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Strategien gegen Streit und Stress an Weihnachten

dpa, Sabine Maurer

Aktualisiert am 15.12.2018Lesedauer: 3 Min.
Frust statt Frieden: In vielen Familien knallt es ausgerechnet an Weihnachten heftig.
Frust statt Frieden: In vielen Familien knallt es ausgerechnet an Weihnachten heftig. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)
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In der Vorstellung perfekt, kollidiert Weihnachten oft mit der harten RealitĂ€t. Es gibt Streit, die Geschenke passen nicht und die Rumfahrerei löst bei allen Stress aus. Dann mĂŒssen Strategien her, die Ruhe in die Gemengelage bringen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum gibt es an Weihnachten so viel Streit?
  • Wie sollte das Fest geplant werden?
  • Welches Geschenk ist das beste?
  • Wo wird gefeiert?
  • Was hilft gegen Stress wĂ€hrend der Feiertage?

Weihnachten sollte nach gÀngigen Vorstellungen schön und friedlich sein. Doch in einigen Familien hÀngt an den Feiertagen der Haussegen so schief wie sonst nie. Doch das muss nicht sein.

Warum gibt es an Weihnachten so viel Streit?

Wenn Weihnachten stressig und andere Tage eher friedlich verlaufen, liegt dies hĂ€ufig an den eigenen Erwartungen. "Alle verstehen sich wunderbar, das Essen ist so lecker wie noch nie, die anderen freuen sich wahnsinnig ĂŒber die Geschenke", zĂ€hlt die Psychologin Julia Scharnhorst auf. Die EnttĂ€uschung ist bei solch ĂŒberzogenen Vorstellungen natĂŒrlich programmiert. Das TĂŒckische: Oft sind einem diese Erwartungen gar nicht bewusst.

Was oft erschwerend hinzukommt: Das Fest der Liebe ist ein guter NĂ€hrboden fĂŒr alte Konflikte. "GeschwisterrivalitĂ€ten können wieder aufbrechen", sagt Johanna ThĂŒnker, Psychologin in Bottrop. Auch wenn es wĂ€hrend des Jahres immer wieder Probleme mit Verwandten gibt, wird es schwierig, an Weihnachten eine gute Miene aufzusetzen.

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Um an den Feiertagen zu entspannen, kann eine Arbeitsteilung sinnvoll sein – und der Vorsatz, ĂŒber Pannen und PlanĂ€nderungen hinwegzusehen. "Der eine kocht den Hauptgang, der zweite bereitet den Nachtisch zu und die anderen schmĂŒcken den Baum", rĂ€t Scharnhorst. Das schafft auch gleich ein gemeinsames Erlebnis.

Wie sollte das Fest geplant werden?

Es ist sinnvoll, sich möglichst frĂŒhzeitig Gedanken zu machen, mit wem wann gefeiert werden soll. Denn wer mit Ritualen brechen will, kann durchaus auf Widerstand treffen. "Das kommt bei vielen gar nicht gut an. Schließlich sind Rituale ein Zeichen fĂŒr Bindung und Zusammengehörigkeit", sagt Ralph Schliewenz. Er ist Psychologe in Soest. Er empfiehlt, offen und ehrlich ĂŒber die eigenen BedĂŒrfnisse zu sprechen. Man kann um VerstĂ€ndnis werben, aber gleichzeitig signalisieren, dass man die WĂŒnsche der anderen versteht.

"Man könnte auch die Tradition einfĂŒhren, dass man jedes Jahr etwas anderes macht", schlĂ€gt Scharnhorst vor. "Zum Beispiel jemanden von außerhalb der Familie einladen oder etwas anderes kochen." Auf diese Weise können die Beteiligten gut testen, wie Weihnachten fĂŒr sie selbst am schönsten ist.

Welches Geschenk ist das beste?

Der Idealzustand wĂ€re: sich nicht erst kurz vor dem Fest Gedanken dazu zu machen, sondern so frĂŒh wie möglich. Wer keine Ahnung hat, worĂŒber sich der andere freut, kann ihn oder auch dessen Umfeld befragen. Eine gute Idee kann es sein, selbst etwas zu machen – Anregungen gibt es zuhauf im Internet. "Etwas Selbstgemachtes kommt eigentlich immer gut an. Der Beschenkte erkennt, dass sich der andere MĂŒhe gegeben hat", sagt Schliewenz. Eine weitere Idee ist es, eine gemeinsame Unternehmung zu verschenken.

Wer ungern Geschenke kauft, dem hilft vielleicht folgender Gedanke: "Man sollte sich bewusst machen, dass man sich damit auch selbst eine Freude macht. Denn im Gehirn werden die gleichen Areale wie bei dem Beschenkten angesprochen. Wenn man also nichts verschenkt, bringt man sich auch selbst um eine Freude."

Wo wird gefeiert?

In manchen Familien ist der Ablauf jedes Jahr der gleiche, zum Beispiel: Heiligabend mit der Kernfamilie unter dem Weihnachtsbaum, am ersten Feiertag zur Familie der Frau, am zweiten zu den anderen Schwiegereltern. Wenn das allen Beteiligten so gefĂ€llt, muss keiner daran rĂŒtteln. Anderenfalls sollte man sich zusammensetzen und versuchen, einen Kompromiss zu finden. Dieser kann so aussehen, dass man sich jedes Jahr mit dem Ort der Feierlichkeit abwechselt.

Wer etwa in einer Patchwork-Familie lebt, kann an Weihnachten gar nicht alle Familien besuchen. Hier helfen pragmatische und unkonventionelle Lösungen – so können sich zum Beispiel alle schon an Nikolaus zu einem gemĂŒtlichen Essen treffen.

Was hilft gegen Stress wÀhrend der Feiertage?

Abwechslung entzerrt die Situation. Das können Gesellschaftsspiele oder gemeinsame SpaziergĂ€nge sein. Ansonsten sind manchmal im Vorfeld deeskalierende GesprĂ€che hilfreich: "Man spricht schon vorab mit einem oder beiden StreithĂ€hnen. Dabei kann man den Wunsch Ă€ußern, das Kriegsbeil in der Tasche zu lassen", rĂ€t ThĂŒnker. Bleibt dies ohne Erfolg, hilft nur die Devise: Augen zu und durch.


Was außerdem hilft: sich bewusst machen, dass es nur einige Stunden sind und Weihnachten nur einmal im Jahr stattfindet. Auch Humor kann helfen – und sei es Galgenhumor.

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