden sich deutliche Rippen. Zudem glänzt bei Bärlauch-Blättern nur die Oberseite des Blattes, die Unterseite ist matt.
    Bei Maiglöckchen wachsen hingegen meist zwei oder drei Blätter an einem Stängel, sie ummanteln sich gegenseitig. Die Blattspreiten sind an ihrer Unterseite hellgrün glänzend.
    Bei Herbstzeitlosen wiederum liegen mehrere Blätter ohne Blattstiel zunächst eng am Stängel an und öffnen sich dann. Die Blätter sind schmal und länglich-lanzettlich, nicht breit-lanzettlich wie jene von Bärlauch und Maiglöckchen. Sie können bis zu 40 Zentimeter werden und sind damit länger als Bärlauchblätter.
  • Blüten: Ein weiterer Unterschied zwischen Bärlauch und Maiglöckchen besteht in der Anordnung der weißen Blüten: Während der Bärlauch sich durch eine halbrunde Doldenblüte auszeichnet, wachsen die Blütenknospen des Maiglöckchens aufgereiht am Stängel.
    Die Herbstzeitlose hingegen hat eher selten weiße, meist blassrosa bis violette Blüten. Sie sind zu einer langen Röhre verwachsen.
  • Geruch: Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist zudem der Geruch: Beim Zerreiben von Bärlauchblättern entsteht typischer Knoblauchgeruch. Die Blätter der Herbstzeitlosen und des Maiglöckchens sind dagegen geruchlos.
  • Wachstum: Typisch für Bärlauch ist, dass er oft über große Flächen im Wald wächst und den Boden komplett bedeckt. Beim ihm sprießen zuerst die Blätter. Erst nach sechs Wochen folgen die Blütentriebe. Bei Maiglöckchen kommen die Glöckchen-Stiele gleichzeitig mit den Blättern aus der Erde.

Unterschiede zwischen Bärlauch und Salmonsiegel

Auch das Salmonsiegel besitzt ähnliche Blätter wie Bärlauch. Die Pflanze in ihrer Gesamtheit sieht aber anders aus. So wachsen beim Salmonsiegel viele einzelne Blätter entlang eines Stiels. Es besitzt weiße Glockenblüten, die von diesen herabhängen. Die Pflanze ist giftig. Vor allem in den Blättern und Beeren stecken Gifte wie Saponine, Chelidonsäure und Homoserinlacton.

Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum): Die Blätter haben Ähnlichkeit mit jenen des Bärlauchs. (Quelle: imago images/imagebroker)Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum): Die Blätter haben Ähnlichkeit mit jenen des Bärlauchs. (Quelle: imagebroker/imago images)

Was Sie beim Sammeln beachten sollten

Pflücken Sie Bärlauch nur aus einem großen Bärlauchfeld heraus, da die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass dort giftige "Doppelgänger" wachsen. Bei einzelnen Pflanzen am Waldrand ist die Verwechslungsgefahr deutlich höher. Grundsätzlich gilt: Verzichten Sie auf das Sammeln von wildem Bärlauch, wenn Sie bei der Unterscheidung der Pflanzen unsicher sind.

Wer Bärlauch verwechslungssicher im Garten anbauen möchte: Im Handel sind in der Regel von März bis Mai kleine Pflanzen zu finden. Der Bestand kann sich dann selbst weiter ausbreiten. Für eine Aussaat ist es im Frühjahr hingegen zu spät, diese sollte bereits im Herbst stattfinden.

Auch für Tiere sind Maiglöckchen giftig. Besonders gefährdet sind Nutztiere, die in Waldmast gehalten werden und in unmittelbarer Nähe von Maiglöckchen grasen. Dies betrifft vor allem Schweine und Ziegen. Aber auch Kleintiere wie Hunde und Katzen, Vögel und Pferde können durch den Frühblüher vergiftet werden.

Wann Bärlauch gefährlich werden kann

Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Stoffe, die lebensgefährliche Vergiftungen verursachen können. Aber auch wilder Bärlauch kann unter Umständen für die Gesundheit riskant sein: An den Blättern können Eier des kleinen Fuchsbandwurms haften. Diese werden erst bei Kochtemperaturen von 60 Grad Celsius und mehr abgetötet.

Zu diesen Speisen schmeckt Bärlauch

Bärlauch lässt sich zum Beispiel zu einer köstlichen Suppe verarbeiten, eignet sich aber auch nur zum Verfeinern von Gerichten. Pasta mit Bärlauch, gefüllt oder als Soße, ist besonders schmackhaft. Weiterverarbeitet zu Bärlauchbutter passt das Gewürz sehr gut zu Fleisch und Geflügel oder als Bärlauchessig zu Salaten. Oder stellen Sie einfach Ihr eigenes Bärlauchpesto her. So können Sie die Würzpflanze das ganze Jahr über genießen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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