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Tipps fĂŒr ein pflegeleichtes Grab

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 02.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Pflegeleichtes Grab: Sedum-GewĂ€chse sind genĂŒgsam und bieten sich daher auch fĂŒr sonnige und trockene Standorte an.
Pflegeleichtes Grab: Sedum-GewĂ€chse sind genĂŒgsam und bieten sich daher auch fĂŒr sonnige und trockene Standorte an. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn-bilder)
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Grabpflege muss nicht aufwendig sein. Gute Planung und standortgerechte Pflanzen können den Gießbedarf verringern und die Arbeit erleichtern. Experten erklĂ€ren, worauf Sie achten sollten.

Die letzte RuhestĂ€tte von Verwandten und Freunden zu pflegen, ist fĂŒr viele Hinterbliebene ein wichtiger Teil der Trauerarbeit. Das kann aber auch viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit einer entsprechenden Bepflanzung lassen sich GrĂ€ber mit wenig Aufwand instand halten.


Pflegeleichte Bepflanzung fĂŒrs Grab

Eisbegonien setzen im Sommer Akzente.
StiefmĂŒtterchen sind eine schöne Lösung fĂŒr die Wechselbepflanzung des Grabes im FrĂŒhling.
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"Bei einem pflegeleichten Grab entfallen zwar keine Arbeiten, aber die Arbeiten werden weniger", sagt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende der Gesellschaft deutscher FriedhofsgÀrtner. Ob ein Grab mit wenig Pflege auskommt, entscheidet sich schon bei der Anlage. Standort und BodenverhÀltnisse sind dabei die wichtigsten Faktoren.

"Pflegeleicht ist jede Bepflanzung, die die Umgebung und die Gegebenheiten vor Ort berĂŒcksichtigt", sagt Ehlers-Ascherfeld. Beim Standort gilt es neben den LichtverhĂ€ltnissen auch das umliegende FriedhofsgrĂŒn zu berĂŒcksichtigen. "Große BĂ€ume und StrĂ€ucher sorgen fĂŒr Wurzeldruck und wachsen stĂ€rker als kleine Pflanzen, die man frisch auf das Grab setzt", erklĂ€rt Ehlers-Ascherfeld.

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Erde austauschen: Wann ist das sinnvoll?

In bestimmten Regionen kann es ihrer Ansicht nach sinnvoll sein, die Erde zu tauschen: "In sandigem Heideboden, schwerem Lehm oder felsigen Bereichen wÀchst kaum etwas", so die Grab-Expertin.

Jakob Grabow-Klucken vom BUND-Landesverband Niedersachsen rÀt hingegen nicht dazu, die Erde auszutauschen, sondern vielmehr passende Pflanzenarten auszuwÀhlen. So eine standortgerechte Bepflanzung kommt seiner Meinung nach nÀmlich nicht nur den Insekten zugute, sondern verringert auch den Pflegeaufwand.

"Mit gezielter Pflanzenauswahl trockenheitstoleranter heimischer Wildstauden kann der Gießbedarf stark reduziert werden", so der Leiter des BUND-Projektes Ökologische Nische Friedhof. Er erklĂ€rt, dass viele Wildstauden an nĂ€hrstoffarmen Standorten wachsen. DĂŒngung, Blumen- oder Komposterde begĂŒnstigten dagegen vor allem nĂ€hrstoffliebende UnkrĂ€uter, die dann wieder gejĂ€tet werden mĂŒssten. Sein Rat: "NĂ€hrstoffgaben sollte man weitestgehend vermeiden."

Wechselbepflanzung bedeutet viel Grabpflege

Je mehr Pflanzen dauerhaft auf dem Grab wachsen, desto geringer ist grundsĂ€tzlich der Pflegeaufwand. "Frisch gesetzte Pflanzen mĂŒssen hĂ€ufiger gegossen werden, das macht eine Wechselbepflanzung so pflegeintensiv", sagt Ehlers-Ascherfeld. Ihr Tipp: Staudenmischungen, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Protagonisten hervorbringen.

Auch versamende Wildpflanzen wie Natternkopf, Wiesensalbei und Taubnessel eignen sich fĂŒr eine pflegeleichte Grabbepflanzung – und bieten zudem Insekten wichtige Nahrung. "Mit Glockenblumen im FrĂŒhsommer und FĂ€rber-Kamille im SpĂ€tsommer lassen sich viele spezialisierte Wildbienen fördern. FrĂŒhblĂŒher wie Lungenkraut, Krokus, Blaustern und Milchstern geben ab Februar jungen Hummelköniginnen die Energie, ein Volk zu begrĂŒnden", erklĂ€rt Grabow-Klucken.

Bei den Gehölzen empfehlen sich langsam wachsende Arten fĂŒr ein pflegeleichtes Grab. "Kleine Pinien, Mini-Kiefern oder Muschelzypressen mĂŒssen nicht geschnitten werden", sagt Ehlers-Ascherfeld. Von Buchsbaum rĂ€t sie mit Blick auf den inzwischen recht weit verbreiteten BuchsbaumzĂŒnsler ab. Als Alternative empfiehlt sie Eiben. "Taxus ist sehr pflegeleicht und lĂ€sst sich ebenfalls zu dekorativen Kugeln und SĂ€ulen schneiden."

Mulch und Bodendecker erleichtern die Grabpflege

In den Sommermonaten gehören Gießen und JĂ€ten zu den regelmĂ€ĂŸigen Aufgaben in der Grabpflege. Mit Mulch und Bodendeckern lĂ€sst sich die HĂ€ufigkeit zwar reduzieren. Doch optimal sind diese Lösungen aus Sicht der Expertin nur bedingt. Sie weiß: Nicht jeder Bodendecker ist pflegeleicht. "Einige mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig zurĂŒckgeschnitten oder geteilt werden", sagt Ehlers-Ascherfeld. FĂŒr sonnige und trockene Standorte rĂ€t sie zu GĂ€nsekresse und genĂŒgsamen Sedum-GewĂ€chsen, im Schatten zur Waldsteinia.

Grabow-Klucken empfiehlt trockenheitstolerante, heimische Bodendecker. "KleinblĂŒtige, bodendeckende Arten wie Sandstrohblume, Sand-Thymian und Mauerpfeffer locken viele kleine Maskenbienen an."

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Zum Mulchen empfiehlt Ehlers-Ascherfeld ĂŒbrigens Pinien- oder Lavamulch. "Herkömmlicher Rindenmulch ist ein enormer Stickstoffzehrer und versauert den Boden." Das stĂ€ndige DĂŒngen und Kalken mache wiederum sehr viel Arbeit und sei in der Summe dann alles andere als pflegeleicht, erklĂ€rt sie.

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Von Jennifer Buchholz

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