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Allerheiligen und Allerseelen – wie unterscheiden sie sich?

Katholische Feiertage  

Das ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen

29.10.2020, 16:53 Uhr | am, t-online, cch

Allerheiligen und Allerseelen – wie unterscheiden sie sich?. Grab: An Allerheiligen und Allerseelen besuchen viele Gläubige Friedhöfe und pflegen Gräber. (Quelle: Getty Images/Gerd Harder)

Grab: An Allerheiligen und Allerseelen besuchen viele Gläubige Friedhöfe und pflegen Gräber. (Quelle: Gerd Harder/Getty Images)

An den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen gedenken Gläubige der Verstorbenen. In vielen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, ursprünglich hatten sie aber unterschiedliche Bedeutungen.

Allerheiligen: Ein Hochfest der katholischen Kirche

Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag und findet jedes Jahr am 1. November statt. An diesem Tag gedenken Katholiken aller bekannten sowie unbekannten Heiligen. Traditionell geschieht das im Ausgleich dafür, dass nicht jedem der frommen Glaubensvertreter ein einzelner Tag gewidmet werden kann und außerdem auch diejenigen bedacht werden sollen, die niemals offiziell zu Heiligen erklärt worden sind.

Die Wurzeln des Feiertages reichen bis in das 4. Jahrhundert zurück. Seit dem 9. Jahrhundert findet es am 1. November statt. In katholisch geprägten Bundesländern ist Allerheiligen noch heute ein gesetzlicher Feiertag und wird auch von der katholischen Kirche mit speziellen Feierlichkeiten begangen. Dazu zählen Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Allerheiligen gilt bis heute als einer der Höhepunkte im Kirchenjahr: Das Fest gehört neben Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Christi Himmelfahrt zu den katholischen Hochfesten. 

Allerseelen im Unterschied zu Allerheiligen

Auf das katholische Hochfest Allerheiligen folgt am 2. November der Festtag Allerseelen. Im Unterschied zu Allerheiligen wird an Allerseelen der verstorbenen Verwandten, Freunde und Bekannten gedacht. Es ist unter anderem Brauch, den Friedhof zu besuchen, Fürbitten für Verstorbene zu halten, Grablichter zu entzünden und Gräber mit frischen Blumen zu schmücken.

"An diesem Tag wird jener Toten gedacht, die sich, so nimmt die Kirche an, in einem Reinigungszustand befinden und noch keine volle Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Für diese Menschen wird gebetet, um ihnen zu helfen", beschreibt es die Katholische Kirche auf ihrer Internetseite. So können sich Hinterbliebene an diesem Tag den Verstorbenen besonders nahe fühlen. Gesetzlich gesehen ist Allerseelen im Unterschied zu Allerheiligen aber kein Feiertag.

Allerheiligen (1. November) war ursprünglich also kein Tag des Totengedächtnisses. Er stellte ein österliches Fest dar, mit dem die Kirche an die unbekannten Heiligen erinnerte. Der eigentliche Totengedenktag ist Allerseelen (2. November).

Vermischung der Bräuche

Regional gibt es große Unterschiede bei der Ausübung des Brauchtums. An Allerseelen können traditionell auch Armenspeisungen, Spenden, Lichterbräuche und Andachten zu den Festivitäten gehören. Der Ursprung der unterschiedlichen Bräuche geht im katholischen Glauben aber auf einen gemeinsamen Nenner zurück: Katholiken beten an Allerseelen für die Seelen der Verstorbenen und vollbringen für sie gute Taten. Zum Beispiel in Form von Almosen, um ihren Aufenthalt im Fegefeuer zu verkürzen.

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) folgt diesem Gedanken nach eigenen Angaben nicht. Nach dem protestantischen Glauben erlangen Christen die Errettung ihrer Seele nicht durch gute Werke, sondern allein durch die göttliche Gnade und ihren Glauben. Evangelische Gläubige gedenken der Verstorbenen daher auch an einem anderen Tag, dem Totensonntag oder Ewigkeitssonntag. Er findet jedes Jahr vor dem ersten Sonntag im Advent statt.

Einen Tag vor Allerheiligen, am 31. Oktober, ist zudem Reformationstag. Er ist in einigen Bundesländern ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ist. Am Reformationstag gedenken evangelische Gläubige Martin Luther, der 1517 seine Thesen anschlug und damit die Reformation in der evangelischen Kirche anstieß.

Katholische Seelen- oder Trauerwoche

In vielen Regionen vermischen sich die Traditionen der beiden aufeinanderfolgenden katholischen Gedenktage Allerheiligen und Allerseelen. So nutzen viele Gläubige bereits an Allerheiligen die Gelegenheit, Friedhöfe zu besuchen, Gräber zu pflegen oder Familienessen auszurichten. Das mag unter anderem daran liegen, dass Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November direkt aufeinanderfolgen und hierbei durch die zeitliche Nähe auch die inhaltliche Nähe der Feste bestärkt wird. Aufgrund dieser Dopplung wird auch die erste Woche des Novembers als Seelen- oder Trauerwoche bezeichnet.

Verwendete Quellen:

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