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Chinchillas als Haustier? Kosten, Haltung, Pflege der Nagetiere

Spezielle Ansprüche  

Eignen sich Chinchillas als Haustiere?

07.04.2021, 14:56 Uhr | sah, t-online, dpa

Chinchillas als Haustier? Kosten, Haltung, Pflege der Nagetiere. Chinchilla: Die Tiere stammen ursprünglich aus Südamerika. (Quelle: Getty Images/Tomynets)

Chinchilla: Die Tiere stammen ursprünglich aus Südamerika. (Quelle: Tomynets/Getty Images)

Süße kleine Knopfaugen, große Ohren und so flauschig: Chinchillas sind wegen ihrer Spielfreude und Geselligkeit sehr beliebt. Doch sie sind nicht für jeden als Haustier geeignet.

Um ein Chinchilla als Haustier zu halten, sollten bestimmte Voraussetzungen vorab geklärt sein. Die pelzigen Nagetiere haben nämlich einige Ansprüche an ihre Umgebung – und können bis zu 20 Jahre alt werden.

Für wen eignen sich Chinchillas als Haustiere?

Chinchillas sind nachtaktive Tiere und daher wenig für Familien mit Kindern geeignet. Sie brauchen Halter, die selbst Nachtschwärmer sind und spät zu Bett gehen. Denn die Ruhezeiten der Tiere sollten strikt eingehalten werden: Sie dürfen am Tag weder aufgeweckt noch gestreichelt oder gar aus ihrem Unterschlupf geholt werden. Daher sind Chinchillas eher für Berufstätige geeignet, da sie erst pünktlich zum Feierabend aktiv werden.

Auch wenn die nachtaktiven Nagetiere sehr kuschelig aussehen, werden sie nicht gerne geknuddelt. Tun Sie es dennoch, sind die Tiere schnell gestresst und können langfristig krank werden. Zudem verursachen Unregelmäßigkeiten im Schlaf-Wach-Rhythmus bei den Kleintieren enormen Stress und verkürzen die Lebenserwartung. Die Pflege- und Reinigungsarbeiten sollten Sie deshalb in die späten Abendstunden verlegen.

Der richtige Standort für den Käfig

Chinchilla: Die Tiere brauchen ausreichend Platz. (Quelle: Getty Images/Silent_GOS)Chinchilla: Die Tiere brauchen ausreichend Platz. (Quelle: Silent_GOS/Getty Images)

Chinchillas fühlen sich bei 15 bis 21 Grad am wohlsten – deshalb eignet sich ein Balkon für ihre Unterbringung nicht. Stellen Sie das Gehege der nachtaktiven Tiere am besten in einen Raum mit Fenster, damit für sie ein natürlicher Tag- und Nachtrhythmus erkennbar ist. Der ideale Standort ist eine geschützte und gut belüftete Ecke ohne Zugluft, praktischerweise aber weitab vom Schlafzimmer.

Generell gilt: Schützen Sie Chinchillas vor Feuchtigkeit, Regen, Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung. Auch ein Platz in Heizungsnähe ist nicht geeignet. Ihr Fell schützt sie weder vor Feuchtigkeit noch vor hohen Temperaturen. Daher können sie sich leicht erkälten, aber auch leicht überhitzen.

Wie viel Platz benötigen Chinchillas?

Chinchillas leben in freier Wildbahn in Gemeinschaften mit bis zu 100 Artgenossen. Deshalb sollten sie auch als Haustiere in Gruppen gehalten werden. Am besten funktioniert die Haremshaltung mit einem kastrierten Männchen und mehreren Weibchen. Aber auch Geschwistertiere oder zwei Weibchen verstehen sich. Zwei Männchen harmonieren dagegen nur, wenn weit und breit kein Weibchen in Sicht ist.

Chinchillas brauchen ausreichend Platz. Denn sie bewegen sich gerne, freuen sich über Auslauf und sind sehr neugierig. Gut ist es deshalb, wenn Sie ein größeres Gehege mit allerlei Spielzeug ausstatten. Oder Sie überlassen den Tieren gleich ein eigenes Zimmer. Damit sich etwa zwei Chinchillas wohlfühlen, sollte ihr Gehege mindestens drei, besser noch fünf Quadratmeter groß sein – am besten mit mehreren Etagen.

Jedes Tier benötigt zudem ein eigenes Schlafhaus und kleine Verstecke. Aus Hartholzplatten können Sie zum Beispiel Kletter- und Sitzmöglichkeiten für die Tiere bauen. Platten aus Sperrholz sind dafür allerdings nicht geeignet, weil Chinchillas gerne knabbern. Auch über Röhren zum Durchlaufen freuen sich die Nagetiere – die Röhren sollten einen Mindestdurchmesser von zwölf Zentimetern haben.

Was fressen Chinchillas?

Chinchillas sind reine Pflanzenfresser, kommen aus den Anden in Südamerika und sind deshalb karge, trockene Lebensräume gewohnt – das sollten Sie bei der Futterauswahl berücksichtigen. Es reicht aus, wenn Sie die Tiere zweimal pro Tag füttern, mit der Hauptmahlzeit am frühen Abend. Als Futter eignen sich:

  • Gras
  • grünes Blattgemüse
  • Kräuter
  • Heu – es muss vollkommen trocken sein, darf nicht muffig riechen oder staubig sein

Zusätzlich können Sie Ihrem Tier kleine Mengen spezieller Chinchillapellets geben, etwa zwei Teelöffel pro Tag. Die Pellets bieten Sie am besten in Futternäpfen aus Steingut oder Porzellan an. Zweige von Birnbaum oder Haselnuss sind geeignetes Nagematerial, damit die Schneidezähne in Form bleiben. Zudem sollten Sie den Nagetieren täglich frisches Wasser in einer Schale zur Verfügung stellen.

Falsches Futter kann zu Krankheiten führen

Chinchilla: Die Tiere sind nachtaktiv und sollten tagsüber nicht aus ihrem Unterschlupf geholt werden. (Quelle: Emily Wabitsch/dpa-tmn)Chinchilla: Die Tiere sind nachtaktiv und sollten tagsüber nicht aus ihrem Unterschlupf geholt werden. (Quelle: Emily Wabitsch/dpa-tmn)

Chinchillas erkranken häufig an einem grauen Star. Ausgelöst wird er durch einen Diabetes. Die Augenlinse trübt sich dabei durch den hohen Blutzucker ein. Die Zuckerkrankheit entsteht bei Chinchillas durch eine falsche Fütterung etwa mit Obst und stärkereichem Kraftfutter. Bei Veränderungen am Auge sollten Sie daher schnell mit Ihrem Tier zum Tierarzt gehen.

Zudem vertragen Chinchillas kein frisches oder angewelktes Grünfutter: Darauf reagieren sie mit Durchfall, der sogar tödlich verlaufen kann. Tabu sind außerdem industriell hergestellte Futtermittel für andere Nagetiere oder Kaninchen. Ebenfalls ungeeignet ist altes Brot. Denn Brot und andere Backwaren enthalten zu viel Stärke, die Chinchillas schlecht verdauen können. Altes Brot ist außerdem oft mit Schimmelpilzen belastet.

Chinchillas: Auf die Farbe der Zähne achten

Weiße Schneidezähne sind bei Chinchillas ein Warnsignal: Nager mit solchen Zähnen nehmen über ihr Futter zu wenige Mineralstoffe auf. Normalerweise haben die Tiere kräftig gelb-orange gefärbte Schneidezähne, weil dort Eisenpigmente eingelagert sind.  

Neben optischen Veränderungen erkennen Sie Probleme mit den Zähnen vor allem daran, dass die Tiere anders fressen als vorher. Oft wählen sie nur noch weiches, leichter zu kauendes Futter aus. Sie fressen außerdem langsamer und weniger. Nehmen Chinchillas zusätzlich ab oder haben Verdauungsprobleme, ist das ein weiteres Indiz für kranke Zähne.

Fellpflege der Chinchillas

Chinchilla: Es wird pünktlich zum Feierabend aktiv. (Quelle: Inga Kjer/dpa-tmn)Chinchilla: Es wird pünktlich zum Feierabend aktiv. (Quelle: Inga Kjer/dpa-tmn)

Für die Fellpflege benötigen Chinchillas nicht viel – ein Schälchen voll Sand genügt. Dabei sorgt das Suhlen und Räkeln auch für Abkühlung. Sandbaden ist aber ein Muss für die kleinen Nagetiere. Der feinkörnige Sand dringt tief in das Fell ein und befreit es von überschüssigem Fett, Feuchtigkeit, Schmutz und Ungeziefer. Gleichzeitig steigert das tägliche Bad die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere.

Besonders gut eignen sich Gefäße aus Ton, Keramik oder Metall für das Sandbad. Stellen Sie es in ausreichender Entfernung zu Futter- und Wassernäpfen auf. So verschmutzt die Badestelle nicht sofort. Trotzdem sollten Sie sie regelmäßig reinigen – am besten mit heißem Wasser und Bürste ungefähr ein- bis zweimal pro Woche.

Chinchilla: Kosten

Ein Chinchilla ist meist ab 50 Euro aufwärts zu bekommen. Die Preise können aber je nach Fellfarbe und Bezugsquelle variieren. Beachten Sie, dass Chinchillas möglichst nicht einzeln gehalten werden sollen und Sie daher mindestens zwei Tiere benötigen. Am besten holen Sie einfach ein Tier aus dem Tierheim. Alternativ gibt es die Nagetiere bei einem Züchter, in einer Zoohandlung oder bei Privatleuten zu kaufen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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