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Mond-Neujahr und Frühlingsfest 2021: Es beginnt das Jahr des Büffels

Jahr des Büffels  

So spektakulär feiern Chinesen das Neujahrsfest

12.02.2021, 09:17 Uhr | sah, hs, t-online

Mond-Neujahr und Frühlingsfest 2021: Es beginnt das Jahr des Büffels  . Feuerwerk mit geschmolzenem Eisen: Beim Chinesischen Neujahrsfest geht es besonders bunt und laut zu. (Quelle: imago images/China Foto Press)

Feuerwerk mit geschmolzenem Eisen: Beim Chinesischen Neujahrsfest geht es besonders bunt und laut zu. (Quelle: China Foto Press/imago images)

Zum Jahreswechsel schmücken Chinesen ihre Häuser und feiern ausgelassen. Doch warum machen sie dabei so viel Lärm? Der Grund ist ein Monster.

In China hat das Jahr 2021 Anfang Januar gewohnt ruhig und – weil es dort kaum noch Corona-Infektionen gab – ohne große Einschränkungen begonnen. Allerdings ist Silvester für die Chinesen auch kein besonders wichtiger Feiertag und die Partys fallen im Vergleich zu anderen Teilen der Welt kleiner aus.

Nach dem traditionellen Mondkalender begrüßen die Chinesen das neue Jahr an einem anderen Datum. Erst dann beginnt eigentlich eine große Reisewelle, in der sich Millionen durchs Land bewegen, um ihre Familien zu besuchen. Aber auch wenn China das Coronavirus weitgehend im Griff hat, können viele dieses Jahr zum Neujahrsfest nicht zu ihren Familien reisen.

Wann findet das Chinesische Neujahrsfest statt?

Das Chinesische Neujahrsfest wird auch als Frühlingsfest bezeichnet und ist in China das wichtigste Fest des Jahres. Es bedeutet den Chinesen vielleicht noch mehr, als wenn in Deutschland Weihnachten und Neujahr zusammenfiele. Das Neujahrsfest fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum. Der Termin liegt aber immer zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das Datum richtet sich nach dem traditionellen chinesischen Kalender, einem Mondkalender.

Jedes Jahr verschiebt sich das Fest um etwa elf Tage auf einen früheren Termin. Läge es dadurch jedoch vor dem 21. Januar, wird ein Schaltmonat eingefügt, um den Termin etwa 19 Tage nach hinten zu verschieben.

China: Anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes wurden rote Laternen in einer Gasse aufgehängt. (Quelle: dpa/Andy Wong/AP)China: Anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes wurden rote Laternen in einer Gasse aufgehängt. (Quelle: Andy Wong/AP/dpa)

2021 findet das Chinesische Neujahrsfest am 12. Februar statt. 

Datum des NeujahrstagBezeichnung des Jahres
25. Januar 2020Jahr der Metall-Ratte
12. Februar 2021Jahr des Metall-Büffels
1. Februar 2022Jahr des Wasser-Tigers
22. Januar 2023Jahr des Wasser-Hasen
10. Februar 2024Jahr des Holz-Drachen
29. Januar 2025Jahr der Holz-Schlange
17. Februar 2026Jahr des Feuer-Pferds
6. Februar 2027Jahr der Feuer-Ziege
26. Januar 2028Jahr des Erde-Affens
13. Februar 2029Jahr des Erde-Hahns
3. Februar 2030Jahr des Metall-Hunds

Jedes Jahr trägt die Bezeichnung eines der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen. Am Chinesischen Neujahr 2021 beginnt das Jahr des Büffels. 

Jahr des Büffels: Das neue chinesische Jahr beginnt am 12. Februar 2021. (Quelle: Zhu Wanchang/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa)Jahr des Büffels: Das neue chinesische Jahr beginnt am 12. Februar 2021. (Quelle: Zhu Wanchang/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa)

Wie Chinesen das Neujahrsfest feiern

Das chinesische Neujahrsfest ist im Gegensatz zum westlichen Silvester ein reines Familienfest – Besuch von Freunden und Kollegen ist selten. Chinesen sparen sich häufig ihre Urlaubstage auf, um sie während des Neujahrsfests mit den Liebsten verbringen zu können. Viele haben rund eine Woche arbeitsfrei.

Chinesisches Neujahrsfest: Traditionell werden Häuser mit roten Laternen geschmückt. (Quelle: Getty Images/caoyu36)Chinesisches Neujahrsfest: Traditionell werden Häuser mit roten Laternen geschmückt. (Quelle: caoyu36/Getty Images)

Schon am Vorabend kommt die Familie zu einem üppigen Essen zusammen und bereitet anschließend traditionelle Teigtaschen, die Jiaozi genannt werden, für den nächsten Tag vor. 

Chinesisches Neujahrsfest: Häuser werden mit dem Schriftzeichen für Glück geschmückt. Am Abend werden alle Fenster und Türen geöffnet, um Glück ins Haus zu lassen.

Am Neujahrstag besuchen sich Familienmitglieder und tauschen Gratulationen zum neuen Jahr aus. Dabei werden rote Umschläge verschenkt, die Geld enthalten und als Glückssymbol gelten.

Angst vor Corona bremst Reisewelle

Empire State Building: Eine Reihe von Wahrzeichen in und um New York wurden zur Feier des chinesischen Mondneujahrs beleuchtet. (Quelle: dpa/Wang Ying/XinHua)Empire State Building: Eine Reihe von Wahrzeichen in und um New York wurden zur Feier des chinesischen Mondneujahrs beleuchtet. (Quelle: Wang Ying/XinHua/dpa)

In diesem Jahr vermasselt das Coronavirus den Chinesen aber das Neujahrsfest. Mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie in Zentralchina haben die Behörden das Milliardenvolk dazu aufgerufen, zu dem wichtigsten chinesischen Familienfest nicht wie üblich in die Heimatorte zu reisen.

Was sonst die größte jährliche Völkerwanderung der Welt mit Hunderten Millionen Reisenden ist, hat sich zu Beginn der mehrwöchigen Reisewelle schon auf rund ein Drittel reduziert, wie Behörden berichteten. "Bleibt, wo ihr seid!", lautet die Ansage. Dabei gilt jeder fünfte Chinese als Wanderarbeiter und arbeitet nicht dort, wo seine Familie herkommt.

Drastische Maßnahmen vor dem Neujahrsfest 2020

Als das Sars-CoV-2-Virus im Dezember 2019 in Wuhan ausbrach, wurde kurz vor dem vergangenem Neujahrsfest eine Ausgangssperre für mehr als 50 Millionen Menschen in der zentralchinesischen Metropole und benachbarten Städten verhängt. Es war der Beginn der drastischen Maßnahmen, mit denen das bevölkerungsreichste Land das Virus weitgehend in den Griff bekommen hat. Der Alltag hat sich inzwischen wieder normalisiert.

Auf nur wenige Fälle reagiert China seither sofort mit Abriegelung, Massentests, Kontaktverfolgung und Zwangsquarantäne. Seit dem Sommer gab es zunächst nur noch wenige lokale Infektionen. Doch erlebte China seit Jahresanfang in den Provinzen Jilin, Heilongjiang, Hebei wieder größere Ausbrüche – in Peking und Shanghai einzelne Ansteckungen. Die Behörden sind alarmiert, weil sie Lücken in der Vorbeugung vor allem im ländlichen Raum zeigten.

Im Vergleich zur Ausbreitung des Virus in anderen Ländern ist die Lage in China undramatisch. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen waren gerade einmal zweistellig. Doch um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, wurde schon früh davor gewarnt, zum Neujahrsfest zu den Familien in die Heimat zu reisen. Wer trotzdem reist, sollte am besten einen negative Corona-Test in der Tasche haben. Dennoch droht ihm, daheim erstmal zwei Wochen in Quarantäne zu müssen, was lokale Stellen in Eigenregie anordnen können.

Neujahrsfest 2021: Kündigungen und Einkaufsgutscheine

Neujahrsfest: Die chinesische Regierung riet vom Reisen über die Feiertage ab, um die Verbreitung des Coronavirus weiter unter Kontrolle halten zu können. (Quelle: dpa/Andy Wong/AP)Neujahrsfest: Die chinesische Regierung riet vom Reisen über die Feiertage ab, um die Verbreitung des Coronavirus weiter unter Kontrolle halten zu können. (Quelle: Andy Wong/AP/dpa)

"So viel Urlaub habe ich nicht", sagt der Pekinger Friseur Wang, der mit seiner Frau sonst zu jedem Neujahrsfest seinen Sohn in Nordostchina besucht, der wie häufig in China bei den Großeltern aufwächst. "Die örtlichen Behörden heißen uns nicht willkommen." So werden sie ihr achtjähriges Kind diesmal nicht sehen können und in der Hauptstadt bleiben müssen, wo beide vor Jahren Arbeit gefunden hatten. "Es fällt uns nicht leicht. Aber was sollen wir machen?"

Auch Arbeitgeber sind in der Pflicht, ihre Mitarbeiter an einer Heimreise zu hindern. Erzählt wird von Chefs, die vorher die Kündigung einfordern, wenn einer ihrer Angestellten dennoch reisen will. "Sie wollen nicht zur Verantwortung gezogen werden, falls es ein Problem gibt", sagt ein Angestellter eines Sportclubs. Nach der Rückkehr könne vielleicht ein neuer Vertrag gemacht werden. "Aber sicher ist das nicht. Wer reist, trägt das Risiko."

Es gibt auch Anreize wie Einkaufsgutscheine oder die zu Neujahr üblichen "roten Umschläge" mit Geldgeschenken in Höhe von zum Teil sogar 1.000 Yuan, umgerechnet 129 Euro, für Wanderarbeiter, die nicht in ihre Heimatdörfer reisen. Ein willkommener Nebeneffekt: Der Konsum wird gleich mit angekurbelt. Dennoch, es wird ein trauriges Neujahrsfest: Auch Tempelfeste und Neujahrsmärkte wurden abgesagt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. "So werden wir alle daheim hocken und Fernsehen schauen", sagt eine Sekretärin deprimiert.

Die Legende zum Chinesischen Neujahrsfest

Der Legende nach lebte ein Monster in China, das einmal im Jahr erwachte und die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Doch das Monster war leicht zu verängstigen. Besonders vor den Farben Rot und Gold fürchtete es sich. 

Traditioneller Löwentanz: Viele westliche Beobachter denken beim Anblick der Kostüme eher an einen Drachen. (Quelle: imago images/Xinhua)Traditioneller Löwentanz: Viele westliche Beobachter denken beim Anblick der Kostüme eher an einen Drachen. (Quelle: Xinhua/imago images)

Darum dekorieren Chinesen zum Neujahrsfest ihre Häuser rot und golden und machen Lärm, um das Monster zu vertreiben. In den Straßen finden normalerweise Umzüge mit Musik und Feuerwerk statt.

Ein Mann zeigt im Stadtteil China Town in London seine traditionelle Kleidung: Aufgrund der Corona-Pandemie müssen viele Feierlichkeiten ausfallen. (Quelle: dpa/Kirsty Wigglesworth/AP)Ein Mann zeigt im Stadtteil China Town in London seine traditionelle Kleidung: Aufgrund der Corona-Pandemie müssen viele Feierlichkeiten ausfallen. (Quelle: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa)

Dabei darf der traditionelle Löwentanz nicht fehlen. In ein Kostüm gekleidet, ahmen Tänzer die Bewegungen eines Löwen nach. Begleitet werden sie dabei von Trommeln und Gongs.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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