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Allerheiligen und Allerseelen - wie unterscheiden sie sich?

Katholische Feiertage  

Der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen

13.01.2015, 10:31 Uhr | am (CF)

Allerheiligen und Allerseelen - wie unterscheiden sie sich?. An Allerseelen werden die Gräber von Verwandten und Freunden mit frischen Blumen und Lichtern geschmückt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

An Allerseelen werden die Gräber von Verwandten und Freunden mit frischen Blumen und Lichtern geschmückt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

An den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen gedenken Gläubige der Verstorbenen. In vielen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, ursprünglich haben sie aber eine unterschiedliche Bedeutung.

Allerheiligen: Ein Hochfest der katholischen Kirche

Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag und findet jedes Jahr am 1. November statt. An diesem Tag gedenken Katholiken aller bekannten sowie unbekannten Heiligen. Traditionell geschieht das im Ausgleich dafür, dass nicht jedem der frommen Glaubensvertreter ein einzelner Tag gewidmet werden kann und außerdem auch diejenigen bedacht werden sollen, die niemals offiziell zu Heiligen erklärt worden sind.

Das Fest existiert bereits seit dem 7. Jahrhundert. Seit dem 9. Jahrhundert findet es am 1. November statt. In katholisch geprägten Bundesländern ist Allerheiligen noch heute ein gesetzlicher Feiertag und wird auch von der katholischen Kirche mit speziellen Feierlichkeiten begangen. Dazu zählen Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Allerseelen im Unterschied zu Allerheiligen

Auf das katholische Hochfest Allerheiligen folgt am 2. November der Festtag Allerseelen. Im Unterschied zu Allerheiligen wird an Allerseelen der verstorbenen Verwandten, Freunden und Bekannten gedacht. Brauch ist es zu diesem Anlass unter anderem, den Friedhof zu besuchen, Fürbitten für Verstorbene zu halten, Grablichter zu entzünden und Gräber mit frischen Blumen zu schmücken.

"An diesem Tag wird jener Toten gedacht, die sich, so nimmt die Kirche an, in einem Reinigungszustand befinden und noch keine volle Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Für diese Menschen wird gebetet, um ihnen zu helfen", so schreibt die Katholische Kirche in Deutschland auf ihrer Internetseite. So können sich Hinterbliebene den Verstorbenen an diesem Tag besonders nahe fühlen. Gesetzlich gilt Allerseelen im Unterschied zu Allerheiligen aber nicht als Feiertag.

Vermischung der Bräuche

Regional gibt es große Unterschiede bei der Auslebung des Brauchtums. An Allerseelen können traditionell auch Armenspeisungen, Spenden, Lichterbräuche und Andachten zu den Festivitäten gehören. Der Ursprung der unterschiedlichen Bräuche geht im katholischen Glauben aber auf einen gemeinsamen Nenner zurück: Katholiken beten an Allerseelen für die Seelen der Verstorbenen und vollbringen für sie gute Taten. Zum Beispiel in Form von Almosen, um ihren Aufenthalt im Fegefeuer zu verkürzen.

Eigenen Angaben zufolge folgt die evangelische Kirche in Deutschland (EDK) diesem Gedanken nicht. Nach dem protestantischen Glauben erlangen Christen die Errettung ihrer Seele nicht durch gute Werke, sondern allein durch die göttliche Gnade und ihren Glauben. Evangelische Gläubige gedenken der Verstorbenen daher auch an einem anderen Tag, dem Totensonntag oder Ewigkeitssonntag, der jedes Jahr vor dem ersten Sonntag im Advent stattfindet. Einen Tag vor Allerheiligen, am 31. Oktober, findet der Reformationstag statt, der in einigen Bundesländern ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ist. Am Reformationstag gedenken evangelische Gläubige Martin Luther, der 1517 seine Thesen anschlug und damit die Reformation in der evangelischen Kirche anstoß.

Katholische Seelen- oder Trauerwoche

In vielen Regionen vermischen sich die Traditionen der beiden aufeinanderfolgenden katholischen Gedenktage Allerheiligen und Allerseelen. So nutzen viele Gläubige bereits an Allerheiligen die Gelegenheit, Friedhöfe zu besuchen, Gräber zu pflegen oder Familienessen auszurichten. Das mag unter anderem daran liegen, dass Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November direkt aufeinanderfolgen und hierbei durch die zeitliche Nähe auch die inhaltliche Nähe der Feste bestärkt wird. Aufgrund dieser Dopplung wird zumindest auch die erste Woche des Novembers als Seelen- oder Trauerwoche bezeichnet.

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