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Diese Brandgefahr geht von Haushaltsgeräten aus

Risiko verringern  

Diese Brandgefahr geht von Haushaltsgeräten aus

Von Jennifer Buchholz

17.09.2019, 08:18 Uhr
Diese Brandgefahr geht von Haushaltsgeräten aus. Brennendes Toast: Haushaltsgeräte sollten stets auf einer stabilen Unterlage stehen. (Quelle: Getty Images/clintspencer)

Brennendes Toast: Haushaltsgeräte sollten stets auf einer stabilen Unterlage stehen. (Quelle: clintspencer/Getty Images)

"Habe ich den Herd ausgestellt? Läuft die Kaffeemaschine noch?" – sowohl im Stress als auch durch Ablenkung können eingeschaltete Elektrogeräten schnell vergessen werden. Aber was passiert dann?  

Egal ob Bügeleisen, Herd oder Kaffeemaschine: Bleiben die Elektrogeräte aus Versehen eingeschaltet, kann das Brandrisiko steigen. Dasselbe gilt auch bei kaputten Kabeln oder defekten Bauteilen im Inneren bleiben oft lange unentdeckt – bis es zu spät ist.

Wann Haushaltsgeräte zum Risiko werden können

Viele Haushaltsgeräte sind nicht für den Dauerbetrieb vorgesehen, wie beispielsweise Glätteisen, Pürierstäbe oder Toaster. Sie können überhitzen, wenn sie zu lange benutzt oder nicht ausgeschaltet werden. Hiervon besonders betroffen sind Geräte, die eine Heizfunktion haben oder eine hohe Betriebswärme entwickeln. Es ist daher wichtig, die Wärmeabfuhr oder den Lüfter des Elektrogeräts nicht zuzustellen oder zu bedecken.

Neben dem Dauerbetrieb kann aber auch der Standort das Brandrisiko erhöhen. Leicht entflammbare oder instabile Unterlagen sind nicht für das Abstellen von Elektrogeräten aller Art geeignet. 

Auch vom Kabel geht ein Risiko aus. Ist es geknickt, gequetscht oder unsachgemäß repariert, kann es zum Kabelbruch kommen. Die defekten Leitungen können zum Kurzschluss führen. Weitere Folgen können ein Funkenflug, Kabelbrand oder eine Überhitzung des Gerätes sein. Zudem können Sie durch die defekten Kabel beim Berühren des Gerätes einen Stromschlag bekommen, wenn sowohl das die interne Verkabelung als auch der Anschluss des Schutzleiters fehlerhaft oder defekt sind. 

Auch die unsachgemäße Handhabung des Gerätes oder eine nicht vom Fachmann durchgeführte Reparatur erhöhen das Brandrisiko. 

Küche birgt hohes Brandrisiko

Laut der Statistik für 2018 des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) entstehen 39 Prozent der Wohnungsbrände in der Küche – und davon die Hälfte am Herd, häufig ausgelöst durch menschliches Fehlverhalten, wie die vergessene oder versehentlich eingeschaltete Herdplatte, auf der noch ein Topf oder Ähnliches steht. Verwenden Sie die Herdplatte daher nicht als zusätzliche Abstellfläche. Dasselbe gilt für den Ofen. Hier reicht es bereits aus, wenn sich noch Backpapier im beheizten Inneren befindet. 

Laut Hendrik Schäfer von der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH t-online.de gehen von folgenden Haushaltsgeräten ein erhöhtes Brandrisiko aus: Wäschetrockner, Heizkissen, Haartrocknern, Toaster und Bügeleisen. 

Am häufigsten werden Wohnungsbrände allerdings durch Defekte in der Elektrik ausgelöst: beispielsweise überlastete Steckdosenleisten. Werden zu viele elektrische Geräte angeschlossen, kann sie überhitzen und anfangen zu brennen, wenn sie keinen Überspannungsschutz hat oder dieser kaputt ist. Auch ein Defekt in der Leiste oder ein Materialschaden am Gehäuse können zur Überhitzung führen. 

Automatische Schutzfunktionen bei Elektrogeräten

Einige moderne Geräte verfügen über unterschiedliche Schutzfunktionen, um das Brandrisiko durch Defekte oder Fehlgebrauch zu verringern. Hierzu zählen beispielsweise ein Schutz vor thermischer Überlastung, eine Schmelzsicherung oder ein Leitungsschutzschalter.

Bei modernen Bügeleisen gibt es beispielsweise einen Sensor, der die Benutzung des Geräts überprüft. Wird es eine gewisse Zeit lang nicht bewegt, schaltet dieser das Gerät in eine Stand-by-Funktion. 

Auch Glätteisen und Kaffeemaschinen gibt es mit einer entsprechenden Abschaltautomatik. Sie deaktiviert das Gerät, wenn es eine bestimmte Zeit lang nicht benutzt wurde, erklärt Schäfer. Verbraucher sollten beim Kauf von Neugeräten auf diese Abschaltautomatiken achten, rät der Experte. Sie können das Risiko verringern.

"Hersteller sind dazu verpflichtet, die geltenden Richtlinien zu erfüllen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten", sagt Schäfer. Ob die Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind, können Sie häufig der Bedienungsanleitung entnehmen. Zudem sollten Sie auf folgende Sicherheitssiegel achten:

  • GS
  • Tüv
  • VDE
  • VdS

Vertrauen Sie beim Kauf aber nicht nur auf die Siegel – bei Plagiaten sind diese gefälscht. Schauen Sie sich auch die Verarbeitung und die Beschaffenheit des Gerätes genauer an. Ist das Gerät robust? Sind Verarbeitung und Materialqualität gut? 

Das sollten Sie tun, wenn es brennt

Je nachdem, um welche Art Brand es sich handelt, sollten Sie unterschiedlich reagieren. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren, Kinder aus der Gefahrenzone zu bringen und Fenster und Türen zu schließen. Dann können Sie den Brand bekämpfen. 

Achtung
Schlagen die Löschversuche fehl, verlassen Sie den Raum, schließen Sie die Tür hinter sich und kontaktieren Sie die Feuerwehr unter 112. Informieren Sie auch Ihre unmittelbaren Nachbarn über das Feuer.

Brennende Bügelwäsche

Steht die Bügelwäsche oder das Bügeleisen in Flammen, ziehen Sie umgehend den Stecker des Geräts aus der Steckdose oder schalten Sie die Sicherung aus. Werfen Sie anschließend eine Löschdecke über den Brandherd oder versuchen Sie, die Flammen mit einem Feuerlöschspray zu löschen. 

Flammen aus dem Toaster oder der Kaffeemaschine

Unterbrechen Sie die Stromzufuhr, indem Sie den Stecker ziehen oder die Sicherung rausdrehen. Löschen Sie nun das Feuer mithilfe einer Löschdecke oder eines Feuerlöschsprays.

Tipp
Leeren Sie regelmäßig die Krümelschublade. Die trockenen Brotreste können schnell Feuer fangen.

Brennender Topf oder brennende Friteuse (Fettbrand)

Löschen Sie einen brennenden Topf auf dem Herd unter keinen Umständen mit Wasser. Befindet sich nur etwas Fett oder Öl in ihm, kann es sich um einen Fettbrand handeln. Löschversuche mit Wasser können zu einer Explosion führen – das gilt vor allem für Friteusen. Besser ist es, einen Deckel, ein nicht brennbares Tuch oder eine nicht entflammbare Platte auf die Flamme zu legen. So unterdrücken Sie die Sauerstoffzufuhr und die Flammen ersticken. 

Feuer aus dem Ofen

Speisen oder auch das Backpapier können schnell Feuer fangen, wenn sie zu lange im Ofen sind oder die Temperatur zu hoch ist. Lassen Sie bei einem Brand die Ofentür geschlossen und schalten Sie die entsprechende Sicherung ab. Hat sich das Feuer beruhigt, können Sie die Ofentür vorsichtig öffnen. Stellen Sie sich dazu seitlich neben das Gerät, um mögliche Verbrennungen durch herausschlagende Flammen zu vermeiden. Halten Sie dabei einen Feuerlöscher mit der Brandklasse F parat.

Tipp
Reinigen Sie regelmäßig die Dunstabzugshaube. Flammen aus einem Topf oder aus dem Ofen können auf den Abzug übergreifen, warnt der Feuerwehrverband.

Erst wenn das Feuer vollständig gelöscht, es keine Glut mehr gibt und die Brandstelle vollkommen erkaltet ist, können Sie lüften. Öffnen Sie Fenster und Türen zu früh, kann der Sauerstoff zu einem erneuten Aufflammen führen. 

So verringern Sie das Brandrisiko 

Um einen Brand durch Haushaltsgeräte zu vermeiden, sollten Sie sich nicht ausschließlich auf die Schutzfunktionen im Gerät verlassen. Treffen Sie stattdessen folgende Sicherheitsvorkehrungen:

  • Stellen Sie Haushaltsgeräte nur auf stabile Oberflächen, die feuerhemmend oder nicht brennbar sind. Die Geräte sollten nicht leicht umgestoßen werden können. 
  • Verlegen Sie Kabel sicher und vermeiden Sie Stolperfallen. Auch durch ein Ziehen am Kabel sollte das Gerät nicht um- oder herunterfallen. 
  • Nehmen Sie Elektrogeräte nicht in Betrieb, wenn es zu einem Wärmestau kommen kann – der Toaster unter den Hängeschränken, verdeckte Lampen. 
  • Verdecken Sie die Lüftungsgitter nicht. 
  • Lagern Sie in der unmittelbaren Nähe der Geräte keine leicht brennbaren Materialien.  
  • Lassen Sie die Geräte, wenn sie im Betrieb sind, nicht unbeaufsichtigt.  
  • Ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose, unmittelbar nachdem Sie mit dessen Benutzung fertig sind. Das gilt auch für Netzteile. Vermeiden Sie den Stand-by-Modus. Das spart zusätzlich Strom
  • Kontrollieren Sie die Geräte regelmäßig auf Verschleißerscheinung, wie Kabelbruch. 
  • Räumen Sie die Haushaltsgeräte erst weg, wenn sie trocken, vollständig abgekühlt und sauber sind.  
  • Reinigen Sie die Geräte regelmäßig entsprechend der Herstellerangaben. Säubern Sie auch Lüftungsschlitze, Siebe oder Filter.
  • Montieren Sie Rauchmelder in Ihrer Wohnung. 
  • Achten Sie auf die richtige Stromspannung.  
  • Lassen Sie defekte Geräte nur von einem Fachmann reparieren. 
  • Lesen Sie die Bedienungsanleitung sowie die Hinweise des Herstellers Ihrer Geräte vor dem Gebrauch. 

Wenn Sie in einem älteren Haus oder einer Altbauwohnung wohnen, kann es auch sinnvoll sein, die Kabel in der Wand auf ihren Zustand hin überprüfen zu lassen. Sind diese alt, können sie unter Umständen brüchig oder gar defekt sein. Die Folgen könnten Kabelbrände in der Wand sein.

Feuerlöscher im Haushalt

Um bei brennenden Haushaltsgeräten schnell reagieren zu können, sollten Sie entsprechende Hilfsmittel parat haben. Hierunter fallen beispielsweise eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher.

Beim Feuerlöscher sollten Sie auf die richtige Brandklasse achten:

Brandklasse

eignet sich für das Löschen von …

Beispiel

A

… festen Stoffen

Kohle, Papier, Holz

B

… flüssigen Stoffen

Wachs, Lack

C

… Gasen

Erdgas, Propan, Methan

D

… Metallen

 

F

… Ölen und Fetten

Bratöl, Frittierfett

Die Brandklasse E gibt es nicht mehr.


Darüber hinaus gibt es verschieden Arten von Feuerlöschern. Einige bekämpfen die Flammen mit Wasser, andere wiederum mit Pulver oder Schaum. Für die Küche sollten Sie einen Feuerlöscher für Fettbrand kaufen.  

Verwendete Quellen:
  • Feuerwehr Berlin
  • VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH
  • Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. 
  • Konradin Industrie
  • Bayerischer Landesfeuerwehrverband
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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