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Mohnblume pflanzen und vermehren: Infos zu Klatschmohn

Zeitpunkt, Standort, Pflege  

Mohnblumen pflanzen: So gelingt die Aussaat perfekt

24.03.2021, 16:01 Uhr | om, t-online, ron

Mohnblume pflanzen und vermehren: Infos zu Klatschmohn. Klatschmohn (Papaver rhoeas):In den Monaten Juni und Juli färbt er ganze Wiesen rot. (Quelle: imago images/Westend61)

Klatschmohn (Papaver rhoeas):In den Monaten Juni und Juli färbt er ganze Wiesen rot. (Quelle: Westend61/imago images)

Im Sommer ziert sie Wiesen, aber auch Feldränder: die Mohnblume. Dabei ist der Klatschmohn mit seinen leuchtend roten Blüten auch im Garten ein Hingucker. So blüht er besonders üppig.

Im Jahr 2017 hatte die Mohnblume (Papaver rhoeas) ihren ganz großen Auftritt: Damals wurde sie zur Blume des Jahres gekürt. Ein Grund: Obwohl sie sich mit wenig zufrieden gibt, ist sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum wie Ackerrändern nur noch selten anzutreffen. Schuld sind einerseits die intensive Landwirtschaft, andererseits Dünge- und Spritzmittel, die der Pflanze zusetzen. Mohnblumenfelder sind deshalb seltener geworden.

Dafür feiert die Pflanze, die umgangssprachlich auch Klatschmohn heißt, im Naturgarten schon seit Jahren ein Comeback. Denn viele Menschen verbinden mit den kräftig roten Blütenblättern unweigerlich den Sommer – und dabei beginnt die Mohnblüte bereits im Frühjahr. Übrigens: Der Name Klatschmohn soll eine Anspielung auf die dünnen Blüten sein, die bei Wind und Wetter aneinander klatschen.

Standort: Voll sonnig

Die Mohnblume wächst in durchlässigen, frischen Gartenböden. Am wohlsten fühlt sie sich dabei in voller Sonne. Steht sie geschützt vor starkem Wind, verbleiben die zarten Blütenblätter etwas länger an der Pflanze.

Unser Tipp
Reichern Sie den Boden ein paar Wochen vor der Aussaat mit Kompost an. Zusätzlich ist es ratsam, die Erde mit etwas Sand zu verfeinern, damit der Boden durchlässiger wird.

Klatschmohn (Papaver rhoeas): Die hauchdünnen Blütenblätter erinnern entfernt an zerknitterte Seide. (Quelle: imago images/blickwinkel)Klatschmohn (Papaver rhoeas): Die hauchdünnen Blütenblätter erinnern entfernt an zerknitterte Seide. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Aussehen: Rote Schalenblüten

Mohnblumen können je nach Sorte zwischen 20 und 60 Zentimetern in die Höhe wachsen. Der Blütenstiel der einjährigen Pflanze besitzt abstehende, borstige Härchen. Die Blätter sind filigran, leicht gefiedert und deutlich gezähnt. Das Augenfälligste sind aber die roten Schalenblüten mit schwarzer Mitte.

Auch deshalb gehört(e) der Klatschmohn von jeher zu den Blumen, die oft gemalt werden. Vincent van Goghs "Vase mit rotem Klatschmohn" (1886) oder "Mohnfeld" (1889) sind dafür schöne Beispiele.

Vincent van Gogh (1853–1890): Sein "Mohnfeld" malte er im Juni 1889. Es befand sich außerhalb der Heilanstalt im provenzalischen Saint-Rémy, in der er sich aufhielt. (Quelle: imago images/United Archives International)Vincent van Gogh (1853–1890): Sein "Mohnfeld" malte er im Juni 1889. Es befand sich außerhalb der Heilanstalt im provenzalischen Saint-Rémy, in der er sich aufhielt. (Quelle: United Archives International/imago images)

Aussaat: Mohnblume pflanzen

Im März und April werden die Mohnsamen im Freibeet ausgesät. Wichtig: Sie sind sogenannte Lichtkeimer. Das heißt, dass die Samenkörnchen neben Wasser und Wärme vor allem Licht brauchen. Sie werden deshalb nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt. Zeigen sich die ersten Pflänzchen, werden diese im Abstand von 25 mal 15 cm bis 30 mal 25 cm vereinzelt. So können sich die Mohnblumen gut entwickeln.

Pflege: Abgeblühtes zurückschneiden

Wenn Sie Mohn aussäen, ist es wichtig, die Samen stets leicht feucht zu halten. Ansonsten brauchen die robusten Gartenblumen keine besondere Pflege. Ist der Sommer aber sehr trocken, sollten Sie den Klatschmohn ausreichend wässern.

Unser Tipp
Wenn Sie welke Mohnblüten im Sommer regelmäßig zurückschneiden, wird damit die Blütenbildung angeregt. Die Blütezeit, eigentlich von Mai bis Juli, verlängert sich ein wenig.

Vermehren: Samen und Stecklinge

Die gute Nachricht: Wachsen in Ihrem Garten bereits Mohnblumen, so vermehren sie sich praktisch von selbst. Lassen Sie einfach die abgeblühten Stängel mit ihren Kapselfrüchten (Porenkapseln) stehen. Im Herbst platzen diese auf und die Mohnsamen rieseln auf den Erdboden. Werden sie nicht vom Wind weggeweht, entstehen an derselben Stelle im kommenden Jahr neue Mohnblumen.

Klatschmohn (Papaver rhoeas): Ist er verblüht, zeigt er nur noch eine Fruchtkapsel. (Quelle: imago images/Hanke)Klatschmohn (Papaver rhoeas): Ist er verblüht, zeigt er nur noch eine Fruchtkapsel. (Quelle: Hanke/imago images)

Möchten Sie Ort und Stelle selbst bestimmen, sammeln Sie im Herbst eigenen Mohnsamen. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Knipsen Sie die reifen, bräunlich aussehenden Samenkapseln an der Mohnblume ab.
  • Füllen Sie die sich darin befindenden kleinen Mohnkügelchen in eine Tüte.
  • Bewahren Sie die Sämereien trocken und kühl bis zum nächsten Frühjahr auf und verwenden Sie diese dann für die Aussaat.

Etwas ungewöhnlich ist das Vermehren über Stecklinge. Graben Sie dafür im Spätherbst die tiefreichende Pfahlwurzel einer noch robusten Mohnblume aus. Geeignet ist generell eine gesunde und kräftige Pflanze. Schneiden Sie die Wurzel am sogenannten Wurzelhals ab. Das ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel.

Teilen Sie diese in kleine Wurzelstücke und stecken Sie sie in feuchte Anzuchterde. An einem kühlen Standort sollten die Wurzelstecklinge austreiben. Im kommenden Frühling können Sie die Jungpflanzen ins Freie setzen.

Mohnblumen: Arten und Sorten

Wie alle Mitglieder der Gattung Mohn (Papaver) zählt die Mohnblume zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Weltweit gibt es etwa 100 Mohnarten. Zu den sogenannten einjährigen, nicht-winterharten Arten – die nur einen Sommer lang blühen und danach absterben – zählen neben der

  • Mohnblume (Papaver rhoeas), auch: Klatschmohn
  • Islandmohn (Papaver nudicaule), auch: Nacktstängliger Mohn
  • Schlafmohn (Papaver somniferum)
  • Sandmohn (Papaver argemone)

Schlafmohn (Papaver somniferum): Sein Anbau und Besitz ist in Deutschland laut Betäubungsmittelgesetz streng verboten. (Quelle: imago images/Gottfried Czepluch)Schlafmohn (Papaver somniferum): Sein Anbau und Besitz ist in Deutschland laut Betäubungsmittelgesetz streng verboten. (Quelle: Gottfried Czepluch/imago images)

Zudem werden hierzulande im Garten auch mehrjährige Mohnarten beziehungsweise winterharte Blütenstauden kultiviert, wie zum Beispiel:

Türkischer Mohn (Papaver orientale): Er ist eine dekorative Balkon- und Kübel- sowie Gartenpflanze. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Türkischer Mohn (Papaver orientale): Er ist eine dekorative Balkon- und Kübel- sowie Gartenpflanze. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)

Dennoch gehört die einjährige Mohnblume in Deutschland zu den beliebtesten Mohnarten. In Pflanzen-Centern sind verschiedene Sorten erhältlich. Diese unterscheiden sich vor allem in Farbe und Form der Blüten, wie zum Beispiel einfach oder halbgefüllt:

  • 'Pierrot' (leuchtend-rot mit schwarzen Flecken, einfach)
  • 'Mother of Pearl' (pastellfarben, einfach)
  • 'Amazing Grey' (grau-blau, einfach bis halbgefüllt)

Verwendung: Naturgarten, Blumenstrauß, Trockengesteck

Was macht man mit Mohnblumen? Nun, einerseits passt sie als einstige Wild- und Ackerblume perfekt in den naturbelassenen Garten, andererseits wirkt sie in einem Wildblumenstrauß wunderbar authentisch. Schade, dass sie als Schnittblume nur im Aufblühen haltbar ist und schnell verwelkt.

Wesentlich langlebiger sind ihre schön geformten Kapselfrüchte, die in Gestecken oder Trockensträußen optisch herausstechen. Letztlich wird dem Klatschmohn auch eine heilende Wirkung nachgesagt. So sollen seine getrockneten Blüten Hustenreiz lindern.

Bedeutung: "Remembrance Poppy"

Die Mohnblume gilt auch als Symbolpflanze. Sie soll die erste Blume gewesen sein, die auf den frisch aufgeschütteten Hügeln der Soldatengräber im Ersten Weltkrieg erblühte. Deshalb trägt man im englischsprachigen Raum im November zur Erinnerung eine stilisierte Mohnblüte an der Jacke. Mit dieser "Remembrance Poppy" (deutsch: Erinnerungs-Mohnblume) soll insbesondere an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert werden.

Verbreitung: Anfangs am Mittelmeer

Wilder Mohn stammt ursprünglich aus dem warmen Mittelmeerraum und ist während der Jungsteinzeit gemeinsam mit dem Getreide nach Norden gewandert. Die Mohnblume gilt auch als typischer Getreidebegleiter auf dem Feld – seit ab den 1950er-Jahren jedoch vermehrt Pestizide auf deutschen Feldern eingesetzt wurden, zogen sich die feuerroten Blumen immer weiter zurück.

Ist wilder Mohn giftig?

Ja, alle Pflanzenteile der Mohnblume außer den Samen sind gering giftig  – vor allem der weiße, klebrige Saft. Er tritt aus, wenn Sie einen Stängel abbrechen oder die noch unreife Samenkapsel aufstechen. Der Alkaloidgehalt im Saft des Klatschmohns ist jedoch vergleichsweise gering – außerdem fehlt das in vielen anderen Mohnsorten enthaltene Morphium im Klatschmohn.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Naturschutzbund Deutschland (Nabu): "Die rote Farbe des Sommers"
  • Gartentipps
  • Mein schöner Garten
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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