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Windhunde: Rasend schnelle Couchpotatoes

Hunderasse  

Windhunde sind rasend schnelle Couchpotatoes

11.07.2013, 11:46 Uhr | dpa

Windhunde: Rasend schnelle Couchpotatoes. Windhunde: Sie sind die Schnellsten unter ihren Artgenossen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Windhunde sind die Schnellsten unter ihren Artgenossen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Windhunde sind Tiere voller Widersprüche. Sie sind die schnellsten Hunde: Draußen geben sie Gas und vergessen im Eifer des Gefechts auch mal ihr Herrchen. Im Haus hingegen sind die Tiere ruhig und verschmust. In manchen Dingen bleiben sie sich jedoch immer treu: Sie verschlingen riesige Mengen an Futter. Das sollten Sie über Windhunde wissen.

Nicht nur die schnellsten, sondern auch die faulsten Hunde

Größer als sie ist kein anderer Hund: Die Irischen Wolfshunde haben eine Schulterhöhe von etwa einem Meter. Es ist aber auch keiner schneller als sie: Die Englischen Greyhounds können über 70 Stundenkilometer schnell laufen. "Nach dem Gepard ist er das zweitschnellste Säugetier auf Land", erklärt Olaf Knauber vom Deutschen Windhundzucht- und Rennverband im niedersächsischen Söhlde. Er ist selbst Züchter und kennt sogar noch einen dritten Superlativ: "Sie sind auch die faulsten Hunde."

Windhunde sind sehr feinfühlig

Die Ferraris unter den Hunden sind laut Knauber weniger hektisch, als man denkt. Im Gegenteil: Die schlanken Tiere mit den majestätischen Bewegungen seien ungewöhnlich ruhige, feinfühlige und unaufdringliche Hausgenossen. Daher eignen sie sich gut für Familien, kinderlieb sind sie obendrein. Sie können problemlos mit zur Arbeit und in den Urlaub genommen werden. Auch längere Autofahrten können sie gut verkraften.

Zuhause sind sie echte Couchpotatoes

Dorothee Dahl, die ein Buch zu Windhunden geschrieben hat, bezeichnet die Tiere als "sanfte Seelen". Sie bräuchten keine scharfen Kommandos, sondern freundliche Worte. Dahl warnt sogar davor, einen Windhund jemals anzuschreien: "Er wird garantiert beleidigt sein." Und sie kennt noch eine Besonderheit dieser sehr eigenen Tiere: Sie liegen ungern auf dem Boden und erobern deshalb meist das Sofa im Haus.

Schnell wie der Wind

So ruhig sie im Haus sind, zeigen Windhunde draußen das andere Extrem. Dort drehen sie auf, toben und rennen so schnell, dass sie ihrem Namen alle Ehre machen. "Windhunde sind extrem bewegungsfreudig", sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. "Jeder, der sich einen Windhund anschafft, muss sich darüber im Klaren sein, dass er viel Zeit für eine artgerechte Haltung braucht."

Viel Auslauf ist das A und O

Mindestens 1,5 Stunden an täglichem Auslauf sollten Besitzer einplanen. In der Innenstadt wird ein Windhund nicht glücklich, da er dort seinen Bewegungsdrang nicht ausleben kann. Außerdem sollten wegen seines rasanten Tempos besser keine Straßen in der Nähe sein, wenn er frei läuft. Für sportliche Besitzer ist er dagegen wie gemacht: Liebend gern stellt sich der Windhund als flotter Partner für Wanderungen, Joggingrunden, Rad- und Reittouren zur Verfügung.

Seinen Jagdtrieb sollte man nicht unterschätzen

Allerdings sollte der Mensch in Feld und Wald wachsam sein, denn Windhunde jagen sehr gerne - schließlich wurden sie dazu ursprünglich gezüchtet. Und sie sehen auf weite Distanz Bewegungen, die ihr Besitzer gar nicht wahrnimmt. Dann entscheiden sie sich Dahl zufolge schon mal für den Hasen und nicht für ihr Herrchen.

Für ganz Sportliche: Das Windhunderennen

Wer möchte, kann seinem Tier beim Sport zusehen - beim Windhunderennen. Dabei jagen die Hunde einem unechten Hasen auf einer Strecke bis zu 1200 Metern hinterher. "Das ist ein Riesenspaß für die Hunde", sagt Dahl. Während etwa in Großbritannien solche Rennen sehr populär sind, werden sie hierzulande eher im kleinen Rahmen als Amateurveranstaltungen angeboten.

Die Tiere sollten nicht überfordert werden

Der Tierschutzbund lehnt solche Rennen nicht grundsätzlich ab. "Generell entspricht das schnelle Laufen durchaus dem rassetypischen Bewegungsbedürfnis der Windhunde", sagt Tünte. Natürlich dürften die Tiere nicht überfordert werden, außerdem müssen sie artgerecht gehalten und trainiert werden. In Deutschland werden unter anderem Greyhounds, Afghanen und Whippets bei diesen Rennen eingesetzt.

Der Beliebteste in Deutschland: Der Whippet

Letzterer zählt hierzulande zu den beliebtesten Windhunden. Er wird 50 Zentimeter groß, hat ein glattes Fell und entstand vermutlich aus Kreuzungen von Greyhounds mit Terriern. Der elegante, drahtige Muskelprotz gilt als zäh, temperamentvoll und verschmust.

So groß wie ein Pony

"Beliebt sind hierzulande auch der Afghanische Windhund und der Irische Wolfshund", sagt Knauber. Der Afghane sieht schon allein wegen seines lang wallenden Haarkleids sehr imposant aus. Der Irische Wolfshund als Riese unter den Hunden kann sogar Ponygröße erreichen, ein erwachsener Rüde wiegt bis zu 60 Kilogramm. Mit diesem kraftvollen Tier wurden früher Wölfe gejagt. Der Wolfshund kann jedoch sehr teuer werden, er frisst nämlich wie alle Windhunde immense Mengen. Sie haben einen aktiven Stoffwechsel und brauchen also viele Kalorien.

Rassetiere können sehr teuer sein

Wer einen Windhund beim Züchter kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Ein Welpe kostet meist zwischen 900 und 1600 Euro. Deutlich günstiger werden Hunde im Tierheim angeboten, sie stammen oft aus südlichen Ländern. Ihr Nachteil gegenüber Hunden vom Züchter: Der Besitzer weiß nicht, was sein neuer Hausbewohner schon erlebt hat und ob er vielleicht krank ist. Andererseits hat ein erwachsener Hund bereits die anstrengende Welpenzeit hinter sich. 

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