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Totensonntag: Bedeutung und Bräuche des stillen Feiertags

Evangelischer Feiertag  

Totensonntag: Wenn die Friedhöfe hell erleuchten

26.11.2017, 12:34 Uhr | po (CF), anni

Totensonntag: Bedeutung und Bräuche des stillen Feiertags. Am Totensonntag besuchen viele gläubige Protestanten den Friedhof, um der Toten zu gedenken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am Totensonntag besuchen viele gläubige Protestanten den Friedhof, um der Toten zu gedenken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Ewigkeitssonntag, im Volksmund Totensonntag, ist ein evangelischer Feiertag am Sonntag vor dem 1. Advent. 2017 fällt der Gedenktag auf den 26. November. Protestanten sprechen auch vom Ewigkeitssonntag, der das Gegenstück zum katholischen Allerseelen darstellt. Lesen Sie mehr zum geschichtlichen Hintergrund und verbreiteten Bräuchen.

Totensonntag: Letzter Sonntag des Kirchenjahres

Am Totensonntag gedenken evangelische Christen der Toten. Die offizielle Bezeichnung der Evangelische Kirche Deutschland (EKD) lautet "Ewigkeitssonntag" oder "Gedenktag der Entschlafenen für das Totengedenken". Der Feiertag findet jedes Jahr am letzten Sonntag des Kirchenjahres statt, dem Sonntag vor dem ersten Advent. Anders als etwa der Volkstrauertag (am 19. November) ist der Totensonntag in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt. Arbeitsfrei haben Sie aber sowieso, da es sich um einen Sonntag handelt.

Geschichte: Befreiungskriege im 19. Jahrhundert

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag geht auf den preußischen König Friedrich Wilhelm III im 19. Jahrhundert zurück. 1816 führte er diesen Feiertag zum "Gedenken der Entschlafenen" ein, so der Nachrichtensender n-tv in einem Bericht zum Feiertag. Anlass hierfür waren wahrscheinlich die vielen Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon.

Der Gedenktag verbreitete sich schnell unter den Kirchengemeinden in Deutschland. Zuvor sah das evangelische Kirchenjahr im Gegensatz zum katholischen keinen Totengedenktag vor. 

Bedeutung des Gedenktages im evangelischen Glauben

Im evangelischen Glauben werden am Totensonntag der Tod und die Hoffnung auf ein ewiges Leben in Verbindung gebracht – darum bezeichnet man den Feiertag auch als Ewigkeitssonntag. Die genaue Bezeichnung sowie die persönliche Bedeutung sollte sich bei jedem Gläubigen nach seiner inneren Einstellung zum Tod richten.

Mit dem Ewigkeitssonntag will die evangelische Kirche den Fokus weg von Tod und Vergänglichkeit lenken. Stattdessen sollen christliche Werten wie Hoffnung und die Vorstellung von Ewigkeit und Wiederauferstehung im Mittelpunkt stehen, so der NDR.

Bräuche: Glocken gemahnen an Vergänglichkeit

Ob gläubig oder nicht – für viele Menschen in Deutschland hat der Totensonntag eine persönliche Bedeutung. Sie besuchen Friedhöfe, zünden Kerzen an und schmücken die Gräber von verstorbenen Verwandten oder Freunden. 

Zu den Bräuchen zum Totensonntag gehört auch, dass evangelische Gottesdienste in Friedhofskapellen abgehalten werden. Bei Glockenläuten verliest der Pfarrer die Namen der Verstorbenen des zurückliegenden Kirchenjahres. Für gewöhnlich erscheinen zu diesem Gottesdienst die Angehörigen der Toten und zünden eine Kerze an. Das Verklingen der Glocken soll die Gläubigen an ihre eigene Vergänglichkeit erinnern, berichtet die "Welt" in einem Bericht zum Thema.

Herrscht am Totensonntag Tanzverbot? 

In Deutschland zählt der Totensonntag zu den sogenannten "stillen Feiertagen" oder "stillen Tagen". Alle Bundesländer untersagen an diesem Tag – zumindest über einen gewissen Zeitraum – öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, wie beispielsweise Musik-, Sport-, aber auch gewerbliche Veranstaltungen.

Allerdings unterscheiden sich die jeweiligen Zeiträume. In Bayern etwa herrscht das Tanzverbot ganztägig, in Berlin von 4 bis 21 Uhr und in Hamburg und Bremen nur bis 17 Uhr. In Nordrhein-Westfalen gilt es von fünf Uhr morgens bis um 18 Uhr. Die genauen Zeiten für Ihr Bundesland können Sie beim örtlichen Amt erfragen.

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