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Asiatischer Laubholzbockkäfer: Steckbrief und Bekämpfung

Baumschädling  

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Steckbrief des exotischen Käfers

20.11.2015, 10:40 Uhr | ji

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Steckbrief und Bekämpfung. Klein, aber gefährlich für die Umwelt: Befallene Bäume sterben mit großer Wahrscheinlichkeit ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Klein, aber gefährlich für die Umwelt: Befallene Bäume sterben mit großer Wahrscheinlichkeit ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Er sieht hübsch und harmlos aus – doch für Laubbäume ist der Asiatische Laubholzbockkäfer eine große Bedrohung. Seit einigen Jahren wird der exotische Käfer als Neozoon nach Deutschland eingeschleppt und verursacht großflächige Baumfällungen. 

Steckbrief des Asiatischen Laubholzbockkäfers

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) kommt ursprünglich aus Asien. Aber auch bei uns ist er seit einigen Jahren zu finden, denn er gehört zu den sogenannten Neozoen. Dabei handelt es sich um Tiere, die sich nur durch menschliche Einflussnahme in einem Gebiet, in dem sie nicht beheimatet sind, etablieren können.

Der Käfer besitzt einen schwarzen Körper mit hellen Flecken, der bis zu vier Zentimeter lang wird. Seine Fühler sind in elf Segmente unterteilt und werden etwa doppelt so lang wie der Körper. Bäume dienen den Insekten als Brutstätte: Die Weibchen legen nur etwa 30 Eier. Doch für jedes einzelne bohrt es eine Ritze in den Baum, der den Larven später als sogenannte Puppenwiege dient. Die Käfer benutzen dazu Schwachstellen wie Astgabeln.

Die Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers schlüpfen nach rund zwei Wochen und fressen sich in Gängen durch das Gehölz. Erst nach elf Entwicklungsstadien – also nach etwa ein bis zwei Jahren – verlassen die jungen Käfer ihre Puppenwiege und gehen bis zur Geschlechtsreife zum Reifungsfraß über. Dann befallen sie die Bäume auch von außen.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat kaum natürliche Feinde

Über natürliche Feinde des Asiatischen Laubholzbockkäfers ist nicht viel bekannt. Jedoch zählen einige Schlupfwespenarten dazu. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in den Larven des Käfers ab. Das heißt, im Inneren entwickelt sich stattdessen die Larve der Schlupfwespe als Parasit. Laut der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) fallen auch räuberische Käferarten über den Asiatischen Laubholzbockkäfer her. Die Wirkung der natürlichen Feinde ist jedoch nicht besonders groß, da die Laubholzbockkäfer die meiste Zeit geschützt im Holz verbringen.

Außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets sieht es ähnlich aus. "In Deutschland frisst der Specht gerne die abgelegten Eier oder Junglarven", so Gerhard Kraus, Gebietsbeauftragter für die Bekämpfung des Schädlings in Neubiberg, gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Bekämpfung des exotischen Schädlings

Im Gegensatz zu anderen Bockkäfer-Arten befällt der Laubholzbockkäfer nicht nur kranke, sondern auch gesunde Bäume. Immer wieder wird er durch den Warenhandel mit China in Holzpaletten eingeschleppt. Dementsprechend kommt er in den meisten Ländern nur als Neozoon vor. Schätzungen zufolge besteht bei einer Ausbreitung des Käfers im betroffenen Land die Gefahr, dass 30 Prozent aller Bäume absterben. Laut WSL zählt er zu den gefährlichsten Laubholzschädlingen.

Durch die Käfer steigt zudem das Risiko, dass angefressene Äste herabfallen und stellen damit eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Um eine Ausbreitung der Insekten zu verhindern, müssen die befallenen Bäume gefällt und vernichtet werden. Die Kosten sind enorm: Allein in den USA mussten zehntausende Bäume in Siedlungsgebieten gefällt werden – der Schaden beläuft sich bereits auf über eine halbe Milliarde Dollar. Aber nicht nur wirtschaftlich bringt der Laubholzbockkäfer Probleme mit sich. Breitet er sich in den Wäldern aus, könnte dies schwerwiegende ökologische Folgen haben. Viele Organismen sind von Laubbäumen abhängig.

Insektizide können den Larven der Käfer meist nur wenig anhaben. Beim Gießen mit Gift oder Injektionen in den Baumstamm dringt der Wirkstoff selten bis zu den Larven durch.

Vorbeugende Maßnahmen

Zur Bekämpfung zählen auch vorbeugende Maßnahmen. Durch Importbestimmungen und -kontrollen soll eine Einschleppung verhindert werden. Verpackungsholz und Ähnliches müssen mit Hitze und Chemie behandelt werden, um die Schadorganismen zu vernichten. Zudem besteht eine Voranmeldungspflicht bei Anlieferung von Holzverpackungen.

Eine weitere Maßnahme, die viele Bürger kritisch betrachten, ist das vorbeugende Abholzen. Um befallene Bäume werden in einem Umkreis von 100 Metern Laubbäume abgeholzt, auch wenn diese gesund sind. Spürhunde, die speziell auf den Geruch der Laubholzbockkäfer und deren Larven trainiert wurden, sollen befallene Bäume ausfindig machen.

Darüber hinaus ist es verboten, aus Quarantänezonen Baumschnitt zu transportieren, auch nicht als Brennholz.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer in Deutschland

In Deutschland treibt der Asiatische Laubholzbockkäfer bisher in vier Bundesländern sein Unwesen:

  • Sachsen-Anhalt
  • Nordrhein-Westfalen
  • Baden-Württemberg
  • Bayern

Zuletzt suchte der Laubholzbockkäfer Neubiberg bei München heim. Dort hat sich bereits eine Bürgerinitiative namens "Gegen ALB-Traum Neubiberg" gebildet: "Gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer - Für den Erhalt unserer gesunden Bäume!", heißt es auf der Website, wo die Initiative gegen den Kahlschlag in Wohngebieten aufruft.

Bei diesem Käfer besteht Meldepflicht

Laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist der Asiatische Laubholzbockkäfer meldepflichtig. Schon beim Verdacht auf Befall muss umgehend der zuständige Pflanzen- oder Waldschutzdienst informiert werden. 

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