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Darum fremdeln kleine Kinder

t-online, Simone Blaß

Aktualisiert am 06.05.2016Lesedauer: 4 Min.
Im zweiten Lebenshalbjahr entwickeln Kinder Angst vor fremden Personen - ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Im zweiten Lebenshalbjahr entwickeln Kinder Angst vor fremden Personen - ein wichtiger Entwicklungsschritt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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"Was soll denn das heißen, das Kind fremdelt? Ich bin doch gar nicht fremd!" So manche Oma oder Patentante ist enttäuscht über die Reaktion des Kindes. Noch vor Kurzem ließ sich das Baby stundenlang herumtragen, nun krabbelt es sofort verschreckt zur Mama. Eine wichtige Entwicklungsphase, die alle Babys durchleben.

Für ein neugeborenes Baby ist es in erster Linie wichtig, dass jemand da ist, der es füttert, es hält und trägt und sich aufmerksam mit ihm beschäftigt. Es spürt genau, ob die jeweilige Person sich auf es einlässt und ihm Sicherheit vermittelt. Natürlich erkennt es auch die Stimme und den Geruch seiner Mutter, genau wie andere vertraute Signale, aber das ist tatsächlich zweitrangig. "Ein Neugeborenes unterscheidet nicht zwischen sich und anderen, es muss den Unterschied zwischen sich selbst und der Umwelt erst lernen", erklärt der Diplompsychologe und Entwicklungsexperte Ulrich Gerth.

Der Entwicklungsschritt geht einher mit der Sehschärfe

Mit etwa vier Monaten, oft auch ein bisschen später, macht ein Baby einen seiner großen Entwicklungsschritte. Es beginnt nun Menschen zu unterscheiden, auch visuell. Das bestätigt auch Christian Kandzia, Oberarzt an der Klinik für Ophthalmologie in Kiel: "Kommt ein Kind auf die Welt, ist das Sehvermögen aufgrund der noch nicht ausgereiften Netzhaut und der sich erst entwickelnden Sehzentren im Gehirn sehr gering. Im Verlauf des ersten Lebensjahrs entwickelt sich die Sehschärfe, die ein genaueres Erkennen von Personen rein auf visueller Basis ermöglicht."

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Einen Zusammenhang zwischen der dadurch entstandenen Möglichkeit des Erkennens und Differenzierens von Personen und dem Phänomen des Fremdelns hält der Facharzt für Augenheilkunde durchaus für die logische Konsequenz.

Ein sicherer Hafen fördert das Vertrauen in die Welt

Dem Baby wird also klar, der Opa oder die Nachbarin gehören nicht zu seinen Vertrauten. "Doch wenn sie sich ordentlich benehmen, dann können sie bald wieder dazugehören", so Gerth im Gespräch mit t-online.de. "Ordentlich benehmen" heißt in diesem Zusammenhang, dem Kind die Sicherheit zu geben, die es jetzt benötigt. "Am besten ist, die Erwachsenen fühlen sich in das Kind ein und geben ihm die Zeit, die es braucht."

Wenn Eltern den Verwandten und Bekannten erklären, dass das Baby gerade nicht gern bei anderen auf den Arm möchte, fühlt sich niemand persönlich verletzt, rät Maria Große Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Eltern reagieren hier meist ganz instinktiv, nehmen das Baby auf den Arm oder den Schoß. Von dort aus kann es erst einmal wie aus einem sicheren Hafen beobachten, wie vertraute Personen mit den vermeintlich Fremden umgehen. Je mehr man das Kind jetzt in Ruhe lässt, desto eher kommt es von selbst. Meist dauert das auch nicht lange.

Aber auch das Verhalten der Eltern ist wichtig: Sind sie angespannt, wenn sie das Baby jemandem geben, spürt es das. Merkt das Kind aber, dass jemand zu seinen Eltern ein entspanntes, vertrautes Verhältnis hat, überträgt sich das auf das Baby.

Mutter-Kind-Einheit scheint bedroht

Kleine Kinder fremdeln übrigens gern auch mal bei ihrem Papa. Für diesen ist das dann im wahrsten Sinne des Wortes besonders befremdlich. Zum einen kann es daran liegen, dass der Vater vielleicht wegen seiner Arbeit sehr selten zu kindtypischen Zeiten zu Hause ist, zum anderen haben sich Mutter und Kind eine Zweisamkeit aufgebaut, die sozusagen vom Dritten im Bunde gestört wird.

Fremdeln sollte nicht mit Kita-Eingewöhnung kollidieren

"Es ist dann einfach eine Herausforderung für die kleine Familie, den Dritten mit ins Spiel zu holen", sagt Gerth. Wobei das spielerisch tatsächlich am einfachsten funktioniert.

Seine Kollegin Maria Große Perdekamp rät, die Eingewöhnung in der Kita wenn möglich zu verschieben, bis die Phase des Fremdelns überwunden ist. "Sonst macht man sich selbst und dem Kind viel Stress." Der Entwicklungsschritt sei etwa mit einem Jahr überstanden.

Angst vor Fremden hat ihren Sinn

Manche Eltern zeigen sich sehr beunruhigt, wenn ihr Kind fremdelt. Sie befürchten, es könnte sich zu einem sehr ängstlichen und schüchternen Menschen entwickeln. "Dabei", so Gerth, "muss man hier wirklich keine Angst haben, dass das Kind in der heutigen Welt nicht klarkommt. Wenn es die Entwicklungsphase des Fremdelns gut durchlebt und Sicherheit findet, dann geht es sogar gestärkt daraus hervor."

Hinzu kommt der Grundcharakter des Babys. "Kinder sind eben unterschiedlich. Es gibt welche, die sind und bleiben sehr vorsichtig im Aufbau von Beziehungen. Andere sind regelrecht distanzlos, gar vertrauensselig. Wenn Kinder klein sind, wirkt das goldig, aber später kann das auch gefährlich werden. Eine gesunde Distanz zu Fremden kann ja durchaus von Vorteil sein."

Das Kind hat ein Recht auf seinen persönlichen Raum

Das Kind zu zwingen, zur Oma auf den Arm zu gehen oder sich von der Freundin der Mutter abbusseln zu lassen, ist der falsche Weg. "Damit erreicht man in diesem Alter genau das Gegenteil", so Gerth. Anders ist es, wenn die Kinder bereits im Kindergartenalter sind. Aber auch dann sollten sie nie gezwungen werden, sich von jemandem abküssen zu lassen oder die Hand geben zu müssen.

Ein bisschen Höflichkeit kann man jedoch von einem Vierjährigen durchaus erwarten - egal, ob das Gegenüber für das Kind fremd ist oder nicht. Es genügt aber, Besuch oder Nachbarn mit einem freundlichen Hallo zu begrüßen oder sich bei der Verkäuferin für die Scheibe Wurst zu bedanken. Alles andere lebt vom Vorbild und kommt später von ganz allein.

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