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Chaos statt getrimmten Rasen: Wie Hobbygärtner Lebensräume für Tiere schaffen

Stein, Sand, Holz und Laub  

Wie Hobbygärtner Lebensräume für Tiere schaffen

04.10.2019, 14:00 Uhr | dpa , jb

Chaos statt getrimmten Rasen: Wie Hobbygärtner Lebensräume für Tiere schaffen. Igel: Wildtiere fühlen sich in naturnahen Gärten wohl. (Quelle: imago images/Panthermedia)

Igel: Wildtiere fühlen sich in naturnahen Gärten wohl. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Stein, Sand, Holz und Laub – wer damit Häufchen in seinem Garten aufschichtet, bietet Tieren Lebensräume. Denn dort können sich Igel, Ameisen, Käfer, Eidechsen und Siebenschläfer verstecken und Nahrung finden. 

Ein zu gepflegter Garten mit englischem Rasen und ohne Laub und Büsche kann eine Bedrohung für die Wildtiere darstellen. Tierfreunde und Hobbygärtner sollten daher die Gartenarbeit nicht immer zu genau nehmen und auch etwas Unordnung walten lassen. Denn was die Natur schafft, kann nur schwer oder gar nicht simuliert werden. Es reiche laut Experten nicht aus, ein Insektenhotel, Vogelhäuschen und -tränke aufzustellen. Diese Hilfsmittel seien zwar nützlich, allerdings bieten sie den Tieren keinen Schutz, nicht ausreichend Nahrung und können den natürlichen Lebensraum nicht ersetzen.

So wird Ihr Garten insektenfreundlich

Zunächst sollten sie sich fragen: Was ist möglich? Wer bestimmte Tiere beobachten will, kann sie gezielt mit dem passenden Umfeld anlocken. Hummeln mögen Lavendel und Wildblumen, Käfer und Pilze brauchen Totholz, das Kontakt zur Erde hat. Auch eine Kiste mit Sand kann nützlich sein. Viele Wildbienen nisten gerne im lockeren Sand – und nicht in Insektenhotels.

Ein Laubhaufen lässt sich zum Beispiel im Herbst schnell umsetzen: das Laub zusammenrechen und unter den Himbeerstrauch ablegen. Zum einen schützen die Blätter die Pflanze im Winter, zum anderen bieten sie ihr im Frühling genügend Nährstoffe. Die Tiere finden im Laub zudem Nahrung und Unterschlupf.

Tipp
Wer größeren Tieren ein frostfreies Winterquartier bieten will, sollte erst eine Grube ausheben und als Zwischenschicht Kiesel reinschütten, damit sich das Wasser dort nicht staut. Schichten Sie nun altes Holz hinein, das oben herausragt. So bleibt das Versteck innen frostfrei. Der Haufen sollte etwa drei Kubikmeter groß sein.

Was tun, wenn Nachbarn oder den Partner das Chaos im Garten stört?

Einige Menschen wollen einen perfekt gepflegten Garten und weder Unkraut noch Laubhaufen vorfinden. Wenn sich Ihr Nachbar beschwert oder Ihnen selbst unwohl bei einem zu verwilderten Garten wird, können Sie Sand- oder Steinhaufen mit Hecken, hohen Gräsern oder Pflanzenkübeln kaschieren oder hinter Holzstapeln verstecken. 

Ist es wichtig, wie groß der Garten ist?

In größeren Gärten gibt es mehrere abgelegene Ecken, die testweise umgestaltet oder verwildert werden können. Aber auch in kleinen Gärten gibt es Möglichkeiten: Sie sollten dann gut geplant werden, damit das Chaos nicht optisch zu gewichtig ist.

Lockt ein verwilderter Garten nicht unzählige Krabbeltiere an?

Ein verwilderter Garten könne Tiere wie Mäuse, Ameisen, Fliegen ins Haus locken, befürchten viele. Diese Angst ist oft unbegründet. Zwar erhöht sich tatsächlich die Anzahl vieler Käfer, Blattläuse und Ameisen, dafür kommen aber auch mehr Vögel, die die Insekten fressen. Und Igel freuen sich über mehr Schnecken.

Oft ist es auch eine Frage der richtigen Umsetzung. Ein Beispiel hierfür ist der Kompost im Garten. Wichtig ist, dass er die Biomasse schnell zersetzt. Dafür braucht er Kontakt zum Boden sowie den richtigen Standort, damit er weder fault, noch zu trocken ist. Wird der Kompost richtig angelegt, kann er für Mäuse und andere Tiere einen guten Lebensraum darstellen.


Bei einem großen, artenreichen Garten, kommen mehr Tiere – sowie Nützlinge. Wichtig ist ein natürliches Gleichgewicht. Das muss sich anfangs allerdings oft erst einpendeln. Seien Sie daher geduldig. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • "Haufenweise Lebensräume: Ein Lob der Unordnung im Garten", Sigrid Tinz, Pala-Verlag

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