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Was gehört wirklich in die Gelbe Tonne?

Faustregel beachten  

Von Alufolie bis Zahnpastatube: Was muss in die Gelbe Tonne?

08.03.2019, 11:33 Uhr | dpa, jb, t-online.de

Was gehört wirklich in die Gelbe Tonne?. Eine Frau wirft Müll in die Gelbe Tonne (Quelle: dpa/Marijan Murat)

Alles, was nach Plastik aussieht, in die gelbe Tonne? Ganz so einfach ist es nicht. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

In vielen Haushalten gibt es eine Gelbe Tonne oder einen Gelben Sack zur Abfallentsorgung. Oft landet darin aus Unwissen ein buntes Sammelsurium. Wie sieht es mit Kleiderbügeln, Spielpuppen, Styropor oder Kronkorken aus? Wir erklären, was Sie in die Gelbe Tonne werfen müssen.

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören nicht alle Wertstoffe, sondern nur Verpackungsmüll. Was genau ist das?

Was gehört in die Gelbe Tonne?

Die Faustregel: Im Grunde lässt sich sagen: Verpackungen, die nicht aus Papier und Glas sind, landen in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack. Die Branche spricht von sogenannten Leichtverpackungen, also alles, was aus Kunststoff, Metall, Verbundstoffen und Naturmaterialien besteht und ein Produkt schützt.

Dazu zählen beispielsweise

  • Plastikbecher 
  • Wurst-, Käse- und Eisverpackungen aus Plastik 
  • Alufolien
  • Kosmetikverpackungen aus Plastik 
  • Konservendosen
  • Getränkekartons
  • Plastiktüten
  • Styropor
  • Kronkorken
  • leere Zahnpastatube

Welche stoffgleichen Produkte gehören nicht in die Gelbe Tonne?

Es kann es sein, dass der örtliche Entsorger individuelle Vorgaben für die Nutzung der gelben Tonne macht. Einige schränken zum Beispiel ein, dass expandiertes Polystyrol, auch bekannt unter dem Markennamen Styropor, nur in haushaltsüblichen Mengen in die Tonne oder den Sack wandern darf. An Geburtstagen oder Weihnachten können aber schon mal ganze Berge davon zusammenkommen – dann am besten nach den Details beim Entsorger erkundigen. Manche bieten für einmalig anfallende große Abfallmengen gegen Entgelt extra Müllsäcke an.

Dürfen nur Verpackungen mit dem Grünen Punkt in den Gelben Sack?

Der Gelbe Sack oder auch die Gelbe Tonne sind privatwirtschaftlich finanziert und ergänzen durch die zusätzliche Trennungsmöglichkeit die kommunale Abfallentsorgung. Dabei sind der Gelbe Sack und auch die Gelbe Tonne ein Teil des "Dualen Systems", das vorsieht, dass sich bestimmte Industriezweige an der Müllentsorgung beteiligen und diese mit verantworten. 

Um den Verbrauchern die Mülltrennung zu erleichtern, wurden bestimmte Symbole eingeführt, die zeigen sollen, welcher Gegenstand wo entsorgt werden soll. Hierzu zählt beispielsweise der Grüne Punkt. Es gibt jedoch noch weitere Symbole. Somit gehören nicht nur Verpackungen, die den Grünen Punkt haben, in den Gelben Sack. Auch andere Einwegverpackungen aus Kunststoff müssen hier entsorgt werden.

Was ist bei der Entsorgung in der Gelben Tonne zu beachten?

Die Verpackungen der gelben Gruppe sollten möglichst komplett leer sein, sie sollten aber nicht ausgespült werden. Denn der Wasser- und Spülmittelverbrauch belastet die Umwelt unnötig. Wichtig ist laut Umweltbundesamt auch: Einzelne Becher nicht fest ineinander stecken, denn die Verpackungen müssen getrennt die Sortieranlage für Wertstoffe durchlaufen können.

Papier darf, wenn es mit Kunststoff beschichtet ist, in die Gelbe Tonne. Es sollte in diesem Fall nicht im Altpapier entsorgt werden.

Überblick: Was in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehört, ist von den Kommunen abhängigen. Fragen Sie am besten bei Ihrer vorab direkt nach.  (Quelle: t-online.de)Überblick: Was in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehört, ist von den Kommunen abhängigen. Fragen Sie am besten bei Ihrer vorab direkt nach. (Quelle: t-online.de)

Was darf auf keinen Fall in die Gelbe Tonne?

Nicht alles, was nach Kunststoff aussieht, darf in die gelben Tonnen und Säcke. Dazu gehören:

  • übliche Plastikprodukte wie Bauklötze oder Spielpuppen
  • Kleiderbügel
  • Haarbürsten
  • Küchengeräte
  • beschichtetes Papier wie mit Kunststofflacken oder -folien hergestellte Lack-, Glacé- und Chromopapiere und -pappen
  • Spraydosen und Druckgasbehälter

Deosprays und Reinigungsmittel gehören nicht in die Gelbe Tonne

Verpackungen, die unter Druck stehen, Restgiftstoffe oder Aerosol enthalten und die nicht im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, dürfen nicht im gelben Sack entsorgt werden. Sie können bei hohen Temperaturen, beispielsweise durch starke Sonneneinstrahlung, Brände oder sogar Explosionen auslösen.

Darunter fallen unter anderem Verpackungen von

  • Haarsprays
  • Deosprays
  • Sprühöle
  • Reinigungsmittel
  • Bügelhilfe, Stärkemittel 
  • Textilreiniger
  • Farbe und Lacke

Sprühsahne darf hingegen in der gelben Tonne entsorgt werden. 

Die Etikette auf der Verpackung geben Auskunft darüber, in welchen Müll sie gehört. Ist hier ein Gefahrensymbol zu sehen, dann muss das Produkt anderweitig entsorgt werden.

Warnhinweis (Quelle: imago images/imagebroker/saurer)Warnhinweis: Verpackungen mit diesem Symbol gehören nicht in den Gelben Sack. (Quelle: imagebroker/saurer/imago images)

Orange oder Gelbe Tonne?

Ursprünglich wollte die Bundesregierung bundesweit Wertstofftonnen einführen, die den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne ersetzt hätten und in denen man mehr Gegenstände als bislang entsorgen darf. Dies scheiterte aber an einem Streit zwischen kommunalen und privaten Entsorgern. Es hängt also weiterhin vom Wohnort ab, ob man eine Gelbe Tonne oder Gelbe Säcke für Verpackungsmüll nutzt oder aber eine Orange Tonne für alle Wertstoffe. Laut dem Bundesumweltministerium besitzen rund 14 Millionen Deutsche bereits eine Wertstofftonne.

Warum wird recyclt?

Derzeit landet fast die Hälfte der im Gelben Sack und in der Gelben Tonne gesammelten Verpackungsabfälle in der Müllverbrennungsanlage. Die Abfallrahmenrichtlinie sowie die Richtlinien beispielsweise zu Verpackungen sollen die Recyclingquoten bis zum Jahr 2025 auf 55 Prozent steigern. Unter anderem durch die korrekte Mülltrennung, kann diese Quote erreicht werden.

Durch eine gründliche Mülltrennung können Kunststoffe besser aufbereitet und weiterverarbeitet werden. Sie sind wichtige Rohstoffe. Durch ihre Wiederverwertung können somit Ressourcen geschont und die CO2-Emissionen reduziert werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • eigene Recherche


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