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"Fleisch-Reis" aus Südkorea: Nachhaltige Alternative aus dem Labor?


Eine Herausforderung
Rettet der "Fleisch-Reis" aus dem Labor die Umwelt?

Von afp
Aktualisiert am 18.06.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0310369116Vergrößern des BildesLabor: Die Wissenschaftler aus Südkorea setzen dem Reis Fettzellen vom Rind hinzu. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Oleksandr Latkun/imago-images-bilder)
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Vor einigen Jahren wurde zum ersten Mal Fleisch im Labor gezüchtet. Nach dem In-vitro-Steak haben Forscher aus Südkorea nun "Fleisch-Reis" entwickelt.

Wissenschaftler haben in Südkorea einen mit Muskelfleisch- und Fettzellen vom Rind angereicherten Reis im Labor entwickelt. Der rosafarbene "Fleisch-Reis" sei eine günstige und nachhaltige Alternative zu Fleisch, zudem verursache das Produkt weniger Treibhausgase, teilten Hong Jin Kee und sein Team von der Yonsei Universität in der Hauptstadt Seoul mit.

In dem Post eines französischen Nachrichtensenders auf der Plattform X ist ein Foto des pinken Reis zu sehen.

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Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Forschung in der Fachzeitschrift "Matter". Reis habe bereits einen hohen Nährwert, sagte Ko-Autorin Park So-hyeon in Seoul. "Mit der Zugabe von Rinder-Zellen können wir diesen Nährwert noch steigern."

Reis aus der Petrischale

Die Wissenschaftler ummantelten ein Reiskorn mit aus Fisch gewonnener Gelatine, sodass sich die Fleisch- und Fettzellen "einklinken" konnten, und ließen diese Kultur bis zu elf Tage in einer Petrischale reifen. Das so gewonnene Produkt enthalte acht Prozent mehr Eiweiß und sieben Prozent mehr Fett als herkömmlicher Reis, erklärten die Wissenschaftler.

Die Klimabilanz des Fleisch-Reises fällt deutlich besser aus, weil keine Tiere mehr aufgezogen und gehalten werden müssen. Hong Jin Kee schätzt den Treibhausgasausstoß auf 6,27 Kilogramm CO2 pro 100 Gramm Eiweiß – das sei achtmal weniger als bei der Produktion von Rindfleisch.

Hilfe für die Umwelt?

Im Labor hergestelltes Fleisch "wird seit langem als Klimalösung im Vergleich zur traditionellen Viehzucht dargestellt", sagt Neil Stephens, Dozent für Technologie und Gesellschaft an der Universität Birmingham. Bisher falle es aber noch schwer, "in großem Maßstab und billig zu produzieren, mit geringem Energiebedarf und umweltfreundlichen Zutaten". Der Fleisch-Reis habe hier als Hybridprodukt möglicherweise Vorteile.

"Dennoch muss es seine Umweltfreundlichkeit in großem Maßstab unter Beweis stellen", sagt Stephens weiter. "Und die Menschen müssen überzeugt sein, den Reis zu essen. Beides könnte eine Herausforderung sein."

Viele Experten räumen Laborfleisch jedenfalls großes Potenzial ein. Die Beratungsfirma AT Kearney etwa rechnete bereits vor fünf Jahren damit, dass bis 2040 nur noch 40 Prozent des Fleischkonsums von konventioneller Fleischproduktion abgedeckt wird. Auch Milch, Eiklar, Gelatine und Fisch könnten künstlich hergestellt werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur afp
  • twitter.com
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