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Schlafzimmer gestalten: So schläft es sich besser

Einrichtungstipps  

In diesen Betten schimmelt's schneller

30.06.2015, 00:00 Uhr | dpa-tmn

Schlafzimmer gestalten: So schläft es sich besser. Guter Schlaf kommt oft nicht von allein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Guter Schlaf kommt oft nicht von allein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer nicht gut schläft, ist tagsüber nicht gut drauf. Eine simple Wahrheit, und doch zählt ein erholsamer Schlaf durchaus nicht für jeden zu den einfachsten Dingen. Die richtige Einrichtung kann da schon helfen. Und auch beim Thema Gesundheit gibt es bei den Schlafzimmermöbeln wichtige Regeln.

In vielen Schafzimmern finden sich Betten mit Kästen unter dem Bettrost als Stauraum. Das ist praktisch, wenn wenig Platz vorhanden ist, kann aber Nachteile für die Gesundheit haben. Denn dadurch kommt wenig Luft an die Matratze. Das ist aber ungünstig, denn pro Nacht schwitzt ein Mensch bis zu einem halben Liter Flüssigkeit aus. 

Damit die Matratze möglichst lange hält, sollte der Bettkasten am besten nicht ganz geschlossen sein. So kommt immer etwas Luft an die Schlafunterlage. Ökotest empfiehlt, ihn ab und zu tagsüber zur Belüftung auszuziehen. Claudia Wieland vom Fachverband Matratzen-Industrie rät außerdem gänzlich davon ab, den Kasten als Stauraum zu nutzen und vollzupacken.

Sonst kann sich an der Unterseite der Matratze und auch an den gelagerten Gegenständen Schimmel bilden. Außerdem lockt ein feuchtes Klima Hausstaubmilben eher an. "Wenn möglich, ist es aus all diesen Gründen auch empfehlenswert, die Matratze regelmäßig zu drehen und zu wenden und sie bei dieser Gelegenheit zum Beispiel auch mal zum besseren Auslüften hochkant zu stellen", sagt Wieland. 

Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt deshalb Bettmodelle, die unten offen sind und so die optimale Belüftung der Matratzen gewährleisten.

An der Wand schläft es sich besser

Auch zum richtigen Standort gibt es nützliche Tipps. So ist es nicht immer gut, das Bett an die Wand zu drängen, wenn sich dort etwa das Fenster oder der Heizkörper befinden. Es schläft sich einfach nicht so angenehm neben der Wärmequelle. Das Gleiche gilt für geöffnete Fenster: "Da wir über den Kopf besonders viel Körperwärme verlieren, kann es für Menschen, die leicht frieren, dazu führen, dass sie sogar verstärkt frieren", erklärt Claudia Wieland. Wer hingegen viel schwitzt, folglich nachts feuchte Haut hat, kann im kalten Luftzug krank werden.

Zumindest das Kopfteil steht aber gut zur Wand. "Der Mensch hat ein Sicherheitsbedürfnis, daher stehen die meisten Betten so, dass der Kopf zur Wand liegt und die Tür im Blick ist. So sind auch die meisten Hotelzimmer eingerichtet", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

So viel Abstand muss sein

Natürlich entscheidet die Größe des Zimmers über den Platz für das Bett. Oft muss es auch noch mit einer weiteren Seite zur Wand stehen. Aber wer die Wahl hat, sollte darauf achten, dass um die Seiten 80 Zentimeter Platz bleiben – ein wichtiges Maß für gleich einige Möbel im Schlafzimmer. So hat man genug Platz zum Ein- und Aussteigen in das Bett und etwa fürs Wäschewechseln, erläutert Geismann.

Die magischen 80 Zentimeter sind auch beim Schrank von Bedeutung

Wie groß ein Schrank sein muss, hängt natürlich von der Kleidermenge des jeweiligen Bewohners ab. Elemente für Kleiderbügel brauchen etwa 60 Zentimeter Tiefe, Regalböden können auch schmaler sein. Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel rät zu Türen, die sich mehr als 90 Grad weit öffnen lassen. So kommt man leichter an die Gegenstände im Schrank. Und auch hier sind wieder 80 Zentimeter wichtig: Mit so viel Platz vor dem Schrank lassen sich die Türen gut öffnen. Und wer einen Spiegel an der Tür hat, sieht so seinen ganzen Körper gut, erklärt Geismann. Zusätzlich ist ratsam, auf den Standort des Schranks zu den Fenstern zu achten: Auf Massivholz und Furnier sollte nicht ständig die Sonne scheinen können.

Blaues Licht stört den Schlaf

Ein ruhig gestaltetes Schlafzimmer soll guten Schlaf fördern. "Ordnung und Struktur, Möglichkeiten zur Abdunklung des Schlafraums – dies alles sind wichtige Faktoren, die dazu beitragen können, dass wir besser ein- und durchschlafen", erklärt Wieland. Wer Schlafprobleme hat, sollte auch Fernseher, Laptop, E-Reader und Ähnliches aus dem Raum verbannen. Ihr blaues Licht könne Einschlafschwierigkeiten begünstigen, so die Expertin.

Auch Pflanzen erhöhen die Schimmelgefahr

Geismann rät sogar zu einem Raum ohne viel Schnickschnack und Deko. "Eine gewisse Leere hilft, schneller in den Schlaf zu kommen." Auch Pflanzen müssen draußen bleiben – der Gesundheit zuliebe. In der oft feuchten Erde kann sich Schimmel bilden, dem man in den langen Stunden nachts im geschlossenen Raum ausgesetzt ist. Regale voller Bücher dürfen in den Raum, wenn man sie regelmäßig abstaubt.

Wilde Farben regen zu sehr auf

Die Einrichtungsexpertin empfiehlt zudem, den Raum in dezenten Farben zu gestalten. Sie rät etwa von der Farbe Rot und von wilden Wandmustern ab. Wer statt Weiß und Beige doch etwas mehr Farbe im Raum will, sollte zu Grün greifen. Das hat eine beruhigende Wirkung. Oftmals wird das Schlafzimmer auch von einem Schreibtisch zum Arbeiten besetzt. Hier sollte man auf klare Bereichstrennungen setzen.

Kein Flutlicht fürs Schlafzimmer

In das Schlafzimmer passt warm-weißes Licht, das gemütlich wirkt. Energiesparlampen und LEDs mit 2700 bis 3300 Kelvin strahlen dieses aus, erklärt das Branchenportal Licht.de. Neben der normalen Deckenlampe steht auf dem Nachttisch eine Leuchte mit diffus weichem Licht. Es reichen dafür schon Leuchtmittel mit geringer Leistung: LED-Lampen mit drei oder Energiesparlampen mit fünf Watt.

Spiegel darf nicht heiß werden

Ein Spiegel wird mit zwei Leuchten links und rechts an der Seite erhellt. Die Leuchtmittel darin müssen so abgeschirmt sein, dass sie nicht blenden. Die Deutsche Gütegemeinschaft Licht weist darauf hin, dass Lichtquellen nicht zu nah am Spiegel sein dürfen. Denn dieser verträgt dauerhaft keine Temperaturen über 45 Grad.

Bei Schrankbeleuchtung auf Brandschutz achten

Hilfreich sind extra Leuchten und Strahler am Schrank. Licht.de rät, diese an der Decke in rund 50 bis 80 Zentimeter Abstand vor dem Schrank anzubringen und so auszurichten, dass sie in das Schrankinnere leuchten. Bei sehr tiefen Regalböden helfen Einbauleuchten. Werden sie auf Holz montiert, müssen sie neben den VDE-, ENEC- oder GS-Zeichen das Brandschutzsymbol MM tragen.

Das sorgt für Ruhe

Im Schlafzimmer wird am besten Wert auf eine schallschluckende Einrichtung gelegt. Großflächige Vorhänge, Teppichböden und Polstermöbel verringern Lärm eher als polierte Betonböden und Stahlrohrmöbel, erklärt der Verband Privater Bauherren. Auch eine besonders massive Tür hält den Lärm draußen. 

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