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Maronenröhrling: Verwechslungsgefahr und Radioaktivität

Vorsicht beim Sammeln  

Maronenröhrling: Experten warnen vor dem Speisepilz

29.10.2019, 07:12 Uhr | t-online.de

Maronenröhrling: Verwechslungsgefahr und Radioaktivität. Der Maronenröhrling: Ein schmackhafter Speisepilz, der dem Steinpilz sehr ähnlich ist. (Quelle: imago images/Loop Images)

Der Maronenröhrling: Ein schmackhafter Speisepilz, der dem Steinpilz sehr ähnlich ist. (Quelle: Loop Images/imago images)

Der Maronenröhrling ist ein häufig vorkommender, schmackhafter Speisepilz. Äußerlich ähnelt er dem Steinpilz, aber auch dem ungenießbaren Gallenröhrling. Experten warnen allerdings vor dem Verzehr des Maronenröhrlings. 

Von Juni bis November finden Sammler den Maronenröhrling in Nadel- und Laubwäldern. Diese Pilzart ist bei Schnecken und Maden beliebt. Die Stellen, an denen Schnecken gefressen haben, können Sie wegschneiden. Die Maden sehen Sie allerdings nicht auf den ersten Blick. Es lohnt sich daher, die Pilze schon vor Ort der Länge nach aufzuschneiden und auch nur die eher die jüngeren Pilze zusammen. Denn bei den älteren ist ein Madenbefall sehr wahrscheinlich. Außerdem sind sie geschmacklich nicht mehr allzu ergiebig.

Haltbarkeit des Pilzes

Die Pilze halten sich drei bis vier Tage im Kühlschrank. Bei einer großen Menge können Sie die rohen Pilze auch für später einfrieren. Bevor Sie das tun, sollten Sie die Pilze gut vorbereiten:

  • Entfernen Sie den Stiel. Er sollte nicht verzehrt werden.
  • Ziehen Sie mit einem Küchenmesser die Haut von der Kappe.
  • Kontrollieren Sie den Pilz auf Fraßstellen oder Schimmelbefall.
  • Kurz vor dem Einfrieren können Sie die Pilze auch im Salzwasser blanchieren. 

Waschen sollten Sie die Pilze vor der Zubereitung nicht, da sie sich schnell mit Wasser vollsaugen. Schmutz können Sie mit einem Küchentuch oder einer Bürste entfernen.

Maronenröhrling oder Steinpilz?

Der Maronenröhrling (Boletus badius, Xerocomus badius), auch Marone oder Blaupilz genannt, ist ein in Mitteleuropa weit verbreiteter Speisepilz. Er wird oft mit dem Steinpilz verwechselt, dem er sehr ähnlich sieht. Allerdings verfügt der Steinpilz an seinem Stiel über ein feines netzartiges Muster, der Stiel des Maronenröhrlings ist dagegen längs gefasert.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Druckstellen auf den hellgelben Röhren des Maronenröhrlings, die sich blau-grünlich verfärben. Der kastanienbraune, glatte Hut, der an Esskastanien erinnert, kann bis zu 15 Zentimeter breit werden. Der Stiel erreicht eine Länge von ebenfalls bis zu 15 Zentimetern.

Verwechslungsgefahr mit anderen Speisepilzen

Sie finden den Maronenröhrling vor allem in Nadelwäldern, dort oft unter Lärchen. Aber Vorsicht: Der Maronenröhrling wird häufig auch mit dem Gallenröhrling verwechselt, dessen Röhren jedoch rosafarben sind. Dieser ist zwar kein Giftpilz, aber so bitter, dass er ungenießbar ist. Der Maronenröhrling weist dagegen einen nussigen Geschmack auf.


Der Gallenrörling: Er ist der ungenießbare Doppelgänger des Maronenröhrlings. (Quelle: imago images/Panthermedia)Der Gallenrörling: Er ist der ungenießbare Doppelgänger des Maronenröhrlings. (Quelle: Panthermedia/imago images)


Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Falls Sie unsicher sind, welche Pilzart Sie gesammelt haben – aber auch, um Ihre Schätze grundsätzlich auf Essbarkeit hin untersuchen zu lassen – sollten Sie sich von einem geprüften Pilzexperten Hilfe holen. Eine gute Anlaufstelle ist dafür die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

Bedenken Sie auch, dass es bei Speisepilzen je nach Bundesland bestimmte Höchstgrenzen darüber gibt, wie viel Sie für Ihren privaten Gebrauch sammeln dürfen.

Radioaktive Belastung – vor allem in Bayern

Mit dem Verzehr des Maronenröhrlings sollten Sie zurückhaltend sein. Nach Messungen des Umweltinstituts München sind nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 noch heute viele Pilze übermäßig mit radioaktivem Cäsium 137 belastet. Vor allem in Südbayern, das von dem Fallout besonders schwer betroffen war, wurde der nach Tschernobyl festgesetzte Grenzwert von 600 Becquerel Cäsium pro Kilogramm (Bq/kg) Frischmasse deutlich überschritten.

Der Grund: Der Farbstoff Norbadion A, der in der Huthaut des Maronenröhrlings die typische bräunliche Färbung bildet, speichert das radioaktive Cäsium 137. Laut Experten der DGfM darf die radioaktive Belastung von Speisepilzen auf keinen Fall unterschätzt werden. Radioaktiv belastete Lebensmittel können bereits in geringen Mengen gefährlich sein, vor allem für Schwangere und Kinder.



Messungen über die radioaktive Belastung von Waldpilzen werden in Bayern vom unabhängigen Umweltinstitut München e. V. und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) durchgeführt und deren Ergebnisse im Internet veröffentlicht. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die von Ihnen eingesammelten Pilze, aber auch Waldbeeren und Wild, von August bis Oktober beim Umweltinstitut München e. V. kostenlos auf ihre radioaktive Belastung hin messen zu lassen.

Verwendete Quellen:

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