Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Insekten > Schädlinge >

Pelzkäfer: So erkennen und bekämpfen Sie den Schädling

Lästige Schädlinge  

So erkennen Sie Pelzkäfer und werden sie wieder los

Von Sandra Simonsen

04.12.2019, 09:40 Uhr
Pelzkäfer: So erkennen und bekämpfen Sie den Schädling. Gemeiner Pelzkäfer: Das kleine Insekt kann im Kleiderschrank großen Schaden anrichten.  (Quelle: dpa/Wildlife/P.Hartmann)

Gemeiner Pelzkäfer: Das kleine Insekt kann im Kleiderschrank großen Schaden anrichten. (Quelle: Wildlife/P.Hartmann/dpa)

Löcher im Wollpullover oder Teppich, kahle Stellen im Pelzmantel: Diese Käfer können zu einem echten Problem werden. Doch wie erkennen Sie, ob ihr Kleiderschrank von Pelzkäfern befallen ist?

Häufig fliegt der Pelzkäfer über geöffnete Fenster oder Türen in die Wohnung und siedelt sich dort an. Das eigentliche Problem ist aber nicht der Käfer selbst, sondern seine Larven. 

Wie erkenne ich den Pelzkäfer und seine Larven?

Es gibt zwei Unterarten des Pelzkäfers: Den Braunen Pelzkäfer und den Gefleckten Pelzkäfer. Der Braune Pelzkäfer (Attagenus smiernovi) wird etwa drei bis fünf Millimeter lang und hat hellbraune Flügeldecken. Sein Kopf und der Hals sind etwas dunkler gefärbt. 

Die Larven des Braunen Pelzkäfers werden bis zu sieben Millimeter lang. Sie sind goldgelb bis hellbraun. Ihr ganzer Körper ist mit dichten, eng anliegenden Haaren bedeckt. Sie haben einen Borstenschwanz aus längeren Haaren und Schuppenborsten auf ihren Segmenten. 

Pelzkäfer-Larve: Die etwa sieben Millimeter langen Tierchen fressen bevorzugt Felle, Pelz oder Haare.  (Quelle: imago images/blickwinkel)Pelzkäfer-Larve: Die etwa sieben Millimeter langen Tierchen fressen bevorzugt Felle, Pelz oder Haare. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Der Gefleckte Pelzkäfer ist länglich oval und wird etwa drei bis 5,5 Millimeter lang und zwei bis drei Millimeter breit. Er ist dunkelrotbraun bis schwarz, seine Flügeldecken sind etwas heller. Seinen Namen hat der Gefleckte Pelzkäfer wegen mehrerer Haarflecken: Er hat jeweils einen weißen Haarfleck auf den Flügeln und drei weitere am hinteren Rand seines Halses.  

Woher kommt der Pelzkäfer?

Der Pelzkäfer gehört zur Familie der Speckkäfer und stammt ursprünglich aus Afrika. Er hat sich über Russland und Osteuropa schließlich auch nach Deutschland ausgebreitet. Erstmals wurde er 1985 in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. 

Pelzkäfer spielen in der Natur eine wichtige Rolle, weil ihre Larven Fellreste von Kadavern fressen.  

Welche Schäden richten Pelzkäfer an?

Pelzkäfer selbst leben nicht sehr lange und nehmen meist auch gar keine Nahrung mehr zu sich. Das Problem sind ihre Larven: Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert bei Zimmertemperatur etwa ein Jahr. Währenddessen meiden die Larven das Licht und verkriechen sich zwischen Dielenritzen, unter Schränken oder in Wandspalten. 

Die Larven fressen Pelze, Felle oder Wolltextilien und können so im Kleiderschrank, an Teppichen oder Kissen Schäden anrichten. Eine besondere Gefahr stellen die Larven für Museen dar, in denen sie Tierpräparate befallen und zerstören können. 

Bei manchen Menschen können außerdem die Haare der Larven zu Hautirritationen führen. 

Wie schützen Sie Ihren Kleiderschrank vor Pelzkäfern?

Um zu verhindern, dass sich die Tiere ausbreiten, sind einige Schritte zu beachten: 

  • Wollteppiche und Wolltextilien regelmäßig gründlich nach Larven oder Fraßspuren absuchen 
  • Kleidung, Decken oder Teppiche, die länger nicht benutzt und gelagert werden, in Tüten oder Folien einwickeln
  • Dielenritzen häufig aussaugen, damit sich keine Haare sammeln können, von denen sich die Larven ernähren

Wie können Sie Pelzkäfer im Haus bekämpfen?

Sind die Tiere dann doch in die Wohnung gelangt und haben sich ausgebreitet, gibt es ebenfalls einige Tipps von Experten, um sie wieder loszuwerden. 

Zunächst sollten Sie natürlich herausfinden, ob es sich bei Ihren Schädlingen auch wirklich um Pelzkäfer handelt. Dabei kann beispielsweise der Deutsche Schädlingsbekämpfer Verband (DSV) helfen. Mario Heising vom DSV rät, sich in jedem Fall professionelle Unterstützung zu suchen. "Man kann vieles allein probieren, beispielsweise besonders gründlich staubsaugen", sagt der Experte. Um ganze Populationen aus Wohnungen zu entfernen, benötige es allerdings oft spezielle Mittel wie "mechanische Stäube". 

Einen Befall von Stoffen und Teppichen erkennen Sie unter anderem an den unregelmäßig geformten Fraßlöchern. Sie unterscheiden sich von den Löchern durch Kleidermotten, weil die typischen weißen Gespinste fehlen. Der Schaden an Pelzen beginnt am unteren Ende der Haare – dadurch können die Pelzhaare büschelweise ausfallen. 

Um das Ausmaß des Befalls festzustellen, können Sie in der Drogerie oder im Baumarkt Klebefallen kaufen und in Ihrer Wohnung aufstellen. Als Bekämpfungsmaßnahme eignen sich diese Fallen allerdings nicht, da sie nur die männlichen Käfer anlocken. 



Grundsätzlich sollte zumindest ein Spezialist zu Rate gezogen werden, um die Ursachen zu besprechen, empfiehlt Heising. "Dazu ist ein Laie selten in der Lage." Oftmals würden Betroffene "betriebsblind" für ihre eigene Wohnung und könnten nicht richtig einschätzen, woher die Schädlinge kommen. Da reiche beispielsweise ein Teppich an der Wand. 

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal