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Asiatischer Laubholzbockkäfer: Steckbrief und alles zur Bekämpfung von ALB

Exotischer Holzschädling  

Asiatischer Laubholzbockkäfer – große Gefahr für Laubbäume

07.05.2020, 10:44 Uhr | ji, t-online, jb

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Steckbrief und alles zur Bekämpfung von ALB. Asiatischer Laubholzbockkäfer: Der Schädling befällt vor allem Ahornbäume. (Quelle: imago images/Steffen Schellhorn)

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Der Schädling befällt vor allem Ahornbäume. (Quelle: Steffen Schellhorn/imago images)

Er sieht hübsch und harmlos aus – doch für Laubbäume ist der Asiatische Laubholzbockkäfer eine große Bedrohung. Seit einigen Jahren wird der exotische Käfer als Neozoon nach Deutschland eingeschleppt und macht großflächige Baumfällungen nötig. 

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) kommt ursprünglich aus Asien. Aber auch bei uns ist er seit einigen Jahren zu finden, denn er gehört zu den sogenannten Neozoen. Dabei handelt es sich um Tiere, die sich nur durch menschliche Einflussnahme in einem Gebiet, in dem sie nicht beheimatet sind, etablieren können.

Steckbrief des Asiatischen Laubholzbockkäfers

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) besitzt einen schwarzen Körper mit hellen Flecken, der bis zu vier Zentimeter lang wird. Seine Fühler sind in elf Segmente unterteilt und werden etwa doppelt so lang wie der Körper. Bäume dienen den Insekten als Brutstätte: Die Weibchen legen dort nur etwa 30 Eier. Doch für jedes einzelne Ei bohrt das Weibchen eine Ritze in den Baum, der den Larven später als sogenannte Puppenwiege dient. Die Käfer benutzen dazu Schwachstellen wie Astgabeln.

Die Larven des ALBs schlüpfen nach rund zwei Wochen und fressen sich in Gängen durch das Gehölz. Erst nach elf Entwicklungsstadien – also nach etwa ein bis zwei Jahren – verlassen die jungen Käfer ihre Puppenwiege und gehen bis zur Geschlechtsreife zum Reifungsfraß über. Dann befallen sie die Bäume auch von außen.

In der Regel überlebt der Käfer den Winter nicht – seine Larven allerdings schon. Diese verpuppen sich im Stamminneren, wo wärmere Temperaturen herrschen. Im Frühjahr schlüpfen sie sodann als ausgewachsene Käfer.

Teilweise kann der ALB mit dem Handwerkerbockkäfer verwechselt werden. Beide lassen sich anhand ihrer Flügelfarben und -strukturen unterscheiden.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat kaum natürliche Feinde

Über natürliche Feinde des Asiatischen Laubholzbockkäfers ist nicht viel bekannt. Jedoch sollen einige Schlupfwespenarten dazu gehören. Nachdem die Larve geschlüpft ist, beginnt sie sich durch die Rinde zu fressen. Dadurch tritt ein Saft am Baum aus, der einige Wespen- und Hornissenarten anlockt. Die Schlupfwespen legen ihre Eier dann in den Larven des Käfers ab. Dadurch entwickelt sich im Inneren der Larven des ALBs die Larve der Schlupfwespe als Parasit.

Laut der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) fallen auch räuberische Käferarten über den Asiatischen Laubholzbockkäfer her. Die Wirkung der natürlichen Feinde ist jedoch nicht besonders groß, da die Laubholzbockkäfer die meiste Zeit geschützt im Holz verbringen.

Als weiterer natürlicher Feind des ALBs gilt auch der Specht. Er frisst die abgelegten Eier oder Junglarven.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Sowohl durch die Wespen und Hornissen als auch durch den Specht kann jedoch die massive Ausbreitung des Holzschädlings nicht unterbunden werden. 

Bekämpfung mit Insektiziden nicht möglich

Insektizide können den Larven der Käfer meist nur wenig anhaben. Beim Gießen mit Gift oder Injektionen in den Baumstamm dringt der Wirkstoff selten bis zu den Larven durch. Die chemischen Mittel werden daher oft nur als Vorsorgemaßnahme bei Bäumen angewendet, die von einem Befall gefährdet sind. 

Vorbeugende Maßnahmen

Weitere vorbeugende Maßnahmen sollen einen Befall verhindern. Durch Importbestimmungen und -kontrollen soll eine weitere Einschleppung des Holzschädlings verhindert werden. Verpackungsholz und Ähnliches müssen mit Hitze und Chemie behandelt werden, um die Schadorganismen zu vernichten. Zudem besteht eine Voranmeldungspflicht bei Anlieferung von Holzverpackungen.

Eine weitere Maßnahme ist das vorbeugende Abholzen. Um befallene Bäume werden in einem Umkreis von 100 Metern Laubbäume abgeholzt, auch wenn diese gesund sind. Spürhunde, die speziell auf den Geruch der Laubholzbockkäfer und deren Larven trainiert wurden, sollen befallene Bäume ausfindig machen.

Teilweise versuchen Ämter, den Käfer mit Pheromonfallen zu bekämpfen. Durch den Lockstoff werden die Schädlinge angelockt, kriechen in die Falle und verenden dort. Die Lockstofffallen sind jedoch kein Mittel gegen den massiven Befall der Insekten. Mit ihnen soll ein möglicher Befall frühzeitig erkannt werden, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Achtung
Es ist verboten, aus Quarantänezonen Baumschnitt zu transportieren, auch nicht als Brennholz.

Asiatische Laubholzbockkäfer: Ausbreitung in Deutschland

In Deutschland befällt der Asiatische Laubholzbockkäfer bisher in vier Bundesländern massenhaft Bäume:

  • Sachsen-Anhalt
  • Nordrhein-Westfalen
  • Baden-Württemberg
  • Bayern

In diesen Bundesländern werden zahlreiche befallene und gefährdete Bäume gefällt, um die Verbreitung des Holzschädlings einzudämmen. Diese Maßnahmen werden sowohl in Wäldern als auch in Privatgärten durchgeführt. Gartenbesitzer können sich dagegen nicht wehren.

In Europa kommt der ALB noch in Frankreich, Österreich und der Schweiz vor. Aus diesem Grund hat die Europäische Union den "Durchführungsbeschluss über Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Anoplophora glabripennis (MOTSCHULSKY)" erlassen. In diesem Beschluss sind sowohl die Größen der Befalls- und Pufferzonen als auch die durchzuführenden Maßnahmen (Fällung, Zerkleinerung, Verbrennung) vermerkt.

Gefährlichster Laubholzschädling

Im Gegensatz zu anderen Bockkäferarten befällt der Laubholzbockkäfer nicht nur kranke, sondern auch gesunde Bäume. Schätzungen zufolge besteht bei einer Ausbreitung des Käfers im betroffenen Land die Gefahr, dass 30 Prozent aller Bäume absterben. Laut WSL zählt der Laubholzbockkäfer zu den gefährlichsten Laubholzschädlingen.

Durch die Käfer steigt zudem das Risiko, dass angefressene Äste herabfallen. Das stellt eine weitere Gefahr für unter Bäumen parkende Autos und auch Personen dar.

Um eine Ausbreitung der Insekten zu verhindern, müssen die befallenen Bäume gefällt, gehäckselt und die Reste vernichtet werden. Die Kosten sind enorm. Aber nicht nur wirtschaftlich bringt der Laubholzbockkäfer Probleme mit sich. Breitet er sich in den Wäldern aus, hat dies schwerwiegende ökologische Folgen. Viele Tiere, Pflanzen und andere Organismen sind von Laubbäumen abhängig.

Info
Bereits gefälltes Holz oder Kaminschnitt befällt der Käfer nicht. Er bevorzugt lebende Bäume.

Welche Bäume befällt der ALB?

Die Bockkäferart befällt laut Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) vorwiegend Laubbäume wie

  • Ahorn
  • Birken
  • Pappeln
  • Rosskastanien und
  • Weiden.

Aber auch andere Baumarten könnten durch den Holzschädling gefährdet werden. 

Wie ist ein Befall zu erkennen?

Ein Befall lässt sich anhand der Einbohrlöcher am Stamm erkennen. Neben oder über dem Einbohrloch befindet sich häufig noch ein weiteres: das Ausbohrloch. Es hat einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. An den Öffnungen des Einbohrlochs sind zudem oft kleine Späne erkennbar, die durch die Bohrarbeiten des Schädlings nach Außen befördert werden. 

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Der Käfer richtet sowohl im Inneren als auch außen starke Schäden an Bäumen an. (Quelle: Getty Images/Heiko119)Asiatischer Laubholzbockkäfer: Der Käfer richtet sowohl im Inneren als auch außen starke Schäden an Bäumen an. (Quelle: Heiko119/Getty Images)

Ein weiterer Befall ist durch den Austritt des Baumsaftes an der Rinde erkennbar. Um diesen herum versammeln sich häufig vermehrt Wespen und Hornissen. 

Bei diesem Käfer besteht Meldepflicht

Laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist der Asiatische Laubholzbockkäfer meldepflichtig. Schon beim Verdacht auf Befall muss umgehend der zuständige Pflanzen- oder Waldschutzdienst, Förstereien sowie die zuständigen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informiert werden, so das LfL.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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